Neubau der Jennerbahn

Verklagt der Bund Naturschutz die Jennerbahn?

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Wohnungsbau am Jennergipfel
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Schönau - Die Entscheidung, die historische Jennerbahn dem Erdboden gleich zu machen und einen Neubau zu errichten hat zu vielen hitzigen Diskussion geführt. Die Baustelle schreitet mittlerweile seit Monaten voran. Steht jetzt eine Klage an?

Am 5. März schlossen sich die Tore der historischen Jennerbahn. In Windeseile wurde das alte Gebäude dem Erdboden gleichgemacht und mit dem Bau der neuen Bahn begonnen. Reibungslos geht das neue Bauwerk allerdings nicht vonstatten.

Kritik vom Bund Naturschutz

Bereits im Mai hatte der BUND Naturschutz (BN) Mängel in der Bauausführung angesprochen und auf Anordnung der Regierung von Oberbayern war der Weiterbau der Baustraße oberhalb des Mitterkasers zunächst eingestellt worden. 

"Jetzt weicht die Bauausführung der Baustraße auf der Nationalparkwiese massiv von der genehmigten ab und in dem neuen Gebäude der Bergstation ist neben 6 Appartements eine Wohnung mit 139 Qudratmetern vorgesehen", so die Kritik des Bund Naturschutz an dem Bauprojekt.

Klage gegen Bauausführung der Bergstation 

Verklagt der Bund Naturschutz die Jennerbahn?

Weiterhin führt der Bund aus: "Vorsorglich hat der BN Klage gegen den Bescheid zum Bau der Bergstation vom 25. Juli eingereicht, da abweichend von der ursprünglichen Planung mit zehn Appartements à 30 Quadratmeter sechs Appartements zwischen 33 und 35 Quadratmetern genehmigt wurden sowie eine 139 Quadratmeter große Wohnung für den Bereichsleiter. Der BN hatte die zehn Appartements nach längerer Debatte mit den Vertretern der Jennerbahn akzeptiert, da es hieß, nur so könne man qualifiziertes Personal bekommen." 

Auch wenn nun argumentiert werde, die Fläche sei gleich geblieben, bleibe es Naturzerstörung "für reinen Luxus", ganz abgesehen von den Bau- und Unterhaltskosten, so der BN.

"Da die Flächen bereits aus dem Fels geschlagen wurden, wäre eine Möglichkeit, die Fläche der Öffentlichkeit zu Informationszwecken über den Jenner und den Nationalpark, das dort noch heimische Birkwild und weitere streng geschützte Arten sowie die Bergwelt zur Verfügung zu stellen", so die Naturschützer weiter.

Antrag auf vorläufige Nutzungseinstellung

Verklagt der Bund Naturschutz die Jennerbahn?

Aber nicht nur die Wohnungen sind dem Bund Naturschutz ein Dorn im Auge. Die Verantwortlichen kritisieren weiter: "Seitens des Naturschutzes bestand die Hoffnung, dass nach der Kritik an der Bauausführung bei der Baustraße und der Baueinstellung oberhalb des Mitterkasers im Mai wegen der Balz des Birkwilds künftig Auflagen der Bescheide und Vereinbarungen eingehalten werden. Statt dessen wurde die Wiese im Nationalpark unterhalb der Bergstationabweichend von der Genehmigung komplett überfüllt. 

Das ist auch deshalb unzulässig, weil sich direkt im Anschluss an die Wiese ein Balzplatz befindet, vor dem sich jetzt die 15 bis 18 Meter hohe Aufschüttung der Baustraße auftürmt. In den Vorgesprächen war auch nie die Rede davon, dass 45-Tonner dort fahren werden, wie in dem Bericht vom 5. August im Berchtesgadener Anzeiger nachzulesen ist. Deshalb wurde der Antrag auf Nutzungsuntersagung gestellt".

Immer wieder: Mehr Fels als gedacht 

Und noch einen Kritikpunkt gibt es: "Bereits im Waldstück zwischen Sulzbergkaser und Spinnergraben war die Menge des abgegrabenen Felses falsch berechnet worden, so dass die Aufschüttung größer wurde als geplant." 

In der Kurve bei der Jennerwiesenbahn, einem sehr beliebten Balzplatz des Birkhuhns, habe sich die Aufschüttungsfläche gegenüber den Planungen ebenfalls erhöht. Auch der ehemalige Fels auf der Bergstation mit dem Sendemasten, ein Biotop und prioritärer Lebensraum, werde entgegen allen Zusagen komplett beseitigt und abgegraben. 

"Als Grund wurde Gefahr im Verzug genannt, wobei von der Gefahrenerkennung Anfang Juni 2017 bis zur Beseitigung Anfang August 2017 rund zwei Monate vergingen", so der BN.

Wo sich laut dem Bund Naturschutz die Balzplätze vom Birkwild befinden, können Sie dem pdf entnehmen.  Hier geht´s zum pdf

Was die Jennerbahn zu diesen Vorwürfen sagt, lesen Sie nächste Woche auf BGLand24.de

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