Königssee: Kinderweinen in der Nacht!

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Schönau - Vom Königssee-Ostufer hörten Wasserwachtler plötzlich das Weinen zweier Kinder. Im Dunkeln machten sie sich auf die Suche und fanden eine Urlauberfamilie im kaum begehbaren Steig:

Die Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht waren während der vergangenen Tage mehrmals bei Notfällen am Königssee gefordert. Am Mittwoch wurde eine Urlauberfamilie bei Dunkelheit vom verfallenen Steig am Ostufer gerettet, am Donnerstag verletzte sich eine 70-Jährige in St. Bartholomä am Kopf und am Sonntag zog sich ein Zwölfjähriger beim Baden eine tiefe Schnittwunde zu.

Am Mittwoch gegen 21.30 Uhr beendeten die Wasserretter eine Tauchübung und parallel dazu eine separate Bootsausbildung, wobei beide Übungen im Bereich de Nassen Palfens kurz nachbesprochen wurden. Kurz vor der Rückfahrt - mittlerweile war es bereits dunkel geworden - vernahmen die Wasserretter vom kaum begehbaren Steig am Ostufer des Königssees die Stimmen weinender Kinder. Die Retter gingen den Leuten daraufhin mit Lampen entgegen: Eine Urlauberfamilie mit zwei neun und elfjährigen Kindern hatte am Anleger Kessel das letzte Schiff versäumt und dann versucht, die Seelände zu Fuß zu erreichen. „Glücklicherweise ging diese Nachtwanderung ohne Licht bis auf einige Kratzer und Erschöpfung der Kinder gut aus“, freut sich der Technische Leiter der BRK-Wasserwacht, Franz Kurz. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Eltern weder den Fahrplan der Schifffahrt noch den Zustand und Verlauf des Steiges kannten, ja sogar Vorwürfe wegen des schlechten Zustands des Steiges erhoben. Die Warnschilder am Beginn des verfallenen Steiges hatten sie ebenfalls ignoriert. Kurz: „Ein klärendes Gespräch brachte leider kaum Einsicht.“ Die BRK-Wasserwacht brachte die Familie mit dem Motorrettungsboot zur Seelände zurück.

Am Donnerstag gegen 12.40 Uhr schickte die Leitstelle Traunstein die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot nach St. Bartholomä, wo eine 70-jährige Touristin aus dem Allgäu unglücklich gestürzt war und sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte. Die Wasserretter versorgten die Wunde noch am Boot und brachten die Patientin mit ihrem Mann zur Seelände zurück. Einen Weitertransport ins Krankenhaus verweigerten sie aber, da bereits der Bus für die Rückfahrt ins Allgäu wartete.

Am Sonntag gegen 18 Uhr ging ein weiterer Alarm aus St. Bartholomä ein, wo sich ein Zwölfjähriger aus Rheinland-Pfalz beim Baden an einer Scherbe verletzt und sich eine rund fünf Zentimeter tiefe Schnittwunde zugezogen hatte. Ein Rettungsassistent der BRK-Wasserwacht versorgte den Jungen, der per Boot zur Seelände gebracht wurde und dann per Rettungswagen zur Wundversorgung in die Kreisklinik Berchtesgaden eingeliefert wurde.

BRK BGL

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