Steinschlag mit Folgen

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Schönau - Eine einheimische Bergsteigerin ist am Samstagvormittag am Kahlersberg-Westgrat rund 150 Meter unterhalb des Gipfels von einem Stein am Kopf getroffen worden. Im Anschluss stürzte sie sieben Meter tief über scharfkantiges Gestein ab.

Die Bergsteigerin stieg am Sonntagvormittag mit ihrem Mann über den Westgrat zum Kahlersberg auf. Rund 150 Meter unterhalb des Gipfels löste sich ein Stein und traf die Frau am Kopf. Durch den Schlag stürzte sie rund sieben Meter tief über scharfkantiges Gestein ab und blieb unmittelbar vor einem rund 200 Meter tiefen Abgrund liegen. Da das Ehepaar kein Handy dabei hatte, machte der Mann mit Hilferufen auf sich aufmerksam. Ein weiterer Bergsteiger wurde aufmerksam und setzte daraufhin gegen 10.30 Uhr bei der Rettungsleitstelle Traunstein einen Notruf ab. Der Disponent alarmierte sofort den Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden, der neben seiner Mannschaft auch den Rettungshubschrauber „Christoph 14“ aus Traunstein anforderte.

Der Pilot landete in Schönau an der Schneewinkelschule, nahm einen Bergwacht-Luftretter auf und flog direkt zum Kahlersberg. Die durch ein heranziehendes Gewitter verursachten Windböen machten den Anflug zur Unfallstelle in rund 2.200 Metern Höhe schwierig und sehr unruhig. Trotz der Turbulenzen konnte der erfahrene Luftretter im Schwebeflug am Grat über die Kufe aussteigen, wobei er rund 50 Meter zur Patientin hinabklettern musste. Er übernahm die komplette medizinische Erstversorgung und sicherte die Verletzte in einem Bergrettungssack.

Durch den Absturz über das scharfkantige Gestein hatte sich die Frau zum Teil tiefe Schürf- und Risswunden am ganzen Körper sowie mehrere Platzwunden - vor allem am Kopf - zugezogen. Auch Verletzungen der Wirbelsäule konnten ohne weitere Untersuchungsmöglichkeiten nicht ausgeschlossen werden, weshalb die Verletzte in einem Vakuumbett gelagert wurde.

Retter und Patientin konnten im Anschluss am 25 Meter langen Rettungstau zum Zwischenlandeplatz am Laafeld (Hagengebirge) geflogen werden. Nach notärztlicher Untersuchung wurde die Frau in den Hubschrauber umgelagert und zum Klinikum Traunstein geflogen. Ihr Begleiter konnte mit einem anderen Bergsteiger wieder absteigen. Fünf Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden waren rund zweieinhalb Stunden lang gefordert.

fb/ml/BRK-BGL

Rubriklistenbild: © pa

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