Rettungsaktion an der Watzmann-Ostwand

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Schönau am Königssee - Die Bergwacht Berchtesgaden und "Christoph 14" retteten einen verletzten 55-Jährigen. Dabei kam erstmals das Sieben-Meter-Bergetau zum Einsatz

Ein 55-jähriger Bergsteiger aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, der mit einem Berchtesgadener Bergführer in der Watzmann-Ostwand unterwegs war, zog sich bei einem relativ harmlosen Ausrutscher eine Schulterverletzung zu. Der Mann musste von der Bergwacht Berchtesgaden mithilfe des Rettungshubschraubers „Christoph 14“ gerettet werden, wobei zum ersten Mal das in der Region neu eingeführte sieben Meter lange Rettungstau zum Einsatz kam. „Das Tau ist so kurz, dass Retter und Patient noch oberhalb des Abwind-Bereichs der Maschine hängen“, erklärt Luftrettungsassistent Robert Portenkirchner vom Roten Kreuz.

Der Wolfratshausener hatte zusammen mit seiner Tochter und dem Berchtesgadener Bergführer in St. Bartholomä übernachtet, um früh in den Berchtesgadener Weg einsteigen zu können. Gegen 7 Uhr ereignete sich dann der Ausrutscher kurz nach dem Schuttkar bei den ersten Klettermetern. Als dem Mann die Beine etwas wegrutschten, hielt er sich mit den Händen am Fels fest und belastete dadurch ruckartig die Schulter. Weil die Schmerzen doch beträchtlich waren, entschloss sich der 55-Jährige zur Umkehr. Der Bergführer setzte die Tour mit der Tochter des Verletzten fort.

Während des Abstiegs verschlimmerten sich beim Wolfratshausener die Schmerzen. Er ließ daraufhin über den mit der Tochter aufsteigenden Bergführer per Handy die Leitstelle Traunstein verständigen, die gegen 7.30 Uhr die Bergwacht alarmierte. Die kam wenig später mit dem Rettungshubschrauber, der Notarzt und Bergwachtmann rund 200 Höhenmeter oberhalb der Eiskapelle beim Verletzten absetzte. Der 55-Jährige wurde im Rettungssitz gesichert, mit dem Arzt am Sieben-Meter-Rettungstau zur Eiskapelle geflogen, dort in die Maschine umgelagert und zum Landeplatz in Schönau geflogen. Im zweiten Anflug wurde noch der Bergwachtmann mit dem Rucksack des Patienten abgeholt. Die Bergwacht Berchtesgaden war mit vier Einsatzkräften und ihrem Tankanhänger im Einsatz. Ein Polizeibergführer nahm den Unfallhergang auf. Eine Krankenwagen-Besatzung des Roten Kreuzes brachte den verletzten 55-Jährigen zur Kreisklinik Bad Reichenhall, wo ein Bänderriss in der Schulter diagnostiziert wurde.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

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