Wok-WM: Stromverbrauch wie in der Allianzarena

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Am Samstag (10. März) findet in der Arena die TV total Wok-WM statt.

Schönau - Jetzt so kurz vor Stefan Raabs TV total Wok-WM überbietet sich der Veranstalter Brainpool mit Superlativen.

Der Aufwand ist gewaltig. „Momentan sind 200 Arbeiter an der Kunsteisbahn“, sagt Bahnchef Markus Aschauer, der hinter seinem Schreibtisch in seinem Büro sitzt. 600 weitere werden erwartet. Die Bahn am Königssee ist derzeit ganz in der Hand von Brainpool, dem Veranstalter, der die Bahn zweieinhalb Wochen angemietet hat. Kurz vor der Wok-WM, die am Samstag, den 10. März, stattfindet, wird deutlich, wie enorm der Aufwand für die Großveranstaltung ist. Superlative, wo man nur hinschaut.

„Etwa vier Millionen Watt Strom werden gebraucht“, sagt Aschauer. Das entspricht der Menge an Strom, die benötigt wird, wenn die Münchener Allianz Arena unter Vollbetrieb läuft. 1,8 Millionen Watt steuert dabei die Technik an der Kunsteisbahn bei, der Rest wird mit Hilfe von Diesel-Aggregaten erreicht, die eigens an die Strecke mitgebracht wurden. „Die ganze Vorbereitung ist gewaltig“, sagt selbst der Bahnchef, der sich mit Großveranstaltungen am Königssee bestens auskennt. Wenn dort „richtiger“ Bob- und Rodel-Sport ansteht, weiß er, was auf ihn zukommt. „30 Kameras sind bei Fernsehübertragungen etwa im Einsatz“, sagt er. Bei der Wok WM ist der Aufwand ungleich größer: 48 Kameras befinden sich an der Strecke und auf den Woks. „Am Wochenende gilt hier ein ganz spezielles Sicherheitskonzept.“ Dieses soll etwaige Eventualitäten gleich im Keim ersticken. Drei Kilometer Absperrzäune werden installiert, die 6.500 erwarteten Gäste werden entlang der Bahn durch ein ausgeklügeltes Streckennetz gelotst. Sicherheitsschleusen grenzen den Publikumsbereich vom Fahrbereich ab. 120 Sicherheitsleute vor Ort sollen dafür sorgen, dass alles reibungslos vonstattengeht. Auch der stellvertretende Polizeichef der Polizeiinspektion Berchtesgaden, Franz Sommerauer, sagt, dass man mit einer stattlichen Zahl an Einsatzkräften vor Ort sein wird. Die Bereitschaftspolizei werde zusätzlich unterstützen. Auch die Feuerwehren von Schönau und von Königssee sind in das Konzept integriert, sichern vor Ort ab und sorgen dafür, dass ein Verkehrschaos ausbleibt. 25 Sanitätskräfte sollen mit acht Fahrzeugen an der Strecke vertreten sein. Hannes Rasp, Geschäftsführer der Gemeinde Schönau am Königssee, sagt, dass insgesamt 4.000 Parkplätze zur Verfügung stehen, darunter auch eigens geräumte Wiesen direkt am Großparkplatz Königssee und beim Wölflerfeld. „Wenn das Wetter allerdings zu warm wird und der Boden zu weich, fallen 1.500 unbefestigte Plätze weg.“ Allerdings schaut es nicht danach aus, dass dieser Fall eintreten könnte.

Die letzten Vorbereitungen für die Wok-WM laufen

Indes herrscht an der Kunsteisbahn reges Treiben. „Am Samstag werden 800 Mann Personal erwartet“, weiß Bahnchef Markus Aschauer. Ein Mitarbeiter-Zelt, das eigens für die Wok-WM errichtet wurde, bietet Catering vor Ort. „Drei Mahlzeiten erhält jeder Mitarbeiter, 2.500 Essen sind geplant.“ Doch dass die Rahmenbedingungen alle ermöglicht werden können, dafür bedarf es eines ungemein großen Aufwands: 21 Trucks mit Technik-Equipment sind vor Ort, bringen alles nur Erdenkliche mit an die Strecke. Die Kunsteisbahn gleicht momentan einem Hochsicherheitsbereich: Bereits auf der Straße werden Besucher von Security-Leuten freundlich begrüßt und darauf hingewiesen, dass der Zutritt verboten ist, Bildaufnahmen nicht erlaubt sind. Währenddessen verlegen die Techniker entlang der Bahn 80 Kilometer Kabel, damit Bild, Ton, Internet und Telefonie jederzeit zur Verfügung stehen. Eigens für die Wok-WM lässt der Veranstalter eine Kamera einrichten, die in der Nähe der Bootswerft der Königsseer Schifffahrt auf einem Teleskoparm installiert ist. „Dazu wurden Genehmigungen eingeholt, ein Kabel quer durch den Königssee gelegt“, sagt Bahnchef Aschauer. Trotz des ganzen Aufwands habe sich Aschauer die Vorbereitungen schwieriger vorgestellt: „Ich bin davon ausgegangen, dass uns mehr Probleme erwarten.“ Bislang läuft aber alles reibungslos, die letzten beiden Vorbereitungstage dürften die stressigsten werden.

Allein für die Qualifikation am Freitag, die auch live im Fernsehen übertragen werden soll, wurde ein riesiges Wasserbecken neben der Kunsteisbahn errichtet. Tonnen an Schnee wurden auf eine Rampe, die ebenfalls bereits steht, geschüttet. Das Wasserbecken fasst 180.000 Liter Wasser und wird auf 28 Grad Celsius aufgeheizt, weiß Aschauer. Die Wok-WM-Teilnehmer werden hier am Freitag die Rampe entlang nach unten rutschen, mitten in das Wasserbecken hinein. Wer am weitesten fliegt, qualifiziert sich im Vorfeld. Dem „Party-Volk“ wird es gefallen, meint Aschauer. Glücklich wäre er, wenn er auch bei einer Rodel- oder Bobveranstaltung nur annähernd so viele Zuschauer an die Bahn locken könnte. Das Erfolgsrezept kennt er bislang noch nicht. Gut möglich, dass nur Stefan Raab darüber Bescheid weiß.

kp

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