Muss die Tourist-Info jetzt umziehen?

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Hat die Kurdirektion ihre Zukunft im Markt Berchtesgaden? Fragen, die bislang noch nicht geklärt werden konnten.

Berchtesgaden - Der Markt Berchtesgaden hatte eine Auflösung der Tourist-Info und eine Verlagerung der Verwaltung in das Kongresshaus Berchtesgaden gefordert. Der Vorschlag stieß allerdings auf wenig Gegenliebe:

Während der öffentlichen Ausschusssitzung des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee am vergangenen Donnerstag stand Berchtesgaden sprichwörtlich alleine da. Es wurde der Antrag des Marktes Berchtesgaden behandelt, die an zentral gelegener Stelle befindliche Tourist-Info des Zweckverbandes in der Königsseer Straße aufzulösen. Der Antrag sah auch eine Verlagerung der Verwaltung des Zweckverbandes in das Kongresshaus Berchtesgaden vor. Eine endgültige Entscheidung konnte nicht getroffen werden, die Anträge wurden zunächst zur weiteren Erörterung zurückgestellt, eine Prüfung der Grundlagen anberaumt.

Verbandsvorsitzender Stefan Kurz sagte, dass innerhalb eines geplanten Organisationsgutachtens die Verwaltung und der Gästeservice überprüft und bewertet würden. Bis in den Oktober hinein werde sich diese Maßnahme erstrecken. "Die Frage bleibt: Wollen wir überhaupt eine Verlagerung von Verwaltung und Tourist-Info", so der Verbandsvorsitzende. Hinsichtlich der Verwaltung habe Kurz keine Bedenken, "solange keine großen Kosten auf uns zukommen werden." Zweifel äußerte er aber angesichts einer Verlegung der Touristeninformation in der Königsseerstraße in Richtung Markt Berchtesgaden. Weil der bisherige Standort ein sehr zentraler sei und von den Kunden gut frequentiert würde, zweifle er daran, ob es Sinn ergebe, Bewährtes einer Veränderung zu unterziehen. Kurz zeigte sich skeptisch, die Verwaltung in den Marktbereich zu verlagern und somit vom Gästeservice zu trennen. Ähnliche Zweifel äußerte Thomas Ilsanker, Verwaltungsangestellter, der eine "mit zusätzlichen Kosten verbundene Zusammenarbeit" prognostiziert. "Verwaltung und Tourist-Info sind in unserem Fall schwer trennbar", so Ilsanker. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp sagte, dass die Tourist-Info nicht generell von dort verschwinden solle.

Tagten über die Zukunft bei der Ausschusssitzung des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (v. l.): Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, Tourismusdirektor Michael Grießer und Schönau am Königssees Bürgermeister Stefan Kurz.

Ein Gästeinformationspunkt gehöre in jedem Fall zusätzlich in den Bereich des Bahnhofes. Rasp wollte wissen, welche Arbeiten aktuell und in den nächsten zehn Jahren am Gebäude anstünden. Angesichts der Neukonzeptionierung des Kongresshauses Berchtesgaden habe man nun aber "die einmalige Chance, das Gebäude im Markt umzubauen und dort alles zu integrieren." Auch Ausschussmitglied Richard Lenz erkennt im bisherigen Standort in der Königsseer Straße die seiner Ansicht nach beste Lösung. "In 20 Jahren wird man uns vorwerfen, wir hätten vorausschauender handeln sollen." Schnellschüsse seien nicht erwünscht. Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschossmann sagte, eine „Servicestelle an einem Knotenpunkt wie diesem ist zwingend erforderlich.“ Eine Trennung von Verwaltung und Tourist-Info schließt Gschossmann indes aber nicht aus. So erachtet er es auch nicht für notwendig, den Gästeservice in der momentanen Liegenschaft zu halten. "Diese könnte unter Umständen veräußert werden." Die Verwaltung könnte seines Erachtens rauf in das Kongresshaus verlegt werden. Verbandsrat Norbert Eder erkundigte sich während der Ausschusssitzung nach der Gästefrequentierung der Kurdirektion. "Über 60000 Kunden können wir dort jedes Jahr begrüßen", sagte Verbandsvorsitzender Stefan Kurz nach Absprache mit Tourismusdirektor Michael Grießer.

Dinge zu überstürzen, sei nicht notwendig, so Kurz, die Verwaltung könne ohne weiteres auch zu einem späteren Zeitpunkt im Kongresshaus untergebracht werden. Hans-Jürgen Kortenacker machte eine "historische Chance aus, die sich im Kongresshaus bietet." Tourismusdirektor Grießer informierte den Ausschuss über eventuelle Sanierungsmaßnahmen in der Kurdirektion. Es sei zwar in der Vergangenheit schon einiges geschehen, allerdings müsse zunächst geprüft werden, in welcher Höhe Investitionskosten zu erwarten seien. Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich sagte, die Tourist-Information solle dort bleiben, wo sie sich befinde. "Ob sie sich überhaupt in dieser Qualität am Bahnhof integrieren lässt, ist fraglich." Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit, hält die Antragsformulierung des Marktes Berchtesgaden zur konkreten "Auflösung der Tourist-Info" aber für nicht gelungen.

Wenn solche Planungen schon anstehen, "erwarte ich mir im Vorfeld gemeinsam darüber zu diskutieren", um in Zusammenarbeit eine Entscheidungsgrundlage zu treffen. Dies sei in diesem Fall nicht geschehen. Einstimmig wurden die Tagesordnungspunkte zur weiteren Prüfung zurückgestellt.

kp

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