Feiern rund um das Rathaus

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Kein durchkommen mehr beim Gemeidefest in Schönau am Königssee.

Schönau - Das Festzelt steht und gleich am ersten Tag war es brechend voll. Knapp 400 Besucher ließen sich das Gemeindefests in Unterstein nicht entgehen.

Heiß war es. So heiß, dass Schönau am Königssees Bürgermeister Stefan Kurz ein Taschentuch zu Hilfe ziehen musste. „Viel zu warm“ stöhnte er bereits am frühen Nachmittag. Da war es noch sehr überschaubar auf dem Gelände des Gemeindefests. „Die Leute sind noch beim Schwimmen“, war man einhelliger Meinung unter den Fest-Mitarbeitern.

Und trotzdem tat man auf Seiten der Verantwortlichen alles dafür, die Besucher bei Laune zu halten. Denn das Tagesprogramm war voll bis obenhin. Zahlreiche Stände präsentierten sich. Etwa die Bundeswehr, die mit Überschneefahrzeugen vor Ort war, mit einem Waffenstand, schwere Geschütze, die sie der interessierten Bevölkerung im Detail erklärten. Der Eine-Welt-Kreis zeigte sein Angebot und auch der Obst- und Gartenbauverein, zwischenzeitlich auf über 300 Mitglieder angewachsen, verwöhnte Durstige und Hungrige mit zahlreichen Schmankerln, vom selbstgemachten Brotaufstrich bis hin zur alkoholreichen Bowle, die bei sommerlichen Temperaturen schnell zu Kopf steigen konnte.

Schönau feiert beim Gemeindefest

Witzig und einladend zugleich: Das Wettmelken der Örtsbäuerinnen von Schönau und von Königssee. Jeder konnte mitmachen und auch der Verfasser dieser Zeilen musste Hand anlegen. An eine Schwarz-Weiß-Kuh aus Holz. Unten dran, ein Kunsteuter. „Einfach abwechselnd drücken“, so lautete die Aufforderung der Ortsbäuerinnen, allesamt ausgewiesene Melkkünstlerinnen, denen man nichts vormachen muss. „Hast Du schon mal gemolken“, so die Frage in Richtung Reporter. Betretenes Schweigen. Wenn’s hochkommt, die Milchpackung. „Setz Dich da mal hin“, so die Anweisung einer Ortsbäuerin, auf deren Schürze jener bezeichnende Satz prangte, der zeigen sollte, wer der wahre Meister am Kuheuter ist: „Ohne Bäuerin läuft gar nichts“.

Die Regeln beim Wettmelken: Eine Minute Zeit, 60 Sekunden angestrengtes Zitzen-Ziehen. Keine Milch kam aus dem künstlichen Euter, sondern Wasser. Wasser, das in einen Eimer gespritzt werden sollte. Augenmaß ist vonnöten. Wer nach einer Minute am meisten Melkausbeute aufweist, hat gewonnen. Dann der Startschuss, die Zeit tickt. „Drücken, drücken, drücken“, schallte es über die Schulter. Melken ist anstrengend, die Handbewegung zunächst gewöhnungsbedürftig. Noch ein paar Sekunden. „Stopp“. Aus, vorbei. Jetzt entscheidet der Messbecher. „Nicht schlecht für den Anfang“, sagte die Ortsbäuerin: 400 Milliliter und ein paar Zerquetschte. Selbst führte sie mit deutlichem Abstand. Über 600 Milliliter konnte sie in einer Minute aus den Kunstzitzen ziehen. Die Erfahrung macht’s.

Weiter zum nächsten Stand, „Berchtesgaden hilft“ war mit seinem Glücksrad und der rosafarbenen Geldsau vor Ort – für den guten Zweck. Kathrin Staudinger und Edith Lochner betreuten, der Andrang war groß. „Einmal drehen fünf Euro“. Aber jedes Los gewinnt. Und die Gewinne konnten sich sehen lassen. Zahlreiche wertige Gutscheine, Sachpreise von heimischen Unternehmen, schließlich war es ein junger Bub, der das Glücksrad zum Hauptpreis drehte. Die Freude war riesig.

Kein Wunder: Immerhin gewann er zwei VIP-Tickets zum Bob- und Rodel-Weltcup 2013 am Königssee samt VIP-Menü. Auch mit dabei: Er darf hinter die Kulissen blicken. Währenddessen wurde vor dem Rathauseingang Biertraglkraxln mit der Bergwacht Berchtesgaden veranstaltet. Auch wenn der Untergrund nicht optimal war. 18 Bierkästen aufeinander zu stapeln, soll den jungen Kraxlhelden erst einmal jemand nachmachen. Für die kleinen Besucher des Gemeindefests war im Garten der Kindertagesstätte ein Familienpark errichtet worden.

Ob Rollerbahn, Angelspiel oder Kinderschminken – Wünsche blieben keine offen. Nachmittags war es die Hüttei Musi, die im Festzelt für Unterhaltung sorgte. Abends dann läutete Zambucca den musikalischen Höhepunkt des Tages ein. Auf der Anhöhe beim Gradierwerk war eine Cocktailbar eingerichtet worden, die so gut angenommen wurde, dass so manches alkoholische Getränk gegen Mitternacht nicht mehr verfügbar war. Am Sonntag traf man sich gleich in der Früh zum Festumzug vom Schornbad in Richtung Lukasfeld, wo Pater Benno den Feldgottesdienst abhielt.

Am Nachmittag verführte der Jugend-Treff.5 Förderverein zum „Orientalischen Zauber“, das Oxn Aug’n Trio musizierte und auch ein Zauberstück mit viel Klamauk für die Kleinen war geboten. Am Abend dann konnten Fußballfreunde das EM-Finale zwischen Italien und Spanien im Festzelt miterleben.

kp

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