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Stimmen zur Sperrung des „Infinity-Pools“

Nationalpark: „Wir konnten nicht mehr länger zuschauen“

Als Folge des anhaltenden Social-Media-Hypes um den „Infinity-Pool“ wird der Bereich darum oberhalb des Königssees gesperrt. So soll sich die Natur erholen, nachdem sich zuletzt eine regelrechtes Trampelpfad-Netzwerk gebildet hatte, so die Begründung.
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Als Folge des anhaltenden Social-Media-Hypes um den „Infinity-Pool“ wird der Bereich darum oberhalb des Königssees gesperrt. So soll sich die Natur erholen, nachdem sich zuletzt eine regelrechtes Trampelpfad-Netzwerk gebildet hatte, so die Begründung.

Damit sich die Natur dort wieder erholen kann, ist der Bereich um den sogenannten „Infinity Pool“ oberhalb des Königssees im Nationalpark Berchtesgaden nun auf Anordnung des Landratsamts gesperrt. BGLand24.de hat sich bei der Nationalparkverwaltung und der Gemeinde erkundigt, wie sie diesen Schritt beurteilen.

Schönau am Königssee - „Wir hätten gerne vermieden, dass es soweit kommt. Aber die Situation ist aus naturschutzrechtlicher Sicht wohl leider nicht anders zu lösen“, so Ulf Dworschak, Abteilungsleiter für Naturschutz und Planung bei der Verwaltung des Nationalparks Berchtesgaden. „Das ist sicher eine Ultima Ratio. Aber wir konnten nicht mehr länger zuschauen, wie der Waldboden dort zerstört wird!“

Natur soll sich wieder erholen können: Sperrung des „Infinity-Pools“ oberhalb des Königssees im Nationalpark Berchtesgaden

Der Park sei bereit, das Verbot nun auch durchzusetzen. „Unsere Parkranger sind gut aufgestellt und vorbereitet, um diese Fläche nun zu überwachen und Verstöße zu ahnden.“ Für ein erstmaliges Betreten des gesperrten Arials muss grundsätzlich mit einer Strafe mindestens im dreistelligen Bereich gerechnet werden. Je nach Verstößen können die Strafen aber auch deutlich höher ausfallen und bis zu 25.000 Euro betragen. „All diese Leute, die sich dort Wege zum sogenannten ‚Infinity Pool‘ gebahnt haben, das hatte eine Eigendynamik bekommen, die nichts mehr mit Naturerleben zu tun hatte.“

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten. Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen „im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen“. Allerdings kann dies, unter anderem, aus Gründen des Naturschutzes untersagt oder beschränkt werden.

Beliebtes Fotomotiv ab sofort gesperrt

Der bei Touristen beliebte Bereich um die Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden ist für mindestens fünf Jahre gesperrt worden. Damit soll der Natur Zeit gegeben werden, sich wieder zu erholen, so die Begründung der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts. Über die sozialen Medien war der ehemals versteckte Ort weltweit bekannt geworden. In der Folge besuchten tausende Fototouristen die Gumpen am Wasserfall jährlich und lichten sich darin ab. Müll, Lärm, illegale Lagerfeuer und immer wieder Rettungsaktionen für in Not geratenen Besucher waren die Folge. In den vergangenen Sommern habe sich durch die Gäste ein weit verzweigtes Netz aus Trampelpfaden mit einer Länge von mindestens drei Kilometern neu gebildet, heißt es. Dadurch seien der Boden sowie die Tier- und Pflanzenwelt stark gefährdet worden.

Die Gebietskulisse der Verordnung,

Wichtig dabei zu beachten ist: Die Sperrung beruft sich ausdrücklich auf den Naturschutz, nicht aber auf Sicherheitsbedenken. Der untere Bereich des Wasserfalls, an dem sich im April vor zwei Jahren ein tragischer Unfall mit zwei Toten ereignete, ist nicht Teil des nun gesperrten Bereichs (Plus-Artikel BGLand24.de). „Man muss auch sagen: Angesichts der Massen an Leuten, die dort in der letzten Zeit unterwegs waren, hielt sich das Einsatzgeschehen insgesamt betrachtet im Rahmen“, bemerkt auch Martin Planegger von der Wasserwacht.

Der Gemeinderat von Schönau am Königssee hatte sich in seiner Sitzung Mitte April, als Teil eines Beteiligungsverfahrens für die Sperrung, einstimmig gegen ein Betretungsverbot ausgesprochen und dieses als „nicht zielführend“ abgelehnt. Stattdessen wurde eine gezielte Besucherlenkung zum Gumpen vorgeschlagen, um die Schäden zu reduzieren (Plus-Artikel BGLand24.de). Es wurde allerdings eingeräumt, dass eine zeitlich befristete Sperrung, bis sich die Natur wieder erholt hat, vielleicht noch vorstellbar wäre. „Das ist ja nun auch so gekommen“, bemerkt Andreas Huber, Geschäftsführer der Gemeinde. „Es wird sich im Anschluss nun auch zeigen müssen, was die Maßnahme gebracht hat.“

hs

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