„Mit 80 Millionen Deutschen zu diskutieren, ist ungeschickt“

Thrombose nach Impfung? Schönauer Arzt: „Man sollte auf Astrazeneca vertrauen“

Dr. Michael Horn aus Schönau am Königssee.
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Rechts im Bild Dr. Michael Horn aus Schönau am Königssee.

Drohen durch Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin wirklich Hirnthrombosen? Ist die Angst davor gerechtfertigt? Wo liegt das Risiko und wo der Nutzen? Nun äußert sich Dr. Michael Horn aus Schönau am Königssee dazu, der selbst schon am Impfstudien beteiligt war.

Schönau am Königssee - Thrombosen nach einer Corona-Impfung mit Astrazeneca? Mitte März wurde die Verimpfung des Stoffs gestoppt, jetzt gibt es die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, das Vakzin nur noch Personen ab 60 Jahren zu spritzen. „Es ist schade und bedenklich, dass mögliche Nebenwirkungen vor Abschluss der Untersuchungen, ob wirklich ein kausaler Zusammenhang zu diesem Impfstoff besteht, so breitgetreten werden“, sagt Dr. Michael Horn aus Schönau im Gespräch mit BGLand24.de. Denn: „Alles was man sagen kann, ist, dass die Thrombosen in zeitlichem Zusammenhang zum Impfen aufgetreten sind. Ob der Impfstoff dafür aber auch die Ursache ist, muss man erst herausfinden.“

Schönauer Arzt zu Nebenwirkungen durch Astrazeneca-Impfstoff

Natürlich müsse man Nebenwirkungen immer ernst nehmen, so Horn. Und weil Impfstoffe ja vorwiegend an aktuell gesunden Personen eingesetzt werde, müsse man hier ganz genau hinsehen. Die Ursache für Thrombosen könnten auch im Rauchen, an der Anti-Baby-Pille oder am Bewegungsmangel liegen. Und in der Testphase traten Thrombosen auch bei Menschen auf, die nur ein Placebo erhielten. „Man muss jeden Fall ernst nehmen, aber auch das gesamte Risiko-Nutzen-Verhältnis sehen. Es geht jetzt darum, schwerste Verläufe und Todesfälle durch die COVID-19-Erkrankung zu vermeiden“, so Dr. Michael Horn.

Außerdem: Medikamente ohne mögliche Nebenwirkungen gebe es nicht. Die Nebenwirkungshäufigkeit von vielen Alltagsmedikamenten wie z.B. Fieber- und Schmerzmittel oder Magentherapeutika seien um ein Vielfaches höher als beim Einsatz des Astrazeneca-Vakzins. Dr. Horn rät hier: „Werfen Sie einmal einen Blick in die Beipackzettel der Medikamente in Ihrem Badschrank. Sie werden sich wundern.“ Für schwerste Nebenwirkungen bei Impfungen liegt die Wahrscheinlichkeit bei deutlich unter 1:1.000.000.

Umbenennung von Impfstoffen sei nichts Außergewöhnliches

Auch in der Umbenennung des Astrazeneca-Impfstoffs sieht der Schönauer Kinder- und Jugendarzt „keinen Skandal“. Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca vermarktete den Impfstoff bisher unter dem Namen „Covid-19 Vaccine AstraZeneca“, künftig dann als „Vaxzevria“. Es sei normal, dass Impfstoffe umbenannt würden, in der sonst oft längeren Zulassungsphase bekomme das auch kaum jemand mit. „Jetzt läuft das alles aber vor großem Publikum ab. Die Diskussion mit 80 Millionen Deutschen zu führen ist ungeschickt, weil viele nicht wissen, wie sie so etwas einstufen sollen.“

Die Botschaft von Dr. Michael Horn: „Wenn ein Impfstoff in Europa und bei uns in Deutschland zugelassen ist, sollte man darauf vertrauen. Ich lasse mich lieber mit Astrazeneca impfen, als zu wissen, ich könnte am Corona-Virus versterben.“ Kaum ein Arzneimittel werde so stark überwacht wie ein Impfstoff. „Der Weg durch die Instanzen ist für Impfstoffe immer lang, ob die Zulassung dann zehn Jahre oder ein Jahr braucht, spielt dabei keine Rolle. Es ist ein höchst überwachter Prozess“, so Horn.

xe

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