Schwere Geschütze gegen kleine Käfer

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Mit Unterstützung eines Lastenhubschraubers werden in der kommenden Woche vom Borkenkäfer befallene Bäume aus der Pflegezone des Nationalparks Berchtesgaden entfernt.

Berchtesgaden - Die anhaltend feuchte und kühle Witterung der vergangenen Wochen hat den Revierleitern und Waldarbeitern im Nationalpark Berchtesgaden eine kleine Atempause im Kampf gegen den Borkenkäfer verschafft.

Die ungünstigen Witterungsbedingungen haben die Entwicklung der Larven verzögert, mit steigenden Temperaturen wird der kleine, dunkelbraune Käfer jedoch wieder aktiv. In der Pflegezone des Nationalparks Berchtesgaden sind täglich Suchtrupps unterwegs, die die Entwicklung des Borkenkäfers beobachten. Befallene Fichten werden gekennzeichnet und umgehend aufgearbeitet.

Beim Kampf gegen eine Massenvermehrung in der Borkenkäfer-Bekämpfungszone des Nationalpark kommt Unterstützung aus der Luft: In den Forstrevieren Hintersee, Au-Schapbach und Königssee werden befallene Fichten mit einem Lastenhubschrauber aus den Beständen entfernt und aufgearbeitet. Durch diese dringend erforderlichen Arbeiten kann es in allen Revieren vom 28. Juni bis 1. Juli vorübergehend zu Beeinträchtigungen durch Fluggeräusche kommen. Aus Sicherheitsgründen müssen Wanderwege kurzfristig vorübergehend gesperrt werden. Informationen über mögliche Sperrungen gibt es auf der Webseite des Nationalparks unter www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de.

„In den schwer zugänglichen Steillagen des Nationalparks kann ein hoher Borkenkäferbefall nur mit dem Hubschrauber effektiv bekämpft werden“, erläutert Dr. Roland Baier, Leiter des Sachgebiets Parkmanagement der Nationalparkverwaltung. Im vergangenen Jahr hat das Team von Dr. Baier in der Borkenkäfer-Bekämpfungszone des Schutzgebiets insgesamt rund 8000 Festmeter Käferholz aufgearbeitet.

Sorgenvoll betrachtet Dr. Baier die hohe Anzahl der gefangenen Käfer in den Borkenkäferfallen: „Trotz der kühlen und feuchten Witterung der vergangenen Wochen kann sicher keine Entwarnung gegeben werden“. Dennoch sieht der Forstwissenschaftler trotz der bevorstehenden Schönwetterperiode keinen Grund zur Panik: „Wir sind gut vorbereitet, die Kollegen suchen seit April täglich mit moderner Ausrüstung in sieben Suchgebieten nach befallenen Bäumen. Die an den Nationalpark angrenzenden Waldbesitzer können sicher sein, dass wir alles Menschenmögliche unternehmen, um ein Übergreifen des Borkenkäfers auf Privatwälder zu verhindern“.

Erstmals hat der Nationalpark Berchtesgaden kürzlich im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung über den richtigen Umgang mit dem Borkenkäfer informiert. 20 Teilnehmer von Waldbesitzervereinigung und benachbarten Forstbetrieben sowie Privatwaldbesitzer informierten sich über das Konzept zur wirkungsvollen Bekämpfung des Borkenkäfers im Nationalpark sowie über Tipps zur effektiven Suche nach befallenen Bäumen im eigenen Bestand.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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