Social-Media-Hotspot fordert zwei Todesopfer

Todesdrama am Königssee: Zwei Männer (21) sterben bei Badeunfall

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Schönau/Königssee - Am Dienstag verstarben zwei junge Männer in einem Becken des Königsbach-Wasserfalls. Nun ermittelt die Kripo. Viele junge Menschen strömen immer wieder zum Königsbachfall, um Fotos zu schießen und auf Social-Media-Kanälen zu posten. Rettungsdienste und Nationalparkverwaltung warnen immer wieder vor den Gefahren.

Eigentlich wollten die drei jungen Männer aus Sachsen nur im Königssee baden gehen, vielleicht ein paar Fotos machen, ihren Urlaub genießen. Am Ende waren zwei von ihnen tot. Die beiden 21-Jährigen aus Sachsen waren in einem der Becken vom Wasserfall Königsbach über dem Königssee gestorben

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Immer wieder zieht die beeindruckende Kulisse des Königssees Touristen aus aller Welt an. Besondere Berühmtheit erlangte das Influencer-Becken dank Social-Media, das es vor allem jungen Besuchern angetan hat. Jeden Tag pilgern im Sommer zahlreiche Menschen dorthin, um das perfekte Foto zu schießen. Beim Bad in dem Becken sind nämlich atemberaubend schöne Aufnahmen vor der Kulisse möglich. Doch was viele dabei vergessen: Ein Sprung in die Naturbecken kann lebensgefährlich werden. 

Bereits im September berichtete BGLand24.de von den heimtückischen Gefahren, die der Königsbach-Wasserfall mit sich bringt. Allein der Aufstieg zu den Becken hat es in sich. Besucher müssen durch Alpines Gelände wandern, um den Wasserfall zu erreichen. Eine Tour, die viele nicht ernst genug nehmen. Sogar in Flipflops trete manch einer den Aufstieg an, berichtete damals Martin Planegger von der Wasserwacht Berchtesgaden gegenüber Sat1. 

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Einsätzen für die Bergwacht. Ende August 2018 stürzte beispielsweise eine Touristin aus Nordrhein-Westfahlen ab und fiel 50 Meter in die Tiefe. Sie konnte sich gerade noch an einem Büschel Grashalme festklammern. 

Wie das BRK in einer Pressemeldung erinnert, starben 1979 bereits zwei Einheimische im Alter von zwölf und 14 Jahren im selben Gumpen. Damals war einer der Jungen über den sieben Meter hohen Wasserfall in den knapp 2,60 Meter tiefen Gumpen gesprungen. Sein Begleiter hatte dessen hilflose Handbewegungen missverstanden und als Aufforderung zum Hinterherspringen interpretiert. Der Taucher der BRK-Wasserwacht konnte die Jungen nur noch tot bergen.

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Was zu jeder Jahreszeit ein hohes Risiko birgt, wurde am Dienstag den beiden Besuchern aus Sachsen zum Verhängnis. Denn momentan haben die Becken durch das Schmelzwasser gerade einmal 4 Grad Wassertemperatur, erklärte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von BGLand24.de. Wie genau es zu dem tragischen Ableben der beiden jungen Männer kommen konnte, sei noch nicht ganz klar, das müsse nun die Kripo ermitteln, so Sonntag. 

Man erhoffe sich besonders vom Begleiter der beiden weitere Details zum Ablauf. Die drei Männer waren aus dem sächsischen Bautzen zu Besuch in Oberbayern, berichtet tag24.de. Bei dem Becken, in dem die beiden Männer verstarben, handelt es sich um eines der untersten Becken nahe am Königssee. Ob es aber das berühmte "Influencer-Becken" ist, konnte Sonntag nicht bestätigen. Ob die beiden Männer, wie zuerst berichtet, vom Wasserfall aus in das Becken gesprungen waren oder nur ein Bad im Becken nahmen, müsse erst geklärt werden, ebenso wie die genaue Todesursache, so Sonntag. 

Nach dem ersten Erkenntnisstand der Polizeibergführer waren die beiden aber in einer Gumpe wenige Meter über dem Königssee baden gegangen und dann aufgrund des vielen Schmelzwassers nicht wieder herausgekommen. Dieses hat nämlich einen sehr hohen Sauerstoffanteil und starken Wasserdruck, wodurch ihm der Auftrieb fehlt, berichtet das BRK Berchtesgadener Land in einer Pressemeldung. Dieser Umstand erschwerte auch erheblich die Rettungsversuche der Einsatzkräfte.

jv

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