Jagd auf den Borkenkäfer beginnt

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Nationalpark-Mitarbeiter Gottfried Moderegger hat im Bereich der Eckau-Alm eine vom Borkenkäfer befallene Fichte entdeckt und diese markiert.

Berchtesgaden - Die Käfersaison hat begonnen. Seit Anfang Mai suchen sieben Mitarbeiter des Nationalparks Berchtesgaden nach Fichten, die frisch vom Borkenkäfer befallen wurden.

Mit Ferngläsern, GPS-Geräten und Luftbildern sind die Suchtrupps täglich unterwegs, um eine massenhafte Vermehrung des schwarzbraunen Käfers in der Borkenkäfer-Bekämpfungszone zu verhindern. Ziel der Maßnahmen ist die Verhinderung des Befalls benachbarter Wirtschaftswälder. Der Suchtrupp ermittelt die Standorte befallener Fichten und erhebt die Anzahl der Bäume sowie das Entwicklungsstadium der Käfer. Die Daten werden an den Revierleiter weitergegeben, der die sofortige Aufarbeitung veranlasst.

Die trockene und warme Witterung im April hat den Käfer begünstigt, die Borkenkäferfallen sind deutlich voller als in den Jahren zuvor. „Wir rechnen wie schon im letzten Jahr auch heuer mit einem großen finanziellen und personellen Aufwand für die Bekämpfung“, prognostiziert Dr. Roland Baier, stellvertretender Leiter des Nationalparks. Trotz der angespannten Haushaltslage stehen ausreichende finanzielle Mittel für die Borkenkäferbekämpfung bereit. „Um den möglichen Mehraufwand gegenüber 2010 zu bewältigen, sind die erforderlichen Unternehmerkapazitäten bereits gesichert“, so Dr. Baier.

Wie schon im vergangenen Jahr werden wieder Hubschrauber zum Einsatz kommen müssen, mit Beeinträchtigungen durch Fluglärm und zweitweise gesperrten Wanderwegen ist zu rechnen. Der Nationalpark informiert auf seiner Webseite sowie über die Tourist-Informationen der Gemeinden rechtzeitig über geplante Maßnahmen.

Um Kosten zu sparen, werden die Einätze der Hubschrauber mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) und den Bayerischen Staatsforsten abgestimmt. Der Alpenverein wird beim Bau des Blaueis-Kanals sowie beim Umbau der Blaueishütte ebenfalls Helikopter zum Materialtransport einsetzen. Bei der Aufarbeitung des Käferholzes setzt Dr. Roland Baier weiterhin Unternehmer aus der Region ein. „Die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Umkreis hat sich in den letzten Jahren sehr bewährt und wird auch 2011 fortgesetzt“.

Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

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