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Wildbäche im Talkessel hochwassergefährdet

Wasserwirtschaftsamt über Hochwassergefahr im BGL: „Sturzflut-Ereignisse können überall auftreten“

Heftige Regenschauer: So sah das Grundstück am Samstag (17. Juli) aus.
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Ein Bild, das um die Welt ging. Am 17. und 18. Juli wurde das Berchtesgadener Land von schweren Unwettern getroffen. Es kam zu Überschwemmungen - wie hier in Bischofswiesen - und Murenabgängen (Archivbild).
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Das Berchtesgadener Land scheint nicht mehr sicher vor den Wassermassen. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein erklärt, welche Gebiete gefährdet sind und wie es eigentlich beim Hochwasserschutz von Neubaugebieten aussieht.

Berchtesgaden/Schönau a. Königssee - Nach den verheerenden Unwettern im Landkreis hat das Wasserwirtschaftsamt Traunstein einige Gewässer auf mögliche Gefahren untersucht. So besichtigte ein Geologe das Einzugsgebiet des Klingerbaches oberhalb der Bobbahn am Königssee und die Runsen am Grünstein oberhalb der Fischmichl-Siedlung und der Vorbergsiedlung in Schönau am Königsee, wie Ilsabe Weinfurtner, eine Sprecherin des Wasserwirtschaftsamtes, mitteilt.

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Unabhängig davon werde auch bald ein Geologe den Höllgraben in Berchtesgaden einsehen, da hier der Hang langsam abrutsche und in der Folge das Bachbett des Höllgrabens sukzessive verlegt werde.

„Sturzflutartige Ereignisse können überall auftreten“

Auf die Frage, ob es potentiell gefährdete Punkte gebe, heißt es: „Sturzflutartige Ereignisse können überall auftreten. Insofern sind grundsätzlich alle Flächen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, gefährdet. In steilen Gebieten kommt neben der Wassergefahr auch die Gefahr durch Muren hinzu. Im Bereich der Bobbahn am Königssee, am Klingerbach, ist es zu einem Murabgang gekommen. Ebenso kam es z. B. oberhalb der Waldhauser- und der Vorbergsiedlung in Schönau und in Bischofswiesen-Winkl zu Murabgängen. Treten ähnliche Regenereignissen wie am 17. und 18. Juli wieder auf, so ist mit vergleichbaren Ereignissen zu rechnen“, so Weinfurtner.

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Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein führe seit dem Ereignis „mit seinen Flussmeisterstellen Räum- und Sanierungsarbeiten an den betroffenen Gewässern durch“, für deren Unterhaltung man zuständig sei. „Bei sogenannten nicht ausgebauten Wildbächen liegt die Unterhaltungspflicht nach den Wassergesetzen bei den Gemeinden“, so Weinfurtner weiter. Es gebe viele Wildbäche im Berchtesgadener Talkessel, für die ein Hochwasserschutz notwendig sei.

Viele hochwassergefährdete Wildbäche im Talkessel

„Für den Maiswandgraben in Bischofswiesen-Winkl, den Gerner Bach in Berchtesgaden, die Berchtesgadener Ache in Berchtesgaden sowie den Klausbach und den Hintersee in Ramsau laufen aktuell Hochwasserschutzplanungen.“ Mit dem Landkreis Berchtesgadener Land führe man derzeit Gespräche, wie ein Murschutz für die Bobbahn am Königssee aussehen könne. Auch bei der Fischmichl- und Vorbergsiedlung in Schönau seien Murschutzprojekte notwendig. Für die Übergangszeit würden Vorwegmaßnahmen durchgeführt, die die Sicherheit der Siedlungen kurzfristig verbessern sollen.

Gerade in der Vorbergsiedlung ist die Mure in mehrere Häuser hineingerauscht. Werden künftig potenzielle Neubaugebiete noch konkreter auf Hochwassergefahren untersucht? Laut Weinfurtner werde sich seitens des Wasserwirtschaftsamts derzeit nichts ändern. Die Bauleitplanung, also auch die Ausweisung von Baugebieten, sei Aufgabe der Kommunen. Die Gemeinden müssten lediglich Behörden und Institutionen von Relevanz, etwa eben das Wasserwirtschaftsamt, über etwaige Baupläne informieren und dazu Stellungnahmen einholen. „Die auf diese Weise gesammelten öffentlichen und privaten Belange sind anschließend gegeneinander und untereinander sachgerecht abzuwägen“, so Weinfurtner. Das Wasserwirtschaftsamt äußere sich hier zu wasserwirtschaftlichen Themen.

Hochwasseruntersuchungen in Neubaugebieten?

„Hierzu zählen auch die Belange des Hochwasserschutzes und der Hochwasservorsorge, insbesondere das Hochwasserrisiko, die Vermeidung und Verringerung von Hochwasserschäden. Das WWA Traunstein weist in den wasserwirtschaftlichen Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange zur Bauleitplanung die Kommunen zudem seit Jahren stets auf mögliche Gefahren durch Starkregenereignisse (Sturzfluten) hin. Dabei geht es insbesondere um Wassergefahren und mögliche Vermurungen und Schlammablagerungen, die völlig unabhängig von Hochwasser aus Oberflächengewässer zu großen Schäden führen können.“ Eine Abwägung der Stellungnahme würde eigenverantwortlich durch die Kommunen erfolgen.

Grundsätzlich untersuche das WWA „Gewässer erster und zweiter Ordnung“, also Flüsse und große Bäche, sowie Wildbäche mit hohem Schadenspotenzial „im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben“ auf eine Hochwassergefahr. Einzelne Baugebiete würden nicht untersucht.

ce

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