Spendenklettern war ein voller Erfolg

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Christian Schlesener vom Siegerteam „Wuidbichl“ im Überhang.

Berchtesgaden - Das Spendenklettern des Deutschen Alpenvereins und der Gebirgsjägerbrigade war eine gelungene Veranstaltung zugunsten wohltätiger Organisationen.

Die Gebirgsjägerbrigade 23 stellte zusammen mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) Sektion Berchtesgaden beim Spendenklettern am Freitag, 2. und Samstag, 3. Dezember, den Rahmen für mehr als 300 begeisterte Kletterer.

Am Freitagvormittag begrüßte der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Johann Langenegger im Bergsteigerhaus Ganz in Berchtesgaden die Soldaten, die sich zu den Einzel- und Mannschaftswettbewerben angemeldet hatten. Im Starterfeld waren es nicht nur die Heeresbergführer, sondern auch viele junge ambitionierte Kletterer der Gebirgsjägerbrigade 23, die an diesem Tag auf sich aufmerksam machten.

Gleich zu Beginn des Einzelwettkampfes, bei dem drei Routen sturzfrei geklettert werden mussten, trat der vermeintliche Favorit vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald, Fahnenjunker Ludwig Deinhardt an. Die anwesenden Zuschauer staunten über seine Leistung in der ersten Kletterroute, als er die überhängende Passage im neunten Schwierigkeitsgrad meisterte und spendeten lauten Beifall. Auch die zweite - unwesentlich leichtere Kletterroute – absolvierte er ohne Probleme. Siegesgewiss startete er wenige Minuten später unter Beobachtung der gesamten Halle in seine letzte Kletterroute des Einzelwettkampfes, die mit dem achten Schwierigkeitsgrad bewertet wurde. Dort stieg er fast bis zum Schluss fehlerfrei, rutschte dann aber zum Entsetzen der Zuschauer kurz vor dem Erreichen des Zieles ab. Somit fiel er in der Gesamtwertung leider auf den 13. Platz zurück.

Den Gesamtsieg im Einzelwettbewerb schaffte Oberfeldwebel Alexander Blaschek vom Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen, der in seinen drei Kletterrouten fehlerfrei blieb.

Im Anschluss an den Einzelwettbewerb folgte das Mannschaftsklettern. Dabei mussten zwei Kontrahenten nebeneinander an zwei identischen Kletterrouten schnellstmöglich nach oben klettern. Der Geräuschpegel in der Kletterhalle wurde von Minute zu Minute lauter. Nicht nur die eigene Mannschaft feuerte ihre Kletterer mit lauten Zurufen an, sondern auch die mittlerweile zahlreich anwesenden Zuschauer auf der Empore unterstützten kräftig.

Am Ende setzte sich die Mannschaft vom Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall durch.

Nach einer nur kurzen Verschnaufpause für die Athleten stand die nächste Herausforderung an. Neben sechs Bundeswehrteams, bereiteten sich neun weitere Teams aus der Region auf das bevorstehende Spendenklettern vor.

Die Mannschaften setzten sich aus Jugendlichen und Erwachsenen, Frauen und Männern sowie Amateuren und Semiprofis zusammen.

Bundeswehrmannschaften bei der Übergabe der Spendenschecks.

Sowohl an den Wänden der Kletterhalle, als auch im Eingangsbereich der Halle herrschte großes Gedränge, als der 1. Vorsitzende der DAV Sektion Berchtesgaden, Josef Maltan zusammen mit dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Johann Langenegger das Spendenklettern um 16.00 Uhr eröffnete. Die beiden Redner bedankten sich bei allen Teilnehmern für ihr sportliches Engagement und die Unterstützung von wohltätigen Zwecken. Mit dem Wunsch nach einem verletzungsfreien Verlauf des Wettkampfes eröffnete Brigadegeneral Johann Langenegger um 16.00 Uhr den Wettkampf. Der Ehrgeiz und die Vorfreude auf das Spendenklettern wurden für alle Anwesenden unmittelbar nach dem Startschuss augenscheinlich. In den einzelnen Klettersektoren fingen die Mannschaften an, schnellstmöglich die Wände hinaufzuklettern. Bei manchen Kletterern wirkte es so, als liefen Sie die Wand hinauf. Im Hintergrund sorgten zwei Discjockeys für die musikalische Unterhaltung, die mit Ihren Liedern die Sportler zu Höchstleistungen animierten. Nach jeweils 25 Minuten wurden die Klettersektoren gewechselt, so dass sich jede Mannschaft den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden der Halle stellen musste. Bei einem Blick in die Gesichter der anwesenden Zuschauer stellten sich viele die Frage, ob dieses Tempo durchzuhalten sei. Unter den Teilnehmern befand sich neben sechs Bundeswehr-Mannschaften auch eine komplett mit Damen besetzte Mannschaft, die ebenso wie die Herren selbst schwierigste Kletterrouten in den jeweiligen Sektoren meisterten. Die jüngste Mannschaft stellte das Gymnasium Berchtesgaden. Unter der Leitung von Theresa Jindra kletterten die Jugendlichen insgesamt 608 Routen während der 24 Stunden.

