"Singendes Krankenhaus" in der Schönau

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Vor über 2.000 Zuschauern übergab Dr. Eckart von Hirschhausen (Mitte) das Zertifikat an die Singleiterin Stephanie Jahn (links) und Klinikleiter Philipp Hämmerle, deren Clownsnasen die Solidarität mit den Salzburger ClownDoctors zeigen, die ebenfalls durch Dr. von Hirschhausen unterstützt werden.

Schönau am Königssee - Die Schön Klinik ist nun ein "Singendes Krankenhaus". Dies bestätigt das Zertifikat, das Dr. Eckart von Hirschhausen an den Klinikleiter und die Singleiterin übergeben hat.

Seit über einem Jahr bietet die Schön Klinik Berchtesgadener Land ihren Lungenpatienten eine Therapie-Gruppe „Atmen durch Singen“ an. Parallel dazu hat die Physiotherapeutin Stephanie Jahn eine umfangreiche Fortbildung als Singleiterin absolviert, so dass sich die Klinik jetzt als „Singendes Krankenhaus“ qualifizieren konnte. Das Zertifikat überreichte Dr. Eckart von Hirschhausen, der die „Singenden Krankenhäuser“ als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats unterstützt und zusammen mit anderen Wissenschaftlern nachweisen konnte, dass Singen eine wirksame Therapie ist.

Wenn Patienten Probleme mit ihrer Atmung oder ihren Stimmbändern haben – was liegt da näher als Singen? Vor allem, wenn eine engagierte Physiotherapeutin, die in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne singt, seit vielen Jahren in der Schön Klinik Berchtesgadener Land arbeitet. Stephanie Jahn hat das „Singende Krankenhaus“ zu ihrem Projekt gemacht: Sie startete die Ausbildung zur Singleiterin und führte bereits währenddessen „Singen“ für Gruppen mit Lungenpatienten ein – und war ganz berührt, wie viel Glück sie den oft sehr schwer eingeschränkten Patienten damit geben konnte.

Vertiefte Atmung durch Singen

Durch die Lagerfeuerstimmung beim gemeinsamen Singen entstehen vielfältige positive Kontakte.

„Beim Singen empfindet man ganz schnell eine Begegnung mit sich und mit anderen“, schildert die Atemtherapeutin. Woche für Woche spürt sie, wie die Patienten durch die Singgruppe aus der Isolation herauskommen. Dass sie bei den Stimmübungen und dem Einstudieren der stimmungsvollen und leicht zu erlernenden Lieder auch ihre Atmung vertiefen, ihre Lungenflügel belüften und den Atem in unterschiedliche Regionen des Körpers lenken, nehmen sie oft gar nicht einmal wahr – so sehr steht die Freude und das beschwingte Gefühl, das die Musik auslöst, im Vordergrund.

Entspannungslieder als Belohnung

Die Einsingübungen verknüpft Stephanie Jahn mit atemtherapeutischen Übungen und Bewegungen, die nicht nur die Atemorgane, sondern auch die Wirbelsäule mobilisieren. Meist erarbeiten die Patienten in den Therapiestunden gemeinsam zwei Lieder, oft Volkslieder, was vor allem die älteren Patienten schätzen. Aber auch internationale Lieder, beispielsweise aus Afrika, sind dabei, die mit ihrem flotten Rhythmus immer wieder auf Begeisterung stoßen. Zu guter Letzt werden die Teilnehmer dann noch mit einen Entspannungslied – verbunden mit Partnerübungen und Massagen - belohnt.

Die Physiotherapeutin erlebt in ihren Singgruppen, dass das Singen die Patienten, die durch ihre chronische Lungenerkrankung oftmals sehr in ihrem Aktionsradius eingeschränkt sind, in ihrem Selbstwertgefühl stärkt. „Sie merken, dass sie mit ihrer Stimme etwas bewirken können, dass sie dazugehören“, beschreibt Stephanie Jahn. Sie erzählt, dass viele Patienten dann schnell mit dem Gedanken spielen, bei sich zu Hause nach Singgruppen oder Chor-ähnlichen Gruppen zu schauen.

Zertifikat durch Dr. von Hirschhausen

 Die vielen positiven Reaktionen der Patienten haben die Atemtherapeutin darin bestärkt, die Fortbildung als Singleiterin zu absolvieren, die von dem anerkannten Verein „Singende Krankenhäuser“ durchgeführt werden. Dadurch konnte sich die Schön Klinik Berchtesgadener Land als „Singendes Krankenhaus“ zertifizieren. Der weithin bekannte Komödiant, Buchautor und Fernsehmoderator Dr. Eckart von Hirschhausen überreichte der Singleiterin und dem Klinikleiter Philipp Hämmerle das Zertifikat auf der Bühne der Salzburg Arena vor über 2.000 Zuschauern. Denn Dr. von Hirschhausen ist als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der „Singenden Krankenhäuser“ überzeugt von der heilenden und verbindenden Kraft des Singens.

Verbindende Kraft des Singens

Das Singen verbindend wirken kann, betonte nicht nur Dr. von Hirschhausen auf der Bühne, sondern das erlebten auch Klinik-Mitarbeiter und Patienten auf einer kleinen Feier anlässlich des Zertifikats, die mittags in der Eingangshalle der Fachklinik in Schönau am Königssee stattfand. In ihrer gewohnt beschwingten und unverblümten Art animierte die Singleiterin Stephanie Jahn anschließend die Patienten und Mitarbeiter, sich auf Lockerungsübungen und ein gemeinsames gesungenes und immer weiter variiertes Lied einzulassen. Derart amüsiert und entspannt waren die Patienten nach der Mittagspause noch selten zu ihrem Nachmittagstherapieprogramm aufgebrochen.

Pressemitteilung Schön Klinik Berchtesgadener Land

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