Studium verdrängt Ausbildungen

Fachkräftemangel in Tourismus und Handwerk

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v.l.n.r. FDP-Ortsvorsitzender Berchtesgadener Tal und Kreisrat Armin Nowak, FDP-Kreisvorsitzende Ingrid Porbeck, Kreisrat a.D. Karl Kaltenberger und Reichenhaller Stadtrat Gerhard Schröter

Schönau - "Unser Landkreis blutet aus", so Armin Nowak. Beim aktuellen Unternehmerfrühstück der FDP war der Facharbeitermangel ein Thema.  

Nicht ganz ohne Stolz freute sich der Kreisrat und FDP-Ortsvorsitzende Armin Nowak über die beim letzten Unternehmerfrühstück in Marktschellenberg entfachte Diskussion über die Straßenmaut. Jetzt steht dieses Thema sogar bei den anderen Parteien auf der Agenda. So könne das "Bürokratie-Monster" doch noch verhindert werden.

Beim aktuellen Unternehmerfrühstück standen Facharbeitermangel in den touristischen Berufen und im Handwerk im Vordergrund.

Zunächst wurden die Besucher im „Brunneck“ in der Schönau am Königssee begrüßt. Gerade in den touristisch geprägten Orten, wie Schönau am Königssee sind die Servicekräfte in den gastronomischen Betrieben die Säulen unseres Wohlstandes.

Zahl der Auszubildenden geht zurück

Um unser duales Ausbildungssystem beneidet uns die ganze Welt. Trotzdem ist deutschlandweit die Zahl der Auszubildenden in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zurückgegangen, weil viele Schüler und Jugendliche lieber das Abitur machen wollen, um anschließend die Hochschulen und Universitäten zu besuchen. Dabei werden sie oft von ihren Eltern psychisch unter Druck gesetzt, zu studieren, auch wenn es nicht ihren Neigungen entspricht.

Die Arbeitsplätze im Landkreis für Akademiker sind aber nicht ausreichend, so dass die Jugendlichen dann in die Großstädte oder ins Ausland abwandern müssen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei herrscht bereits jetzt schon Mangel an Nachwuchs für qualifizierte Handwerksberufe.

"Unser Landkreis blutet aus", so der Ortsvorsitzende und Kreisrat Armin Nowak. Stadtrat Gerhard Schröter erklärte, dass ein Drittel der Bachelor-Studenten scheitern und vorzeitig abbrechen. Unser duales Ausbildungssystem lässt die Nachqualifizierung nach der beruflichen Praxis einer Ausbildung durchaus zu.

Dabei werden nicht nur Servicekräfte, sondern auch hochqualifizierte Fachkräfte, Handwerker und sonstige Dienstleister händeringend von den örtlichen Betrieben gesucht. Wenn es uns im Landkreis nicht gelingt diese Stellen zu besetzen und für die jungen Menschen eine Zukunft zu schaffen, wird unser Wohlstand weiterhin zurückgehen. Nicht umsonst liegt unser Landkreis auf einer der letzten Stellen innerhalb von Bayern. Die umstrittene Rente ab 63 verschärft die Situation noch.

Pressemeldung FDP Berchtesgadener Tal

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