Beeindruckendes Video aus St. Bartholomä

Deutschlands letzte gelbe Telefonzelle auf Abschiedsfahrt über den Königssee

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Schönau am Königssee - Abgebaut wurde sie bereits im Oktober des vergangenen Jahres - die letzte gelbe Telefonzelle Deutschlands. Nun, sechs Monate später, veröffentlichte die Telekom ein beeindruckendes vom Abtransport über den Königssee.

Am 12. Januar 1881 wurde in Berlin das erste sogenannte "Fernsprechkiosk" in Betrieb genommen und ab 1946 waren dann alle Telefonzellen einheitlich gelb. Seit Anfang Oktober 2018 sind die gelben Kästchen vollkommen aus Deutschland verschwunden. Lediglich einige "Weiß-Grau-Magenta-Exemplare" sind noch zu finden.

Eine Telefonzelle auf Abschiedsfahrt

Die letzte verbleibende gelbe Telefonzelle wurde im morgendlichen Nebel des 9. Oktobers 2018 in St. Batholomä abgebaut. Weil St. Bartholomä nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist, wurde die Zelle mit einem Schleppkahn über den Königssee abtransportiert. Die Telekom veröffentlichte erst jetzt das Video, da man sicher gehen wollte, dass es sich tatsächlich um die allerletzte gelbe Telefonzelle handelte. 

Vor rund 20 Jahren waren es nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebundes indes noch mehr als 160 000 sogenannte öffentliche Telefonstellen. 

Etwa drei Stunden dauerte unter der Regier von Josef Linner, Referent der Deutschen Telekom, der Abbau. Insgesamt hat dieser in Bayern im Jahr 2018 rund 300 gelbe Telefonzellen abgebaut. 

Warum der Abbau von Telefonzellen? 

„Wir entschließen uns, das Telefonhäuschen vom Netz zu nehmen, wenn der Umsatz pro Monat dauerhaft unter 50 Euro absinkt, weil die Kosten natürlich wesentlich höher sind", erklärt Günter Nerlinger, Projektleiter der Telekom, im Video. Im Zeitalter von Internet, Smartphone, dem Chatdienst WhatsApp und Tablet gelten Telefonhäuschen als Relikt einer vergangenen Epoche.

Dafür gibt es immer wieder neue Ideen, wie die alten Telefonzellen genutzt werden. So hat ein Vater in Burgkirchen an der Alz seinem Sohn den kleinsten Flohmarkt der Welt gebaut.

Und das ist die gute Nachricht für Nostalgiker und jene, die sich eine ausrangierte Telefonzelle in den Garten stellen, zur Duschkabine umbauen oder auch als kleine Bibliothek einrichten wollen. Ab 600 Euro aufwärts, so der Telekom-Sprecher, könne ein solches Fernsprechhäuschen erworben werden. Nur: Die gelben Zellen sind bereits ausverkauft.

Rubriklistenbild: © Screenshot

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