Schwester Lambertis: jetzt spricht der Bürgermeister

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Viele Berchtesgadener haben sich am Montag von Schwester Lambertis verabschiedet.

Berchtesgaden - Seit Beginn der Woche geistern durch Berchtesgaden Gerüchte um den schnellen Abschied von Schwester Lambertis aus dem Bürgerheim Berchtesgaden. Jetzt nimmt Bürgermeister Franz Rasp Stellung:

Das Bürgerheim Berchtesgaden wird durch die Bruderhausstiftung Berchtesgaden betrieben. Diese Stiftung wird durch die Marktgemeinde Berchtesgaden verwaltet. Nach ihrem Ausscheiden aus der Heimleitung im Jahre 2009 war Schwester Lambertis freiwillig und ehrenamtlich weiter unterstützend im Bürgerheim Berchtesgaden tätig.

Vorab möchte ich als Bürgermeister Berchtesgadens sagen, dass sich Schwester Lambertis über Jahrzehnte hinweg mit höchstem persönlichen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger Berchtesgadens eingesetzt hat. Zunächst war sie im Kreiskrankenhaus Berchtesgaden tätig und später als Leiterin des Bürgerheimes Berchtesgaden. Für ihr Lebenswerk gebührt ihr unser aller Dank und größter Respekt. Ebenso sind wir allen Mallersdorfer Schwestern für ihre unermüdliche Hilfe zu Dank verpflichtet. Die Marktgemeinde Berchtesgaden hätte diesen Dank auch gerne in einer würdigen öffentlichen Verabschiedung zum Ausdruck gebracht. Als möglicher Termin für eine große Verabschiedung, bei der nicht nur ein kleiner Teil der Berchtesgadener teilnehmen hätte können, war zunächst Maria Himmelfahrt am 15. August vorgesehen.

Über die vorzeitige Abreise von Schwester Lambertis bereits am 2. August wurde die Marktgemeinde nicht informiert. Die Verabschiedung von Schwester Lambertis im Pfarrhaus St. Andreas war eine interne Veranstaltung der Pfarrei, zu der die Marktgemeinde Berchtesgaden nicht eingeladen war; 3. Bürgermeister Bartl Mittner war als jahrelanger Wegbegleiter anwesend.

Wie uns jetzt bekannt ist, wurde Schwester Lambertis umgehend und vorzeitig durch das Mutterhaus Mallersdorf aus Berchtesgaden abgezogen. Es gab zu keiner Zeit ein Hausverbot für Schwester Lambertis. Ebenso wurde Schwester Lambertis von Seiten des Trägers die Wohnmöglichkeit im Bürgerheim nicht genommen. Sie hätte selbstverständlich gerne noch weiter bei uns wohnen können.

Tränenreicher Abschied von Schwester Lambertis

Der Abschied wurde nicht durch die Marktgemeinde oder die Bruderhausstiftung „erzwungen“.

Durch die Heimaufsicht des Landratsamtes Berchtesgaden erging am 29. Juli 2010 ein Bescheid an die Bruderhausstiftung Berchtesgaden mit dem Inhalt, dass Schwester Lambertis ein Beschäftigungsverbot für das Bürgerheim erteilt wurde. Gegen diesen Bescheid wurde umgehend Widerspruch eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt war Schwester Lambertis auf planmäßigen Exerzitien in Eisenärzt und wurde von uns telefonisch informiert.

Aufgrund der im Bescheid erhobenen Vorwürfe wurde ebenso die Staatsanwaltschaft Traunstein in Kenntnis gesetzt. Es wurde von uns kein Strafantrag gestellt.

Unabhängig von den erhobenen Vorwürfen bin ich persönlich davon überzeugt, dass Schwester Lambertis stets nach ihrem besten Wissen und ihrer tiefen Sorge um das Wohl der Bewohner des Bürgerheimes gehandelt hat.

Wir sind ebenso schockiert über die Art und Weise, wie das über Jahrzehnte dauernde Wirken der Schwester Lambertis in Berchtesgaden zu Ende ging; dennoch bitten wir, die nun anstehenden Untersuchungen durch unabhängige Dritte abzuwarten und nicht einzelne Personen vorzuverurteilen. Im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner des Bürgerheimes Berchtesgaden müssen wir auf eine transparente und lückenlose Aufklärung der erhobenen Vorwürfe drängen.

Die Vorwürfe durch die Heimaufsicht gegen Schwester Lambertis wurden erst nach der Marktgemeinderatssitzung am 26.7.2010 bekannt, weshalb sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in dieser Sitzung mit diesem Thema nicht befassen konnten.

Presseerklärung Franz Rasp, Bürgermeister Berchtesgaden

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