Wärme für eineinhalb Häuser

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1200 Christbäume wurden beim Heizkraftwerk gesammelt.

Schönau am Königssee - In Schönau am Königssee zeigt man sich auch zwei Monate nach Weihnachten erfreut darüber, dass bis zuletzt Christbäume eintrudeln:

60 Schüttraummeter Hackschnitzel wurden daraus verarbeitet. Die daraus gewonnene Energie kann eineinhalb Einfamilienhäuser für ein Jahr mit Wärme versorgen.

Weihnachten ist lange vorbei. Beim Biomasseheizkraftwerk in Schönau am Königssee zeigt man sich dennoch erfreut darüber, dass bis zuletzt Christbäume eintrudelten. Denn die Aktion war ungewöhnlich – und erfolgreich zugleich: „Wir haben alte Christbäume gesammelt, die wir nun verheizen und damit Haushalte mit Wärme versorgen“, sagt Arnold Fellinger, der Geschäftsführer des Heizkrafwerks. 1200 Christbäume wurden gesammelt. Das entspricht Brennmaterial für eineinhalb Einfamilienhäuser, die damit ein Jahr lang mit Wärme versorgt werden können.

„Dass die Aktion so gut angenommen wird, hätte ich nicht geglaubt“, sagt Fellinger. Seit knapp eineinhalb Jahren gibt es das Hackschnitzel-Heizkraftwerk, das zu Beginn wegen des Standorts auf Widerstände stieß. Davon ist jetzt nichts mehr zu hören: „Wir sind zufrieden, haben insgesamt 160 Kunden“, sagt Fellinger. Von öffentlichen Einrichtungen, über die Bundeswehrkaserne in der Strub, das Diakoniewerk in der Insula bis hin zu Privathaushalten. „Bei den momentanen Außentemperaturen speisen wir pro Stunde 10.500 Kilowattstunden ein.“ Beide Kessel der Anlage arbeiten auf Hochtouren, die Maximalauslastung ist fast erreicht. Sie liegt bei 13.000 Kilowattstunden. „Mir gefällt es, wenn es draußen kalt ist“, scherzt der Geschäftsführer, dessen Ziel es ist, spätestens im Jahr 2016 50 Millionen Kilowattstunden pro Jahr einzuspeisen. Momentan sind es 40 Millionen.

„Im nächsten Jahr wiederholen wir die Aktion“, sagt Arnold Fellinger, Geschäftsführer des Biomasseheizkraftwerks in Schönau am Königssee.

Die Christbaum-Sammelaktion war dann mehr ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man den Energiegewinn in Zahlen umrechnet: 50.000 Kilowattstunden haben die 1200 Bäume, umgerechnet etwa 60 Schüttraummeter, eingebracht. „Damit lassen sich eineinhalb Einfamilienhäuser ein Jahr lang beheizen“, sagt er. Fünf Stunden könnte das Kraftwerk damit laufen. Viele Privatpersonen hätten ihre Christbäume direkt zum Heizkraftwerk gefahren, örtliche Sammelstellen wurden eingerichtet, große Hotels lieferten die kompletten, auszurangierenden Baum-Bestände. „Ich war wirklich überrascht“, freut sich Fellinger. Die meisten Bäume wurden im Stück gebracht, vor Ort dann gehäckselt. Ziel war es, auszurechnen, wie viel Energie Berchtesgadens Christbäume, die sowieso auf dem Kompost landen, liefern. Eine PR-Aktion? Fellinger lacht: „Eine mit sinnvollem Nutzen.“ Auch im nächsten Jahr werde man die Aktion wieder durchführen. Dann, hofft Fellinger, mit noch mehr Bürgerbeteiligung. Das Heizkraftwerk zeigt sich für den Christbaum-Sturm gewappnet.

kp

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