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Urlauber machen Nationalpark unsicher

Instagram-Hype am Königssee: Mit Flip-Flops zum "Influencerbecken"

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Schönau am Königssee - Den Königsbachwasserfall entdecken immer mehr Besucher für sich. Bis zu 100 Menschen pilgern täglich dorthin - und bringen sich für ein Foto in Lebensgefahr.

Für die Nationalparkverwaltung im Berchtesgadener Land hat zunehmend ein Problem mit sogenannten Influencern, also Leuten, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Aufsehen sorgen und denen andere dann folgen.

Das Problem: Im Nationalpark Berchtesgaden gibt es viele schöne Ecken, an denen sich tolle Fotomotive bieten. Eine solche Stelle ist das Becken des Königsbachwasserfalls, das eine spektakuläre Aussicht auf den Königssee bietet. Mittlerweile wird dieses Becken von Einheimischen offenbar auch schon als "Influencer-Becken" bezeichnet.

Bis zu hundert Menschen täglich machen sich laut einem Bericht von Sat.1 mittlerweile auf den Weg dorthin - stets auf der Suche nach dem besten Foto.

Fotojäger riskieren ihr Leben

Doch dabei riskieren diese Leute oft ihr eigenes Leben, berichtet Martin Planegger von der Wasserwacht Berchtesgaden gegenüber Sat.1. Denn um zu dem Wasserfall zu gelangen, müssen sie durch alpines Gelände. Manche seien sogar nur mit Flip-Flops unterwegs - ohne jegliche Wanderausrüstung.

Die Fälle, in denen die Retter eingreifen müssen, häufen sich. So wäre Ende August zum Beispiel eine 25-jährige Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen beinahe am Königsbachwasserfall abgestürzt, als sie und eine Begleiterin zum Königsbachgumpen wollten. Und das ist nur einer von mehreren Fällen in jüngster Zeit, heißt es.

Die Nationalparkverwaltung ärgert vor allem auch, dass die Instagram-Touristen rüpelhaft mit der geschützten Natur umgehen, ihren Müll liegen lassen und ohne jegliche Rücksicht durch die Natur trampeln statt auf den ausgezeichneten Wegen zu bleiben, erklärt Ulf Dworschak in dem Sat.1-Bericht.

Über stärkere Kontrollen, Strafen und Sperren der Zugangswege werde nun seitens der Nationalparkverwaltung nachgedacht, heißt es. Denn die Wanderer sollen auf den offiziellen Wegen bleiben.

Narzissmus als Ursache des Phänomens?

Der Foto-Hype ohne Rücksicht auf Verluste sei narzisstisch motiviert, erklärt hingegen Dr. Pablo Hagemeyer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gegenüber Sat.1. Diese sogenannten Influencer suchen Anerkennung aus dem Umfeld und würden dadurch auch große Risiken eingehen für das spektakulärste Foto. Dahinter stecke zudem ein übersteigertes Selbstwertgefühl, das immer wieder befriedigt werden muss, indem neue Anerkennung eingefordert wird.

ksl

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