Spendenaktion auf dem Schlossplatz

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Berchtesgaden - Schüler sammeln für die dritte Welt. Auf dem Schlossplatz in Berchtesgaden errichten sie dafür am Sonntag eine Slumhütte.

"Die Idee entstand im Religionsunterricht", erzählt Eberhard Daum von der CJD Christophorusschule Berchtesgaden: „In der Fastenzeit wollen wir auf Dinge verzichten“, so der Grundgedanke. Aus diesem Grund dachten sich einige Schüler der Christophorusschule und des CJD Asthmazentrums, diesen Verzicht an jene weitergeben zu wollen, die in Not sind und Hilfe auch tatsächlich brauchen.

Deshalb werden die Schüler am kommenden Sonntag, 25. März, von 8.30 bis 12.30 Uhr auf dem Schlossplatz in Berchtesgaden auf das Schicksal von Kindern aus der Dritten Welt aufmerksam machen. Wie? Mit einer selbstgebauten Slumhütte und Informationstafeln.

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An Menschen zu denken, die nicht viel haben, sei heutzutage besonders wichtig, ist sich Daum sicher. Und weil auch Berchtesgadens Pfarrer Peter Demmelmair Interesse zeigte und die Aktion unterstützen wollte, wird diese nun vor und nach dem Sonntagsgottesdienst am kommenden Wochenende am Schlossplatz umgesetzt.

„Wir haben Informationstafeln vorbereitet“, sagt Daum. Damit soll das Leben von Slum-Kindern greifbarer werden. Jeder sechste Mensch lebt laut Misereor in einem Slum.

„Wir, in Deutschland, leben wunderbar“, sagt Eduard Goßner, bei der CJD Christophorusschule für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Und weil man hier so gut lebe, sei es doch naheliegend, diesen „Wahnsinn“, der in der sogenannten Dritten Welt passiert, sich vor Augen zu führen.

Einem Großteil der Weltbevölkerung gehe es viel schlechter als den Bewohnern hierzulande. „Wir sind schon total abgestumpft“, meint Goßner und lobt die Initiative, die die CJD-Schüler an den Tag legen. Daher soll eine Slumhütte nachgebaut werden. Ein Bausatz, der realitätsgetreu widerspiegelt, wie verarmte Menschen fernab eines Alltags hausen.

Leere Konserven und Müll, der um den Slum-Aufbau verteilt wird, soll zeigen, wie es in den Ländern der Dritten Welt zugeht. „Oft leben die Kinder davon, Müll zu sammeln“, betont Daum. Ein Umstand, der traurig stimmt.

Er erhofft sich, dass der Zuspruch der Bevölkerung groß ist, an der ungewöhnlichen Aktion mitzuwirken, vielleicht auch den einen oder anderen Euro zu spenden. Nicht das ganze Geld soll an Misereor gehen und damit in die Dritte Welt – „die Hälfte der eingenommenen Spenden wird im Ort bleiben“, sagt er. Der Empfänger: die Berchtesgadener Tafel.

Beginn am Schlossplatz ist um 8.30 Uhr. Vier Stunden lang werden die Besucher am Sonntag die Slumhütte samt Informationstafeln aufsuchen können.

Kilian Pfeiffer

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