Strafe hinfällig - Nachschulung für Polizei

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Maxs gebrochener Oberarm hat seiner Mama eine 200 Euro Strafe eingebracht.

Berchtesgaden/Salzburg - Der Fall 'Andrea Wächter' hat für landesweites Medieninteresse in Österreich gesorgt. Ihr Sohn saß bei einer Polizeikontrolle nicht im Kindersitz, weil er einen gebrochenen Arm hatte.

Es war am 7. Juli 2010 als Andrea Wächter mit ihrem damals achtjährigen Sohn Max auf dem Weg nach Salzburg war. Max hatte sich Tage zuvor einen komplizierten Oberarmbruch zugezogen und saß deshalb ohne Kindersitz auf der Rückbank. "Der Gurt hätte ihm bei erhöhter Position auf die Verletzung gedrückt", erklärte die Mutter.

Bei einer Polizeikontrolle in Grödig half das alles nichts, die Beamtin brummte ihr eine Geldstrafe von 200 Euro auf. Die von Wächter eingelegte Berufung erhöhte das Bußgeld auf 220 Euro. Jetzt hat die Berchtesgadenerin nach weiterer zweimaliger Berufung vor dem Unabhängigen Verwaltungssenat in Salzburg Recht bekommen.

"Das Verfahren wurde gestern eingestellt", teilte sie BGLand24 mit. "Ich brauche die Strafe von 220 € nicht bezahlen", freut sie sich.

Nach dreimaliger Berufung bekam Andrea Wächter Recht, sie muss in Salzburg keine 200 Euro Strafe zahlen.

Juristin Astrid Hutter entschied laut ORF Salzburg, dass es bei einer Körpergröße von 135 Zentimeter ausreichend sei, wenn das Kind mit einem höhenverstellbarer Dreipunktgurt gesichert sei. Eine Bestimmung, die - laut ORF - weder der Polizistin noch der Bezirkshauptmannschaft bekannt gewesen sein düfte. "Frau Wächter hat sich Gedanken gemacht, wie sie ihren Sohn Max sichert. Sie hat einen Dreipunktgurt verwendet. Der Gurt ist ordnungsgemäß über den Körper des Kindes verlaufen", so Hutter.

Deshalb hat die Juristin beschlossen, dass die Berchtesgadenerin keine Strafe zahlen muss und auch keine Punkte in Österreich bekommt. Der Polizei droht allerdings ein Nachspiel. Sie muss nachschulen.

Christine Zigon

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