Schutzwaldsanierung: "Vorbeugen ist billiger"

Ramsau - Bayerns Forstminister Helmut Brunner hat sich am Mittwoch zusammen mit den örtlichen Verantwortlichen über den aktuellen Stand der Schutzwaldsanierung an der Weißwand informiert.

Die „Weißwand“ zählt mit 350 Hektar Waldfläche zu den wichtigsten Sanierungsgebieten im bayerischen Alpenraum. Seit 25 Jahren laufen dort Pflanz- und Verbauungsmaßnahmen, um die Schutzfunktion der Wälder über der Bundesstraße B 305 wieder herzustellen.

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"Es hat was von nem guten Zweck"

"Zunächst wurde gepflanzt, das war die erste Massnahme", erinnerte sich Daniel Müller, der Leiter des Forstbetriebes Berchtesgaden. "Zum Schutz der Pflanzen sind dann Dreibeinböcke und kleine Schneezäune gebaut worden." Parallel dazu habe das Wasserwirtschaftsamt die Lawinenrinnen überwiegend durch Schneefangzäune verbaut und die Lawinengefahr gestoppt. "Außerdem wurde die Jagd intensiviert, was eine üppige Naturverjüngung zur Folge hatte", so Müller. Eine Lawinenrinne müsse jetzt dank der Verjüngung gar nicht mehr verbaut werden, was dem Steuerzahler viel Geld spare.

"Die Schutzwaldsanierung ist nicht mit Geld zu beziffern", betonte Brunner im BGLand24-Interview. "1986 hat sie der Bayerische Landtag beschlossen. Insgesamt sind 13.500 Hektar Schutzwald in Bayern sanierungsbedürftig. Das sind zehn Prozent der gesamten Fläche. Auf über 1000 Hektar haben wir eine Optimierung bei der Schutzwirkung bereits erreicht." Es sei aber noch viel zu tun, so Brunner weiter. Vor allem in Hinblick auf die Naturgewalten.

25 Jahre Schutzwaldsanierung Weißwand

2007 wütete beispielsweise an der Weißwand der Orkan Kyrill. Trotzdem war es durch die Naturverjüngung des Schutzwaldes gelungen, die veranschlagten Kosten von rund sechs Millionen Euro auf unter ein Zehntel davon zu reduzieren, um die Schutzfunktion wiederherzustellen. "Das beweist, vorbeugen ist billiger als heilen", ergänzte der Forstminister. "Der ganzheitliche Ansatz, technische Verbauung zu erstellen und die Heilungswirkung des Waldes zu unterstützen, ist der richtige." Auch aus finanzieller Sicht, gab Müller zu bedenken. Eine Galerie zum Schutz der B305 wäre erheblich teurer gekommen als die Sanierung, wie sie jetzt bestehe.

cz

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