Stolze Rektorin entlässt Abschlussklassen

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Berchtesgaden - Zwei neunte und eine zehnte Klasse mit insgesamt 65 Schülern und Schülerinnen verabschiedete Schulleiterin Annette Ritter an der Mittelschule Berchtesgaden.

Den musikalischen Auftakt bot die Grünstoana Klarinettenmusi. Schulleiterin Annette Ritter freute sich über die zahlreich erschienenen Gäste: "Das zeigt mir, dass wir eine Schulfamilie sind", sagte Ritter. Stolz zeigte sie sich über die erreichten Ergebnisse. Von den 28 Schülern und Schülerinnen, die den mittleren Schulabschluss erreicht haben, haben mehr als die Hälfte die Noten eins und zwei erhalten. 28 verlassen die Schule mit dem mittleren Schulabschluss, 23 erhalten den qualifizierten, 14 den erfolgreichen Hauptschulabschluss.

Drei Sonderpreise der Schulleitung hatte Annette Ritter zu vergeben. Unter anderem für Timo Corallo, „der erst wieder auf den richtigen Weg gebracht werden musste, nachdem er auf Abwege geraten war." Einen zweiten Sonderpreis erhielt Magdalena Ilsanker und Gloria Neukamp, die ihre Schulkarriere auf der Förderschule begann und nun den qualifizierten Hauptschulabschluss erreicht hat.

"Die Leistungen waren zu Beginn schlecht", sagte Rektorin Ritter, "dann zeigte sie soziales Engagement, versuchte später in der Schülermitverwaltung etwas voranzutreiben." Mit Erfolg. Preise für soziales Engagement der Bürgermeister für langjährige ehrenamtliche Schülerlotsen erhielten Stefanie Kurz, Lisa Rasp, Dennis Rother und Lukas Rußegger. Selbstständiges Mitdenken sei zukünftig in besonderem Maße wichtig. Eigenständig aktiv werden, "Euren Eltern mal etwas abnehmen", forderte Ritter.

Das nun folgende Berufsschulleben mitzugestalten, "das wünsche ich mir von Euch", sagte die Rektorin. Jeder Einzelne sei zwar nur ein einzelnes Rädchen, doch dürfe man nicht vergessen, dass man für all das, was man tue, verantwortlich sei.

Verabschiedung der Abschlussklassen

Berchtesgadens 1. Bürgermeister Franz Rasp: "Jeder muss die Möglichkeit haben, sich selbst zu entfalten." Man solle sich zuerst immer an der eigenen Nase packen, nicht immer die Lehrer seien die "Blöden." Das, was man machen wolle, solle man richtig machen. "Seid offen für Neues und habt Zuversicht", sagte Rasp.

Rudi Ringel vom Staatlichen Schulamt Berchtesgadener Land beglückwünschte die Absolventen zu ihrer erbrachten Leistung. Dr. Jürgen Bannasch sprach für die Elternschaft der Abschlussklassen: "Wer meine Leidenschaft zu reden kennt, ahnt, dass meine Schuld gegenüber Schulleiterin Annette Ritter sehr groß sein muss", scherzte der Redner. Peppig und abseits der üblichen Floskeln zeigte er sich auf sehr sympathische Art und Weise als ein Befürworter des Mittelschul-Systems.

"Die letzten fünf Auszubildenden in meiner Praxis gingen allesamt auf diese Schule", wusste der Zahnarzt. "Doof" sei nur, dass immer wieder einige der Auszubildenden schwanger würden. Der Nachschub sei auf diesem Wege allerdings gesichert. Für die Schüler sprach in knappen Worten Schulsprecher Andreas Hinterbrandner: "Dank an alle, es war eine schöne Zeit."

Rüdiger Wienecke vom Elternbeirat der Mittelschule Berchtesgaden blickte zurück auf ein ereignisreiches Jahr, das viele neue Erkenntnisse erbracht habe. Bedauern äußerte er über den Weggang des stellvertretenden Schulleiters Hans Metzenleitner, der viel für die Schule geleistet habe. Eine „perfekte Woche“ sei es immer dann gewesen, wenn die Kinder zusammen mit den Lehrern auf Ausflug waren, so Wienecke.

Feierlich aus dem Schuldienst verabschiedet wurde Ulrike Giesenberg, die über 30 Jahre an der Haupt- und später Mittelschule Berchtesgaden mitgewirkt hatte. Schulleiterin Annette Ritter: „Die Schüler verlieren eine sich immer für ihre Belange einsetzende, engagierte Lehrerin, die Schulfamilie eine konstruktiv-kritische Kollegin und zuletzt ich persönlich eine Beraterin, auf deren Urteil ich in der Vergangenheit immer viel Wert gelegt habe.“

Musikalisch und auch sportlich durch das Programm führten Schuhplatter, Grünstoana Klarinettenmusi sowie die Tanzgruppe der Schule unter Führung von Alexandra Ramming, die eine Choreografie einstudiert hatten, die sie zum Besten gaben. Neben der Ehrung der Besten war es die Zeugnisübergabe, die den Absolventen und Absolventinnen ein dankbares Lächeln ins Gesicht zauberte. Jeder Einzelne bekam die Bestätigung, den Abschluss geschafft zu haben. Im Anschluss warteten auf die Anwesenden im Schulhof Speis und Trank.

kp

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