Quo vadis Jugendarbeit?

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"Das wäre eine Möglichkeit", zeigt Franz Rasp der Jugend AG den Schlachthof.

Berchtesgaden - Ergebnisoffen sollte er sein, der erste Tagesordnungspunkt des Berchtesgadener Gemeinderates am Montagabend. Thema: offene Jugendarbeit.

"Wo wollen wir hin?" Diese Frage stand spürbar im Sitzungssaal des Berchtesgadener Rathauses. Die Meinungen gingen auseinander. Die einen wollen zuerst ein Konzept, dann über die Räumlichkeiten und die Finanzen sprechen. Die anderen "wollen den Jugendlichen nichts versprechen, was man nicht halten kann". In einem waren sich aber alle einig: "Wir müssen jetzt was tun!"

Mit der Jugend AG zeigen Berchtesgadener Jugendliche bereits, dass sie bereit sind, sich zu engagieren, was für ihre Gemeinde zu tun. Doch dafür wollen sie auch einen Treffpunkt, der von ihnen gestaltet wird, ihr 'Zuhause' ist.

Dieses Gebäude steht leer, gehört der Gemeinde und könnte ein neuer Jugendtreff werden.

Eine Möglichkeit wäre ein Gebäude am Schlachthof, das leersteht. "Mir fehlt der Glaube, dass da unten was leistbares machbar ist", trat aber Gemeinderat Josef Wenig von der Parteilosen Gruppe auf die Bremse."Es ist klar, dass wir die Räume so nicht hernehmen können", bestätigte auch Bürgermeister Franz Rasp. "Eine Erhebung, was alles gemacht werden müsste, ist aber ein gewaltiger Aufwand." Die anderen Alternativen wären die Bandproberäume im Tiefgeschoss des alten Gymnasiums oder die bestehenden Räumlichkeiten im ehemaligen Jugendheim, das kürzlich zum Haus der Vereine umgewidmet worden ist. "Die Vereine brauchen hauptsächlich den Saal", erklärte Rasp.

Jugendreferentin Sabine Wimmer hat sich die Arbeit gemacht, einmal ein Konzept zu erstellen, wie offene Jugendarbeit in Berchtesgaden künftig aussehen könnte. Sie würde sie auf drei Säulen stellen: Jugendliche erbringen Eigenleistung, Erwachsene stehen ihnen freiwillig zur Seite und sie werden professionell unterstützt.

Sabine Wimmer ist von dem Objekt am Schlachthof begeistert.

Eine Idee, die alle Gemeinderäte mittragen könnten. Allerdings gibt es unterschiedliche Ansätze. "Das Konzept sollte von Anfang an vom künftigen Betreiber mitgeplant werden", sieht es Michael Koller von der Parteilosen Gruppe. "Ob wir jemand einstellen oder das eine Einrichtung wie Jonathan ist." Natürlich sollen auch die Jugendlichen von Anfang an miteinbezogen werden. Doch auch die Finanzen müssen geklärt sein.

Was also zuerst? Das Konzept mit allen Möglichkeiten oder die Finanzen abstecken und dann entscheiden was umsetzbar ist? Alles auf einmal - so die Entscheidung. Der Gemeinderat beauftragte nach einstündiger Diskussion die Verwaltung, das Konzept von Minimum bis Maximum auszuarbeiten, durchzurechnen, ob eine eigene Kraft oder eine Organisation für die professionelle Betreuung der Jugendlichen sinnvoll wäre und wie es um die Räumlichkeiten an den drei möglichen Standorten bestellt ist. Spätestens nach der Sommerpause will das Gremium dann erste konkrete Entscheidungen treffen.

Christine Zigon

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