Schilder an Holzzaun genagelt

Strafbefehl akzeptiert: Ossi-Hasser aus Schönau muss Geldstrafe zahlen

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10.11.1989, Berlin: Mit Wunderkerzen in den Händen freuen sich die Menschen auf der Berliner Mauer über die Öffnung der deutsch-deutschen Grenzen.

Schönau am Königssee - „Nur ein toter Ossi ist ein guter Ossi“ - diesen und ähnliche Sprüche hängte ein 62-Jähriger an seinen Holzzaun in Schönau. Beinahe wäre es nun zum Prozess gekommen.

Am Dienstag (3. März) hätte sich ein 62-Jähriger aus Schönau am Königssee vor dem Amtsgericht Laufen verantworten müssen. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Volksverhetzung und feindselige Gesinnung gegen die ostdeutschen Mitbürger. 


Der 62-Jährige hatte laut bild.de einen Strafbefehl erhalten, den er jedoch nicht akzeptieren wollte. Er sah sich im Recht: „Ich habe die sieben DIN-A4-Zettel aus Wut aufgehängt. Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung predigen alle, wie toll das alles für Deutschland war. Dabei zahlen wir immer noch für Leute, die gar nicht zu unserem Land gehören", so der Schönauer zu bild.de. 

„Das traurige am Schießbefehl ist nicht, dass es ihn gegeben hat."

Wie der Mann weiter berichtet, hätte ihn seiner Meinung nach ein "Ossi-Nachbar" bei der Polizei gemeldet. Diese kam dann Anfang November 2019 und sammelte die Schilder ein. Neben „Nur ein toter Ossi ist ein guter Ossi“ sei auch der Spruch „Das traurige am Schießbefehl ist nicht, dass es ihn gegeben hat. Das traurige ist, dass er 1989 nicht rigoros befolgt wurde!!!“ auf einem der Zettel zu lesen gewesen.


Doch zur Verhandlung kam es nicht, wie bild.de berichtet. In letzter Sekunde hat der 62-Jährige den Strafbefehl akzeptiert. 7200 Euro muss der Mann nun Strafe zahlen.

mh

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