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Sperrung des „Influencer Pools“ im Nationalpark Berchtesgaden: So diskutiert ihr

„Schade, aber wohl bitter nötig“ vs. „Jetzt sollen uns also auch noch in der Natur Verbote auferlegt werden?“

Als Folge des anhaltenden Social-Media-Hypes um den „Infinity-Pool“ wird der Bereich darum oberhalb des Königssees gesperrt. So soll sich die Natur erholen, nachdem sich zuletzt eine regelrechtes Trampelpfad-Netzwerk gebildet hatte, so die Begründung.
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Als Folge des anhaltenden Social-Media-Hypes um den „Infinity-Pool“ wird der Bereich darum oberhalb des Königssees gesperrt. So soll sich die Natur erholen, nachdem sich zuletzt eine regelrechtes Trampelpfad-Netzwerk gebildet hatte, so die Begründung.

Sowohl Kritik als auch Zustimmung gibt es nach der Entscheidung des Landratsamts Berchtesgadener Land für eine Sperrung Sperrung des „Influencer Pools“ im Nationalpark Berchtesgaden. BGLand24.de hat für euch zusammengestellt, wie ihr über das Thema diskutiert.

Schönau am Königsee - „Überall auf der Welt werden von Industrien und Lobbyisten Wälder gerodet, Tiere getötet, Gewässer ausgetrocknet und Pflanzen vergiftet. Und hier spricht man bei ausgetretenen Wanderwegen auf einer Strecke von paar hundert Metern von einer Zerstörung der Vegetation? Die Natur ist für uns alle da, und wir sind Teil von ihr. Jetzt sollen uns also auch noch in der Natur Verbote und Sperren auferlegt werden? Von wem und mit welchem Recht?“, fragt Joachim B. unter dem Facebook-Post von rosenheim24.de. Martin K. sieht dies in seinem Kommentar als Schritt dazu, dass „jegliche Freude und Entspannung“ genommen werden solle.

„Jetzt wird Naturschutz vorgeschoben . Die bekommen diese Fotolocation nicht in Griff, also machen die einfach dicht“, schreibt wiederum Patricia G. unter dem Facebook-Post von BGLand24.de. „Wäre sicher anders auch zu lösen gewesen. Ein absolutes Verbot ist natürlich die bequemste Lösung“, schreibt auch Engelbert B. unter dem Post von chiemgau24.de. „Sehr schade. Das ist eine toller Wanderroute. Wenn man sein Müll mitnimmt und die Natur achtet, sollte das kein Problem sein“, meint unter dem Facebook-Post des Nationalparks Thomas T., räumt allerdings ein: „Ich habe allerdings auf dem Weg dorthin auch unzählige Wasserflaschen und Handtücher gesehen.“

Natur soll sich wieder erholen können: Sperrung des „Infinity-Pools“ oberhalb des Königssees im Nationalpark Berchtesgaden

Der bei Touristen beliebte Bereich um die Gumpe im oberen Teil des Königsbach-Wasserfalls im Nationalpark Berchtesgaden ist für mindestens fünf Jahre gesperrt worden. Damit soll der Natur Zeit gegeben werden, sich wieder zu erholen, so die Begründung der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts. Über die sozialen Medien war der ehemals versteckte Ort weltweit bekannt geworden. In der Folge besuchten tausende Fototouristen die Gumpen am Wasserfall jährlich und lichten sich darin ab. Müll, Lärm, illegale Lagerfeuer und immer wieder Rettungsaktionen für in Not geratenen Besucher waren die Folge. In den vergangenen Sommern habe sich durch die Gäste ein weit verzweigtes Netz aus Trampelpfaden mit einer Länge von mindestens drei Kilometern neu gebildet, heißt es. Dadurch seien der Boden sowie die Tier- und Pflanzenwelt stark gefährdet worden.

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten. Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen „im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen“. Allerdings kann dies, unter anderem, aus Gründen des Naturschutzes untersagt oder beschränkt werden.

Man bedauere, dass es so weit habe kommen müssen, betonte die Verwaltung des Nationalparks gegenüber BGLand24.de (Plus-Artikel BGLand24.de). Die Gemeinde Schönau am Königssee wiederum verwies darauf, dass der Gemeinderat dort sich zuletzt gegen eine Sperrung ausgesprochen habe. Stattdessen wurde eine gezielte Besucherlenkung zum Gumpen vorgeschlagen, um die Schäden zu reduzieren. Es wurde allerdings eingeräumt, dass eine zeitlich befristete Sperrung, bis sich die Natur wieder erholt hat, vielleicht noch vorstellbar wäre. „Das ist ja nun auch so gekommen“, bemerkt Andreas Huber, Geschäftsführer der Gemeinde. „Es wird sich im Anschluss nun auch zeigen müssen, was die Maßnahme gebracht hat.“

Zustimmung für Sperrung überwiegt

Neben einigen kritischen Stimmen stößt die Maßnahme insgesamt auf breite Zustimmung. In einer Pinpoll-Abstimmung im Artikel von BGLand24.de spricht sich die überwiegende Mehrheit der Befragten für die Maßnahme aus. Auch in den Sozialen Medien überwiegen die positiven Kommentare. „Schade, aber wohl bitter nötig“, schreibt etwa Maria M.. „Einerseits finde ich es gut. Andererseits ärgert es mich, dass ich als Wanderer dort nicht mehr hingehen könnte, weil Horden von hirnlosen Instagram-Irren da für immer die gleichen Fotos hingeströmt sind und sich womöglich noch in Gefahr begeben haben“, meint Klaas B.. „Zeit is worn …“, schreibt Alexandra W..

„Absolut richtig! Und endlich mal keine windelweichen Wischiwaschi-Maßnahmen, sondern klare Kante für die misshandelte Natur und ihre Bewohner. Hoffentlich nehmen sich andere Regionen, in denen sich die Horden ebenso zerstörerisch aufführen, ein Beispiel!“, so Maria L.. „Ich find‘s auf der einen Seite sehr schade, ich hätte diesen Platz schon gerne mal gesehen, hab den Besuch wegen der Massen an Leuten bisher immer gescheut. Kein Selfie, kein Bad in den Gumpen, einfach nur hinwandern. Auf der anderen Seite ist der Schritt wohl überfällig und die ‚normalen‘ Leute müssen wieder unter der Dummheit einiger anderer Leiden. Wie so oft. Schade.“, findet Matthias P.

hs

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