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„Selbst eindeutige Schreiben scheinen bisher nichts zu fruchten.“

Zoff um Hotel-Neubau in Schönau: Vereine wollen Petitionen einreichen

Der alte Bahnhof in Schönau am Königssee. Der Heimatkundeverein Berchtesgaden hat sich nun mit einer Petition an den Bayerischen Landtag gewendet, da er seinen Abriss im Rahmen von Plänen für einen Hotel-Neubau befürchtet, wie Gernot Anders, 2. Vorsitzender des Vereins berichtet. Auch der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz würden sich mit jeweils eigenen Petitionen anschließen.
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Der alte Bahnhof in Schönau am Königssee. Der Heimatkundeverein Berchtesgaden hat sich nun mit einer Petition an den Bayerischen Landtag gewendet, da er seinen Abriss im Rahmen von Plänen für einen Hotel-Neubau befürchtet, wie Gernot Anders, 2. Vorsitzender des Vereins berichtet. Auch der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz würden sich mit jeweils eigenen Petitionen anschließen.

Nun wird auch der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags eingeschaltet: Der Heimatkundeverein Berchtesgaden hat eine Petition eingereicht, in dem er um Beistand zum Erhalt des Alten Bahnhofs von Schönau am Königssee bittet. Denn diesen sieht er durch Hotel-Neubaupläne bedroht.

München/Schönau am Königssee - „Dass der jetzige Zustand des Zugangs zum Königssee unbefriedigend ist, darüber dürfte kein Zweifel bestehen. Die derzeitige Planung für einen Neubau sieht aber vor, dass für die Zufahrt zur zweistöckigen Tiefgarage ein Teil des Alten Bahnhofs Königssee abzureißen“, erläutert Gernot Anders, zweiter Vorsitzender des Berchtesgadener Heimatkundevereins gegenüber BGLand24.de „Der über 100 Jahre alte Bahnhof steht jedoch in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz, einschließlich des Ostteils, der abgerissen werden soll. Selbst eindeutige Schreiben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege mit der Aufforderung, den gesamten Bahnhof zu erhalten, scheinen bisher nichts zu fruchten.“

Streit um Hotel-Neubau in Schönau am Königssee: Vereine wollen nun Petitionen einreichen

Im Namen der gesamten Vorstandschaft habe der Heimatkundeverein nun eine Petition an den Bayerischen Landtag geschickt, mit der Bitte darauf hinzuwirken, dass der Denkmalschutz am Königssee in seiner Gänze eingehalten werde. „Grundsätzlich begrüßen wir einen qualitativ hochwertigen Ersatz von dort seit langem leerstehenden Gebäuden“, heißt es darin, „Nicht verstehen können wir hingegen, dass hierfür auch die wenigen vorhandenen, historisch bedeutenden Bauten beeinträchtigt werden.“ Dem Heimatkundeverein würden sich zeitnah auch noch der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz mit jeweils eigenen Petitionen anschließen, berichtet Anders weiter. „Darin wird es, unter anderem, um die geplante Gebäudehöhe gehen, die wir als zu hoch erachten. Bei 22 Metern spricht man doch normalerweise von einem Hochhaus!“

„Die Petition ist beim Landtag eingegangen und wurde dem Ausschuss für Wissenschaft und Kunst zugewiesen“, berichtet wiederum Michael Rill-Pindel, Parlamentarischer Berater für den Fachbereich Petitionen beim Bayerischen Landtag. „Allerdings ist sie noch in einem sehr frühen Stadium ihres Werdegangs im Parlament. Sie hat noch nicht einmal ein Aktenzeichen. Grundsätzlich werde die Behandlung der Petition noch dauern. „Zunächst wird das zuständige Ministerium um Stellungnahme gebeten. Das dauert in der Regel ein bis zwei Monate. Erst dann ist die Petition ‚beratungsreif‘. Über die Aufnahme in die Tagesordnung entscheidet der Vorsitzende des Ausschusses.“

Schönauer Bürgermeister kann Argumentation von Hotel-Gegnern nicht nachvollziehen

283 Zimmer mit 566 Betten und eine Tiefgarage mit 200 Stellplätzen soll ein in Bumerangform geplantes Vier-Sterne-Superior-Hotel einmal an der Seelände bieten. Kosten wird das voraussichtlich etwa 100 Millionen Euro. Es soll im Bereich des ehemaligen „Badhotels“, des „Casinos“, des „Landhaus Königssee“ sowie dem ehemaligen Asylbewerberheim entstehen. Auch der Parkplatz- und Wiesenbereich südöstlich vom ‚Alten Bahnhof‘ ist in die Pläne des Investors miteinbezogen. Anfang April hatte der Gemeinderat von Schönau am Königssee den Bebauungsplan für die Seelände beschlossen. Damit kann das Projekt nach vielen Jahren der Diskussion und Beratung darüber nun weiter fortschreiten. Doch nicht alle sind damit glücklich.

Bei einem Ortstermin am Donnerstag stellten Vertreter eines Bündnisses aus Bund Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Mitgliedern des Heimatkundevereins sowie Grünen-Gemeinderäten den Landtagsabgeordneten Gisela Sengl, stellvertretende Fraktionssprecherin der Grünen im Landtag und Dr. Sabine Weigand, Denkmalschutzbeauftragte der Grünen im bayerischen Landtag das Projekt eines Hotel-Neubaus im Ort vor. (Im Hintergrund der Löwenstein) Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp (CSU) kann die Argumentation des Bündnisses dagegen nicht nachvollziehen.

Ein Bündnis aus Bund Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Mitgliedern des Heimatkundevereins mit Unterstützung der Partei Bündnis 90/ Die Grünen zusammengeschlossen, um eine mögliche rechtliche Auseinandersetzung zu prüfen. Die Landtagsabgeordneten Gisela Sengl, stellvertretende Fraktionssprecherin der Grünen im Landtag und Dr. Sabine Weigand, Denkmalschutzbeauftragte der Grünen im bayerischen Landtag erkundigten sich Ende April vor Ort über das Projekt (Plus-Artikel BGLand24.de). „Bei der Vorstellung des Projekts auf der Bürgerversammlung hat es großen Zuspruch gefunden“, bemerkte dagegen Schönaus Bürgermeister Rasp gegenüber BGLand24.de. „Natürlich gibt es auch Leute die das kritisch sehen, aber ich denke die Mehrheit der Leute hier ist froh darüber.“

Es stünde keinesfalls der Abriss des gesamten historischen Bahnhofsgebäudes zur Sprache, führt Rasp weiter aus, sondern lediglich eines Anbaus aus den 80er Jahren. „Und selbst da gibt es Gespräche, diesen auch noch zu erhalten.“ Eine alternative Nutzung für das Areal hält er für nicht sinnvoll. „Beispielsweise Wohnbebauung würde an diesem stark frequentierten Ort nur für Unfrieden sorgen. Dort gab es ja schon früher Hotellerie. Unser Ort lebt vom Tourismus, da ist es doch besser so etwas auf ein bereits früher dafür genutztes Areal zu bauen, statt auf die grüne Wiese?“

hs

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