Der Verkehr fließt nicht mehr

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Fahrbahnmarkierungen sollen die in Schlange stehenden Parker nun von der Straße vertreiben.

Schönau am Königssee - Die Gesetze lassen das Parken in der Waldhauserstraße zwar zu, die Reaktionen von Gemeinde und Bevölkerung sind aber massiv. Und die Verkehrsproblematik wächst - seit langem schon!

„Das wissen wir“, so tönt es aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land. Zwischenzeitlich ist die Situation unerträglich. Für die Gemeindeverwaltung, die Bürger, den Gast. Innerhalb geschlossener Ortschaften ist das Parken am Fahrbahnrand – bei ausreichender Straßenbreite – zwar erlaubt. Wenn das Durchkommen, wie in der Waldhauserstraße, aber zum riskanten Unterfangen wird, dann ist Zeit zu handeln: Das Landratsamt will die entscheidende Lösung kennen.

Und hier sollen Fahrzeuge aneinander vorbeikommen? Laut Landratsamt Berchtesgadener Land ist das möglich.

Der Fahrbahnrand ist voll mit Fahrzeugen. „Einer hat damit mal angefangen - und alle ziehen nach“, sagt ein Mitarbeiter aus der Gemeinde. Bestand das Parkproblem bis vor kurzem nur im Bereich Punzenmoos, parken die Fahrzeuge zwischenzeitlich schon bis in Richtung Gaststätte Waldhauserbräu. An schönen Tagen geht dann hier gar nichts mehr. Rechterhand die parkenden Autos – und daneben schiebt sich der Verkehr vorbei. Oft nur einspurig. Lücken in der Parkschlange werden immer wieder gerne dazu genutzt, auszuweichen. Dann staut sich der Verkehr nach hinten durch. Im Schritttempo geht es in diesem Fall vorwärts. „Es geht schon, aber wie ist halt die Frage“, so ein Anwohner.

Die Problematik ist auch im Landratsamt Berchtesgadener Land bekannt. Daniel Bechtel, Fachbereichsleiter Straßenverkehrswesen, hat dazu schon einiges gehört. Wahrscheinlich langweilt ihn die Causa „Waldhauserbräustraße“ bereits. Solange es aber unter den Nägeln brennt, kommt er nicht umhin, über das verkehrstechnische Nadelöhr zu sprechen. „Die Brisanz ist da“, sagt der Verkehrsexperte. Dass etwas geschehen muss, ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch fügt er hinzu: „Das Parken am Fahrbahnrand innerhalb geschlossener Ortschaften ist erlaubt.“ Zumindest dann, wenn es die Fahrbahnbreite zulässt. Gut möglich, dass sie das an mancher Stelle auch tut.

Doch sollte in einem Fall wie diesem nicht die tatsächliche Problematik über die Theorie siegen? „Wir hatten schon sehr viele Gespräche mit der Gemeinde Schönau am Königssee“, sagt Bechtel. Gespräche, die bislang zu keinem Ziel führten. „Wir suchen nach einer Lösungsmöglichkeit“, so Bechtel, „ständig“, sagt er, „um das endlich in den Griff zu bekommen.“ Und er hat seiner Ansicht nach auch schon eine Idee, wie das funktionieren könnte: Fahrbahnmarkierungen. Dass man da nicht gleich drauf kommt? Denn: Die Verkehrssituation in der Waldhauserstraße ist seit langem bekannt. „Es gibt keine vergleichbare Situation“, gibt Bechtel zu. In der Hanielstraße in Berchtesgaden gehe es auch manchmal eng her, weil links und rechts am Fahrbahnrand Autos parken, sagt er. Dort können Busse aber passieren. Knapp, aber es geht.

In der Waldhauserstraße hingegen schaut die Situation anders aus. Ortsbesuch: Rechterhand steht eine lange Schlange von Fahrzeugen. Ein Linienbus nähert sich. Zunächst bleibt er hinter dem letzten parkenden Wagen stehen, wartet, bis der Gegenverkehr vorbeigefahren ist und fährt dann selbst durch das schmale Nadelöhr. Keine Chance, dass hier zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikämen. Eine Fußgängerin, die vorbeikommt, beschwert sich, dass die Situation „unerträglich“ sei. Anwohnerin sei sie, jeder wisse Bescheid und keiner tue etwas. An die Verantwortlichen, die „Nichtsnutze“, richtet sie den Appell, endlich einzugreifen. Daniel Bechtel, der Fachbereichsleiter Straßenverkehrswesen vom Landratsamt, ist sich sicher, dass die Markierungen, die angedacht sind, einen Effekt zeigen werden. Die neu geteerte Straße ermögliche es, durch Fahrbahnstreifen diese so einzuteilen, dass die Aussicht auf das Dauerparken wegfällt.

„Die Bedingungen sind dann andere“, weiß Bechtel. Der Druck von allen Seiten ist da. Wann denn die Maßnahme, die so viele Treffen und Vor-Ort-Besichtigungen erfordert hat, umgesetzt werde? „Hmm“, sagt der Landratsamtsmann, für die Umsetzung sei das Staatliche Bauamt Traunstein verantwortlich. „Das entzieht sich unserer Kenntnis.“ Trotzdem ist er sich sicher, dass es jetzt ganz schnell gehen werde. Anruf bei Hermann Feil vom Staatlichen Bauamt Traunstein, Bereich Straßenbau. Gerade eben habe es wieder ein Gespräch gegeben, einen Vor-Ort-Termin. „Die Lage ist dringlich“, sagt Feil. In spätestens 14 Tages sei es nun soweit. Dann trägt die Straße frische Markierungen. Keine Chance mehr für Fahrbahnrand-Parker? Man wird sehen. Die Anwohner glauben das erst, wenn der Verkehr wieder fließt.

kp

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