Schönau: Ehemaliger Pfarrer rehabilitiert

  • schließen

Schönau am Königssee - Nach drei Jahren ist der ehemalige Pfarradministrator der Pfarrei Maria Sieben Schmerzen zu Unterstein rehabilitiert. So reagiert die Bürgerinitiative:

Warum hat das so lange gedauert? Das ist die zentrale Frage, die sich die Bürgerinitiative stellt. Sie sieht die Suspendierung und die Untersuchung ihres ehemaligen Pfarrers als eine 'Vorverurteilung ganz ohne jegliche Beweise' an.

Der Priester war 2011 vom Landgericht Innsbruck wegen Stalkings verurteilt worden. Daraufhin wurde er vom Erzbistum München und Freising von seiner Arbeit in Schönau am Königssee enthoben.

"Sie haben uns (den Pfarrgemeinderat, den Bürgermeister und die Bürgerinitiative) die ganze Zeit glauben lassen, dass er etwas ganz furchtbares verbrochen hat und wir einen „Straftäter“ unterstützen", erklärt eine Sprecherin der Bürgerinitiative gegenüber BGLand24. "Wir konnten uns das nicht vorstellen."

Nach den Informationen der Initiative war die Untersuchung im Januar 2012 abgeschlossen, ohne etwas Negatives gefunden zu haben. Allerdings habe der Priester erst jetzt einen Schlussbericht bekommen und damit die Aufhebung der Verbote gegen ihn. Ab sofort darf er auch im Erzbistum München und Freising wieder Sakramente spenden.

Der frühere Pfarradministrator der Pfarrei Maria Sieben Schmerzen zu Unterstein war im April 2011 wegen der Verurteilung durch das Landesgericht Innsbruck vom Generalvikar des Ordinariats München mit dem Verbot belegt worden, unter Beteiligung anderer Gläubiger Sakramente und Sakramentalien zu feiern. Dieses Verbot sollte bis zur Klärung des Verdachts, der Priester habe in strafrechtlich relevanter Weise auch gegen kirchliche Rechtsvorschriften verstoßen, bestehen. Das Verbot war nur für die Erzdiözese München und Freising wirksam.

Die kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde mit Vorlage des Abschlussberichtes von Januar 2012 mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass der Pfarrer nicht gegen kirchliche Normen verstoßen hat. Deshalb wurde kein Strafverfahren eingeleitet.

Mit Dekret des Generalvikars vom 11. März 2014 wurde nunmehr, über zwei Jahre nach Kenntnis des Untersuchungsergebnisses, das 2011 verhängte Verbot, unter Beteiligung anderer Gläubiger Sakramente und Sakramentalien zu feiern, mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Pressemitteilung BI/cz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser