Keine gute Werbung für den Königssee

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Beliebtes Fotomotiv: Der Sarg in der Seestraße am Königssee.

Schönau - Das Landratsamt BGL reagiert nun auf die publikumswirksame Sarg-Aktion am Königssee. Erste Klagen werden vorbereitet.

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Ein Sarg vor einem geschlossenen Geschäft in der Seestraße am Königssee erregte am Wochenende die Gemüter. Weil so mancher Ladeninhaber am Sonntag nicht mehr öffnen darf. Makaber, so sehen es die einen, gerechtfertigt, so bezeichnen es die anderen. Andreas Bratzdrum, Pressesprecher des Landratsamts Berchtesgadener Land, ist sich sicher, dass das Vorgehen nicht korrekt ist. „Man muss sich fragen, ob das eine gute Werbung für den Ort ist“.

Ein Anruf im Landratsamt: „Was sagt die Behörde über die Sarg-Aktion am Königssee“, so lautet die Frage. Zunächst: Betretenes Schweigen. Pressesprecher Andreas Bratzdrum möchte nichts Falsches sagen. Deshalb bleibt er still. 20 Sekunden, 30 Sekunden, 40 Sekunden. Dann eine erste verhaltene Antwort: „Die das machen, müssen selber wissen, ob das der richtige Weg ist“, sagt der Behördensprecher. Noch mehr in den Wunden der Betroffenen bohren möchte er anscheinend nicht. Denn am Königssee regiert bei manchem die blanke Wut. Weil am Sonntag nicht mehr geöffnet werden darf.

Ein Sarg als Zeichen des Protests

Nach Behördenangaben sind momentan vier Geschäfte per Bescheid zum Schließen an Sonn- und Feiertagen aufgefordert worden: Zwei Trachtenläden, ein Sportartikelhändler und ein CD-Shop. Vier Geschäfte, allesamt Mineralienläden, würden aktuell noch überprüft, so Bratzdrum. Zwei Geschäfte hätten freiwillig geschlossen. „Sie passen das Sortiment an“, so der Sprecher. Um dann an den nun folgenden Sonntagen wieder öffnen zu dürfen. Am vergangenen Wochenende schlenderten laut Bratzdrum Polizisten durch die Seestraße, schauten, ob alles mit rechten Dingen vor sich geht. Und ob jene Geschäfte mit Bescheid auch wirklich geschlossen hielten.

Das Unverständnis am Königssee ist momentan nicht nur bei den Ladenbetreibern groß, auch bei den Gästen. „Das Ladenschlussgesetz gehört überarbeitet, es ist veraltet“, schimpft einer. In Online-Foren überschlagen sich die Nutzer mit Kommentaren. Es wird gewettert, gekeift, der Tenor: „Es muss etwas passieren“. Pressesprecher Bratzdrum sagt, dass entweder das Ladenschlussgesetz überarbeitet werden könnte. Oder aber ein Gericht käme zur Auffassung, dass die aktuelle Situation so nicht tragbar wäre. Nach Informationen des Pressesprechers befänden sich aktuell Klagen der Geschäftsinhaber in Vorbereitung. Details dazu gibt es bislang keine.

kp

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