Weder in den späten Abendstunden noch am frühen Morgen ließ die Begeisterung der Athleten nach. Im Laufe des Vormittags füllten sich die Zuschauerränge wieder und das Interesse an der Veranstaltung schien über Nacht zugenommen zu haben.

Es kristallisierte sich heraus, dass die Mannschaften „Bergwacht Berchtesgaden“, „DAV Sektion Berchtesgaden“ und „Wuidbichl“ um die Podiumsplätze kämpfen werden. Durch die herausragenden Leistungen der Kletterer von „Wuidbichl“ schaffte es die Mannschaft am Ende der 24 Stunden auf insgesamt 1054 gekletterte Routen. Alles überragend war dabei Christian Schlesener, der alleine 176 Routen dazu beitrug und am Ende des Wettkampfes noch im überhängenden Sektor der Kletterhalle sein Können zum Besten gab.

„Das Spendenklettern ist eine tolle Veranstaltung, die ohne die Bundeswehr nicht möglich wäre“, fasste der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer in einer der für Ihn wenigen Pausen zusammen. Zum Ende des Wettkampfes ließ es sich der Berchtesgadener Altmeister Heinz Zembsch, der mehr als 300-mal die Watzmann Ostwand bezwungen hat, nicht nehmen und griff in das Wettkampfgeschehen ein. Unter großem Beifall schlüpfte er in den Klettergurt und trug durch die ein oder andere erfolgreich gekletterte Route zum Gesamterfolg der Veranstaltung bei.

Auf dem zweiten Platz folgte mit 932 gekletterten Routen die Mannschaft „DAV Sektion Berchtesgaden“ und den dritten Platz sicherte sich die „Bergwacht Berchtesgaden“ mit 823 Routen.

Die Abschlussveranstaltung des Spendenkletterns fand in der Sporthalle des Gebirgsjägerbataillons 232 in Bischofswiesen statt. Der Hauptorganisator und Initiator der Veranstaltung, Oberstleutnant Thomas Vogt, bedankte sich zunächst bei den zahlreichen Helfern. „Ohne Eure Unterstützung wäre dieser tolle Wettkampf gar nicht möglich gewesen.“ Die ungefähr 400 Anwesenden spendeten den Organisatoren im Anschluss Ihren Applaus.

Brigadegeneral Langenegger überreichte im Anschluss zusammen mit österreichischen Soldaten vom Militärkommando Salzburg die Pokale an die Sieger der Einzelwettkämpfe und der bundeswehrinternen Mannschaftswertung.

Den Höhepunkt stellte die Auszeichnung der teilnehmenden Mannschaften dar, die alle für einen guten Zweck geklettert waren.

Die Verantwortlichen der Mannschaften wurden zusammen mit Ihrem Sponsor nach vorne auf die Bühne gebeten und übergaben dabei die Spendenschecks.

Jedes Team konnte sich den Spendenzweck selbst aussuchen. Die Mannschaften gaben als Spendenzweck „Eine-Welt-Kreis-Berchtesgaden“, „Berchtesgaden hilft e.V.“, „Salzburger Frühgeburtenstation“, „Bergkinderdorf Mensch und Tier“, „Bergwacht Berchtesgaden“, „Behindertenwerkstätte Oberteisendorf“ und „ARGE Maximiliansstraße“ an.

Der von den Soldaten erkletterte Erlös wurde von Riap Sport, Rhein Metall, Autohaus Bachfrieder, Autohaus Färber, Offiziercasino Ingolstadt und der Sparkasse Berchtesgadener Land gespendet. Die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 lassen die Spende dem Soldatenhilfswerk der Bundeswehr und dem Bundeswehr Sozialwerk zukommen.

Die DAV Sektion Berchtesgaden zeichnete nach der Übergabe der Spendenschecks Christian Schlesener mit einem Sonderpreis für die beste Einzelleistung aus. Das überdimensionale Weißbierglas ließ sich der Sieger sogleich befüllen und feierte zusammen mit seiner Mannschaft „Wuidbichl“ den Erfolg.

Insgesamt verliefen die beiden Klettertage unfallfrei und sorgten bei den Teilnehmern für gute Laune. Die Stimmen vieler Teilnehmer wurden zum Ende des Wettkampfes lauter, dass Sie gerne auch nächstes Jahr wieder dabei wären, wenn die Veranstaltung stattfindet.

Pressemitteilung der Gebirgsjägerbrigade 23

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