Untersbergbahn räumt Fehler ein

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Die jungen Studenten beim Gespräch mit dem Betriebsleiter der Untersbergbahn, Hans-Jörg Kammerlander (Rechts).
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Marktschellenberg - Nachdem die Untersbergbahn eine Gruppe junger Wanderer am Pfingstsamstag im Stich gelassen hatte, meldete sich jetzt der Betriebsleiter zu Wort.

Der Fall sorgte in der vergangenen Woche für viel Wirbel: Weil die Untersbergbahn mit der letzten Talfahrt nicht warten wollte, musste eine Gruppe von jungen Studenten - zusammen mit einem völlig erschöpften Mann - zu Fuß ins Tal absteigen. Und das, nachdem sie vorher einem 62-jährigen Touristen, der auf dem Weg von der Toni-Lenz-Hütte zum Schellenberger Sattel ausgerutscht und über 20 Meter abgestürzt war, geholfen hatten. 

Einer der jungen Wanderer, der 24-jährige Österreicher Matthias Ranegger, berichtete uns damals von dem "ziemlich heftigen Abstieg ins Tal". Der Kollege des Verletzten 62-Jährigen sei so erschöpft gewesen, dass er zu den jungen Leuten gemeint habe, er bleibe jetzt im Wald liegen. Das Internetportal Aktivnews hatte damals den Fall publik gemacht und war jetzt bei der Aussprache der Wanderer mit dem Betriebsleiter der Untersbergbahn, Hans-Jörg Kammerlander, vor Ort.

Kammerlander meinte bei dem Gespräch, es täte ihm schrecklich leid, dass es zu dem Vorfall gekommen sei und dass man sich so missverstanden habe. "Wir warten fünf bis zehn Mal pro Jahr mit der letzten Talfahrt auf erschöpfte Wanderer. Wir wollen nicht, dass einem unserer Gäste - und wir sehen alle Wanderer auf dem Untersberg als unsere Gäste an - etwas zustößt." Man habe daher auch an dem Pfingstsamstag, an dem sich der Vorfall ereignet hatte, die Gondel ganze 17 Minuten warten lassen. "Doch leider ist diese Information wegen der fehlerhaften Kommunikation nicht bei Gruppe angekommen. Daher haben wir dann doch die Talfahrt durchgeführt", so der Betriebsleiter.

Er sehe den Vorfall jetzt als eine Chance und nicht als einen Makel. Kammerlander: "Wir haben einen Fehler gemacht und entschuldigen uns bei den Betroffenen und vor allem bei dem Begleiter des Verletzten. So etwas wollten wir natürlich nie." Auch sei es eine Gelegenheit, sich zu verbessern und eine gewisse Betriebsblindheit, die sich beim jahrelangen zuverlässigen Betrieb einschleiche, abzustreifen.

Auch die jungen Studenten waren positiv überrascht von der Reaktion der Untersbergbahn: "Wir wollten einfach erreichen, dass ein solches Ereignis nicht wieder passiert", erklärte Matthias Ranegger nach dem Gespräch.

Bilder der Rettungsaktion

Bilder der Rettungsaktion

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