Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gemeinden gehen bisher leer aus

„Wir warten noch immer auf ein Hilfsprogramm“: Wann kommt die Fluthilfe im Berchtesgadener Land an?

Wann kommt die finanzielle Unterstützung in den betroffenen Unwetter-Gebieten an?
+
Wann kommt die finanzielle Unterstützung in den betroffenen Unwetter-Gebieten an?
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
    schließen

Knapp fünf Wochen nach dem verheerenden Unwetter im Berchtesgadener Land haben die betroffenen Gemeinden noch keine finanzielle Unterstützung vom Freistaat Bayern bekommen. Auch Privatpersonen sind bisher größtenteils auf Spendengelder angewiesen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine Fluthilfe beschlossen, doch wie man an das Geld kommt, ist noch nicht klar.

Schönau am Königsee/Bischofswiesen/Berlin - „Wir haben aus dem Grund noch kein Geld bekommen, weil wir müssen ja erst was beantragen können. Und solange es das Förderprogramm nicht gibt, kann man nichts beantragen. Wenn der Bund was beschließt, dann wird Bayern wohl auch bald nachziehen“, erklärt Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp im Interview mit BGLand24.de.

Spendengelder für private Betroffene

Die Aufräumarbeiten laufen seit dem Unwetter durchgehend, sowohl im kommunalen Bereich als auch bei den privat Betroffenen. Doch vorerst sind die Betroffenen größtenteils auf Spenden angewiesen: „Wir haben einen Haufen Spenden von Bürgern und Firmen bekommen. Und die Banken haben auch einiges an Spenden. Wir haben die erste Tranche an die hauptbetroffenen Bürger ausgezahlt. Wir bekommen in den nächsten Tagen die nächste Tranche überwiesen“, so Rasp. Man habe ein kleines Vergabegremium: „Das ist sehr unbürokratisch. Wir haben einen Fragebogen gemacht und wenn einer es nicht ausfüllen kann, dann helfen wir da und dann werden die Spenden, die wir bekommen ausbezahlt.“ Irgendwas brauche man natürlich, um nach „bestem Wissen und Gewissen“ die Spenden zu verteilen. Dazu müssten die Betroffenen die Schadenshöhe angeben.

„Wir warten noch immer auf ein Hilfsprogramm“

Doch nicht nur Privatpersonen warten auf Unterstützung, sondern auch die Gemeinden an sich. Die Gemeinde Bischofswiesen habe bereits am 22. Juli, nur wenige Tage nach dem Unwetter eine erste Schadensbilanz an das Landratsamt gemeldet. Damals seien es knapp 19 Millionen Euro finanzieller Schaden gewesen. „Diese Zahlen werden nach einer endgültigen Bestandsaufnahme vermutlich jedoch noch steigen, da das genaue Schadensausmaß erst nach und nach erkennbar wird“, erklärt Michael Kleinert von der Gemeinde. Auch Bischofswiesen habe „vom Freistaat Bayern bis dato noch keine Hochwasserhilfen erhalten“. Bischofswiesen hat wie auch Schönau am Königssee bereits erste Spenden auf Antrag an Betroffene verteilt.

In Schönau am Königssee ist das Ufer der Ache teilweise abbruchgefährdet. Teile des Hotel Hubertus seien deswegen nach wie vor gesperrt. Das Wasserwirtschaftsamt habe zwar das Ufer gesichert, wie Rasp erklärt, doch der Hang an sich müsse noch umverbaut werden. Dazu gebe es aber noch keine staatlichen Förderungen. „Wir warten noch immer auf ein Hilfsprogramm für das, was nicht über normale Förderungen abgedeckt ist. Es gibt noch kein Hochwasserhilfsprogramm. Da warten wir auch als Gemeinde. Am Sportplatz haben wir auch an der Rückseite eine abgegangene Mure bei der Tribüne. Da hoffe ich, dass wir in Kürze mal eine Antwort bzw. ein Förderprogramm kriegen.“

Bundesregierung beschließt milliardenschweren Hilfsfonds

Die Bundesregierung hat am Mittwoch (18. August) einen insgesamt 30 Milliarden schweren Hilfsfonds für die Opfer der Hochwasserkatastrophe auf den Weg gebracht. 16 Milliarden Euro sollen noch dieses Jahr ausbezahlt werden, wie das Kabinett beschloss.

Doch wer bekommt wie viel Geld? Die Aufbauhilfe für Privathaushalte, Landwirte und Unternehmen wird laut Entwurf geleistet, „soweit die Schäden nicht durch Versicherungen oder sonstige Dritte abgedeckt sind“. Nach ersten Planungen sollen Hauseigentümer 80 Prozent der Kosten erstattet bekommen, die für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Gebäude notwendig sind. In Härtefällen soll auch eine Übernahme aller Kosten möglich sein. Diese Details werden aber noch diskutiert und dann in einer Verordnung geregelt, der der Bundesrat zustimmen muss. Auch wie das Geld genau beantragt und ausgezahlt werden soll, ist noch nicht klar.

Auch interessant: „Weltuntergang“ in Teilen Österreichs: Schwere Unwetter treffen auch Kreis Traunstein hart (Plus-Artikel)

Die Aufbauhilfe wird zusätzlich zu den schon im Juli beschlossenen Soforthilfen gewährt, die bei der Überbrückung von akuten Notlagen direkt nach der Starkregen- und Flutkatastrophe helfen sollten. Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat von diesen Soforthilfen in den ersten Tagen knapp 390.000 Euro an 142 Betroffene ausbezahlt.

Finanziert wird der Fonds vom Bund und zum Teil von den Ländern. Zwei Milliarden Euro für die Wiederherstellung der Bundes-Infrastruktur trägt der Bund allein. Die restlichen 28 Milliarden werden hälftig zwischen Ländern und Bund geteilt. Dabei müssen die Länder ihren Anteil aber nicht sofort einzahlen. Erst einmal streckt der Bund das Geld vor, die Länder stottern ihre Hälfte dann über einen Zeitraum von 30 Jahren beim Bund ab.

ce (mit Material der dpa)

Kommentare