Bezüglich Instagram-Hotspot Königsbachfall **mit Voting**

Nationalpark Berchtesgaden überlegt Sperrung des Königsbachfalles

Keiner braucht ein Bild im Königsbachfall - Lebensgefahr!!!
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Mittlerweile gibt es von Seiten des Nationalparks keinerlei Verständnis mehr für den Foto-Hype am Königsbachfall am Königssee.

Schönau am Königssee - Nach der jüngsten Aufregung um Fotos vom Königsbachfall am Königssee in sozialen Netzwerken überlegt sich der Nationalpark Berchtesgaden massive Schritte, um den Hype ein Ende zu machen. Auch die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH spielt dabei eine Rolle.

Gefährlich und eigentlich nicht öffentlich ist der Weg zum Königsbachfall oberhalb des Königssees. Für das perfekte Foto in den Gumpen des Wasserfalls übersteigen Instagram-Nutzer Drahtseile, hangeln sich an Felswänden entlang und was den Nationalpark Berchtesgaden am meisten stört, sie halten sich nicht an den geltenden Naturschutz.


Egal welche Wege man im Nationalpark beschreitet, immer wieder begegnet einem der Hinweis, auf den Wegen zu bleiben, um Flora und Fauna zu schützen. "Zum Königsbachfall gibt es mittlerweile ein Spinnennetz von Wegen", bedauert Nationalpark-Sprecherin Carolin Scheiter gegenüber BGLand24.de. Von den Müllbergen, die dort hinten hinterlassen werden, will sie gar nicht sprechen.


Nach Instagram-Hype im Nationalpark: "Wir prüfen konkret, ob eine Sperrung des Gebietes möglich ist!"

Ein Instagram-Post  von Influencerin Yvonne Pferrer sorgte jüngst für Aufregung. Nicht nur, dass sie in der Story-Funktion genau den Weg zum Königsbachfall beschrieb, ein Video in ihrem Instagram-Post wurde offensichtlich auch mit einer Drohne aufgenommen. "Wir hatten Kontakt zu Yvonne Pferrer und sie gebeten, den Post zu löschen", erklärt Scheiter. "Das hat sie nicht gemacht, sie hat ihren Post lediglich ergänzt. Für sie ist die Diskussion damit beendet, für uns nicht."

Denn Yvonne Pferrer ist nicht die erste, die den Königsbachfall als Foto-Motive nutzt. Bereits seit 2018 nimmt der Hype um den Wasserfall und seine Gumpen immer mehr zu. "Deshalb prüfen wir mittlerweile konkret, ob eine Sperrung des Gebietes möglich ist", gibt die Nationalpark-Sprecherin zu. Auch Gespräche mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH gibt es, um die Foto-Touristen gezielt an leichter erreichbare und ungefährlichere Orte in der Region zu lotsen, die genauso tolle Fotos möglich machen.

"Die BGLT und der Nationalpark sprechen sich ab sofort in einem regelmäßigen Jour Fix ab", bestätigt Sprecherin Ursula Wischgoll gegenüber BGLand24.de. "Aktuell integrieren wir Empfehlungen des Nationalparks in der Wander-App, informieren über das BGLT-Intranet unsere MitarbeiterInnen (auch in den Touristinfos) über Wegesperrungen und ähnliches. Außerdem informieren wir in unserem Ausflugsticker bei Überfüllung von Ausflugszielen."

Anhörungen wegen unerlaubter Drohnen-Nutzung im Nationalpark laufen

Während im Hintergrund weiter die Gespräche laufen, ermittelt außerdem die Polizei Berchtesgaden und das Landratsamt Berchtesgadener Land wegen des unerlaubten Drohnengebrauchs im Nationalpark. "Am 5. Juni 2020 wurde die Angelegenheit (Aufnahmen einer Influencerin im Berchtesgadener Nationalpark) der unteren Naturschutzbehörde bekannt: Die untere Naturschutzbehörde erhielt von der Nationalparkverwaltung Kenntnis, dass auf Instagram ein Drohnenvideo veröffentlicht wurde. Derzeit ermittelt die Polizeiinspektion Berchtesgaden, die auch die Anhörung durchführt. Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, wird die Polizeiinspektion das Ergebnis der unteren Naturschutzbehörde mitteilen und diese den Erlass eines Bußgeldbescheides prüfen", heißt es aus dem Landratsamt.

Was meinst du?

Ermittelt wird nicht gegen Yvonne Pferrer, da sie auf dem Video zu sehen ist, sondern gegen ihre/n Begleiter, der/die die Drohne geführt haben muss. Über laufende Bußgeldverfahren und die Höhe des festgesetzten Bußgeldes könne allerdings keine Auskunft erteilt werden, so Pressesprecher Gerhard Richter. "Grundsätzlich reicht der vorgeschriebene Rahmen für das unzulässige Betreiben von Flugmodellen oder Starten und Landen mit anderen Luftfahrzeugen im Nationalpark von bis 50 € bis 2.500 €. Wie lange das Verfahren und die Ermittlungen andauern werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen."

Darum informiert der Nationalpark auf seiner Facebookseite Nationalparkzentrum "Haus der Berge" nochmal ausführlich darüber, was im Nationalpark erlaubt ist und was nicht. Aber auch, warum gewisse Maßnahmen möglich sind und andere wieder nicht.

cz

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