Der Schimmel ist weg

Kreuzwegstationen reisen zurück nach St. Bartholomä

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Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä bekommt ihre Kreuzwegstationen zurück.
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Schönau am Königssee - Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä bekommt ihre Kreuzwegstationen zurück. Nach abgeschlossener Restaurierung kehren die letzten beiden zurück an den Königssee. 

Am Freitag erhält die am idyllischen Königssee gelegene Wallfahrtskirche St. Bartholomä, eines der berühmtesten Postkartenmotive Bayerns, ihren Kreuzweg wieder, nachdem die Bayerische Schlösserverwaltung die letzten beiden Stationen restauriert hat. 

Kreuzwegstationen wieder komplett 

Die Gemälde des späten 18. Jahrhunderts waren jahrelang hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt und wurden von ihr angegriffen, so entstanden sogenannte „Krepierungen“. Deshalb wurden die insgesamt 14 Kreuzwegstationen nacheinander in das Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung in Schloss Nymphenburg in München verbracht. 

Dort arbeitete die verantwortliche Restauratorin Manuela Frankenstein mit zwei jungen Absolventen seit einigen Monaten an den einzelnen Stationen. „Die Gemälde sind gerade für die gläubigen Besucher von großer Bedeutung, zumal St. Bartholomä eine Wallfahrtskirche ist“ sagt Manuela Frankenstein. „So ist es umso schöner für Pilger, aber auch für Touristen, die frisch restaurierten Gemälde nun wieder in ihrer vollständigen Pracht erleben zu können.“

„Das Ganze ist eher ein Nutzungsproblem“

Um dem an den Kunstwerken in St. Bartholomä nagenden „Zahn der Zeit“ Einhalt zu gebieten und neue Schäden zu vermeiden, wurden während der Restaurierungsarbeiten zudem v orbeugende Maßnahmen gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit ergriffen. 

Der erste Gedanke, die hohen Werte rühren von aufsteigender Nässe des Königssees her, stellte sich nach Klimamessungen als falsch heraus. „Das Ganze ist eher ein Nutzungsproblem“, erklärt Tina Naumovic, die für die klimatische Betreuung in St. Bartholomä verantwortlich ist: „Die kalte, sehr feuchte Luft im Innenraum der Kirche kondensiert, sobald warme Luft von draußen hereinströmt.“

Maßnahmen gegen die Luftfeuchtigkeit 

Als erste Maßnahme wurde ein Türschließer eingebaut, der die Tür automatisch schließt und dadurch das Hereinströmen warmer Luft verhindert. Weiterhin wurde im Dachstuhl sowie in der Apsis ein verstecktes intelligentes Luftentfeuchtungssystem installiert. 

Sobald die Luftfeuchtigkeit außerhalb der Kirche geringer ist als im Innenraum, aktiviert das System automatisch ein Gebläse und öffnet die Fenster auf der entgegengesetzten Seite der Kirche, um eine Luftzirkulation zu erzeugen und damit Schimmel zu verhindern. 

Am Freitag bringen Manuela Frankenstein und ihr Team die zwei letzten Kreuzwegstationen mit dem Elektroboot zurück nach St. Bartholomä. Auf der Fahrt wird neben dem berühmten Echo auch auf die Stelle hingewiesen, wo am 23. August 1688 bei der Floßfahrt zum damaligen Wallfahrtsziel, der Kirche in Dürrnberg, mehr als 70 Wallfahrer ums Leben kamen. Seitdem ist St. Bartholomä das Ziel der Wallfahrt.

Bayerische Schlösserverwaltung/jg

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