Fantasy-Erstling aus der Schönau

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Erkannt werden möchte sie nicht: Sila Perin, das ist ihr Künstlername, lebt mit ihrer Familie in Schönau am Königssee.

Schönau – Seit sie 14 Jahre alt ist, schreibt sie Bücher. Bisher war das Schreiben aber nur reines Hobby. Nun veröffentlichte Sila Perin ihr erstes Buch.

Schönau am Königssee (kp) – Seit sie 14 Jahre alt ist, schreibt sie Bücher. Bisher war das Schreiben aber nur reines Hobby. Jede Geschichte, die sie auf Papier brachte, blieb im Verborgenen. Und kaum einer wusste darüber Bescheid, nicht mal ihre Eltern – nur der Ehemann, der sie immer wieder unterstützte, obwohl er selbst nicht gerne liest. „Außer Autozeitschriften, die verschlingt er“, sagt Sila Perin, das ist ihr Künstlername. In der Öffentlichkeit stehen möchte sie nicht, trotzdem hat sie nun ihr erstes Buch veröffentlicht. Ein e-Buch, Fantasy-Genre, der Anfang einer mehrteiligen Geschichte: „Die Morrisons – Das Mal der Flammenträger.“

„Wenn ich eine Idee habe, koche ich mir eine Kanne Kaffee und schreibe einfach drauf los“, sagt Sila Perin, eine junge Frau und Mutter. Die Idee entwickelt sich meist recht spontan, keine Storyboards, kaum Notizen. „Es macht ‚pling‘ und dann läuft es einfach. Für mein neues Werk habe ich in der ersten Nacht 80 Seiten runtergeschrieben“, sagt sie. Wenn es nicht mehr weitergehe, mache sie Pause – „und dann geht es schon wieder.“ Sila Perin ist leidenschaftliche Lesern, eine Buch-Verschlingerin könnte man sie beinahe nennen. „Drei bis vier Bücher pro Woche sind die Regel.“ Wie das denn gehe mit den Kindern, dem Ehemann, dem Alltag? „Ich lese und schreibe vor allem nachts“, sagt sie. Dann, wenn die Familie schläft. Selbst braucht die Schönauerin nur wenig Schlaf, ein bisschen Kaffee und ein spannendes Buch. Ihre Vorlieben kennt die sympathische „Leseratte“, die seit Kindeszeiten an Bücher verschlingt, am besten: Fantasy muss es sein. Was anderes kommt Sila Perin nicht in den Sinn. Es gibt ein paar Klassiker aus anderen Genres, die sie hin und wieder liest. Ihre Leidenschaft ist aber das Fantastische, das, was die Realität nicht hergibt. Auch „Der Herr der Ringe“ könnte man darunter einordnen. Die Trilogie hat sie sich derzeit vorgenommen. Mehrmals hat sie die einzelnen Teile gelesen, dieses Mal versucht sie sich in der englischen Fassung. Da zeigt sich das Lesevergnügen als nicht ganz so locker wie gewöhnlich, aber die Nächte sind bekanntlich lang. Und weil dem so ist, kauft sie neben Neuerscheinungen beim Händler vor Ort auch über das Internet gerne ganze Bücherkisten auf. Der Nachschub ist dann für mehrere Wochen wieder gesichert.

Bislang hat Sila Perin nur alleine für sich geschrieben. Von ihrem Hobby hat sie, außer ihrem Mann, niemandem erzählt. Auch nicht, dass sie nun ein Buch veröffentlicht hat. Eines, das nur über das Internet in Form eines e-Buches erhältlich ist. „Ich finde die Art von Verlagen, wie man mit Jungautoren umgeht, hart und ungerecht“, sagt sie. Bei vielen Verlagen hat sie angefragt, Absagen erhalten – in gedruckter Form hätte das Buch zwölf Euro gekostet, nun

gibt es den Titel für 2,49 Euro in digitaler Form. Der Autorin war es wichtig, dass sich jeder das Buch leisten könne. Bücher-Lesen sei ein teures Hobby. Natürlich ist die Handlung im Fantasy-Genre angeordnet, in London, Woodfail Avenue. Dort lebt Abby Hollow, 29 Jahre alt. Abby ist unzufrieden mit ihrem Leben. Den Bezug zur Realität ist sie im Begriff zu verlieren, als immer häufiger ein ihr Fremder auftaucht. Jedoch ist der Fremde im Grunde sehr vertraut, erschreckend vertraut. Als Abby beschließt, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben, passieren unvorhergesehene Dinge. Sila Perin sagt, dass ihre Geschichten nicht mit ihr als Person zu tun haben, sie seien rein fiktional. Selbst bezeichnet sie sich als Familienmensch, sie steht mitten im Leben und weiß Bescheid, dass es als Jungautor schwer ist, Fuß zu fassen: „Ich strebe keine Bestsellerlisten an“. Was sie wolle, ist, andere gut mit ihrer Geschichte zu unterhalten. Als Mehrteiler ausgelegt, existiert bereits schon der Nachfolger des soeben erschienen Erstlingswerkes. „In ein paar Monaten werde ich das wohl auch veröffentlichen“, so Sila Perin. Viele Gedanken hat sie sich übrigens bei der Gestaltung des Buch-Covers gemacht. Ein Mann sollte dort drauf sein, der Fremde aus ihrer Geschichte. Eine klare Vorstellung hatte sie bereits. Im Internet ist sie dann auf das Foto eines Mannes gestoßen. „Der musste auf mein Buch“, erinnert sie sich mit einem Lachen zurück. Über Umwege konnte sie den „Wunsch-Mann“ ausfindig machen. Dessen Zustimmung, das Bild verwenden zu dürfen, erhielt sie. „Das hat mich sehr gefreut.“ Nur in Sachen Augenfarbe stimmte das Resultat nicht mit den Vorstellungen der Autorin überein. „Per Photoshop haben wir die Augen dann einfach grün gemacht.“

Sila Perins Fantasy-Buch „Die Morrisons – Das Mal der Flammenträger“ gibt es im Internet für 2,49 Euro (ISBN-10: 3864793629)

kp

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