JHV bei Alpenverein-Sektion Berchtesgaden

10.000. Mitglied: Große Ehre für den Bürgermeister

+
Bürgermeister Rasp

Schönau am Königssee - Bei der diesjährigen Jahresversammlung im Gasthaus „Unterstein“ hat die Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins das 10.000. Mitglied geehrt. 

Vorsitzender Beppo Malten zeichnete Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp „stellvertretend für alle Neumitglieder“ aus und gab einen Rückblick auf das vergangenen Vereinsjahr. Zahlreiche Vereinsmitglieder wurden für ihre lange Zugehörigkeit ausgezeichnet. 

Der Andrang bei der Mitgliederversammlung war groß, Maltan konnte sich über zahlreiche Besucher freuen, darunter Ehrenmitglied Axel Fuchslechner und Franz Lochner sowie Sepp Buchner von der Sektion Prien. Ebenfalls gekommen waren Peter Renoth, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, der sich nach Jahrzehnten „guter Zusammenarbeit“ verabschiedete, weil er ab Juni in den Ruhestand geht, und Roland Baier, Leiter des Nationalparks Berchtesgaden. 

Baier sagte, dass man auch künftig die Nähe zum Alpenverein suchen werde, da es viele Verbindungspunkte gebe, die eine Zusammenarbeit erforderten. Das betreffe nicht nur das Bergsteigerdorf Ramsau, sondern vor allem auch die Wegekonzepte und die Beschilderungen im Nationalaparrk. Gleichzeitig kündigte Baier an, dass sich die Sektion Berchtesgaden bei den Feierlichkeiten des Nationalparks, dessen Gründung 40 Jahre zurückliegt, beteiligen und im Laufe des Jahres an so mancher Veranstaltung mitwirken werde, wie etwa beim Triftfest am 9. September. Sektionsvorsitzender Maltan ging in seinem Geschäftsbericht auf so manche Begebenheit des vergangenen Jahres ein, etwa jene, als das Landratsamt einen Stellplatznachweis für das Stöhrhaus am Untersberg forderte. „Was soll man dazu sagen“, sagte er. „Dass man am Störhaus nicht parken kann, sollte bekannt sein.“ 

Große Ehre für Bürgermeister

Große Ehre wurde Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp zuteil, als dieser offiziell zum 10.000. Mitglied der Sektion Berchtesgaden ernannt wurde. „Wir haben uns überlegt, wie wir das mit der Auswahl machen“, sagte Maltan. Denn tatsächlich sei es schwierig, bei so vielen Mitgliedern genau das zehntausendste zu bestimmen. Also habe man sich für den Bürgermeister entschieden, der bislang noch kein Mitglied war „und uns hoffentlich lange erhalten bleibt.“ 

Damit spielte er auf Alt-Bürgermeister Stefan Kurz an, der vor vielen Jahren ebenfalls Mitglied der Sektion geworden war, nach zwei Jahren aber wieder austrat, da seiner Meinung nach der Bundesverband des Deutschen Alenvereins „keine klare Linie fährt.“ Kurz stieß es damals sauer auf, dass der Alpenverein sich gegen eine Beschneiungsanlage auf dem Jenner ausgesprochen hatte, obwohl auch die Alpenvereinsmitglieder in Scharen die Pisten des Jenners nutzen. Ebenso kritisierte er, dass man innerhalb des Alpenvereins zwar die Skibergsteiger fördert, sich auf der anderen Seite aber gegen eine Beteiligung an den Olympischen Spielen ausgesprochen hatte. 

Immer mehr Aufgaben für Verein

Beppo Maltan sagte, dass die Aufgaben des Vereins von Jahr zu Jahr mehr würden, „wenn ich den Job irgendwann mal nicht mehr mache, muss man sich überlegen, ob man nicht einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellt.“ Die Sektion Berchtesgaden kümmert sich derzeit um acht Berghütten, ebenso um zwei Kletterhallen, darunter das Bergsteigerhaus Ganz. Maltan kündigte an, dass Bernadette Thielen aus der Vorstandschaft ausscheiden werde, da sie kaum mehr Zeit finde, sich zu engagieren. Die ehemalige Jugendreferentin Gabi Moderegger-Schieder wird Thielens Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig gab Maltan bekannt, dass Reiner Haberl ab sofort neuer Jugendreferent der Sektion ist. 

Haberl sagte, dass in den Jugendgruppen derzeit rund 250 Kinder zu betreuen seien, „wir sind stark gewachsen. 15 Klettergruppen existieren, ebenso gibt es eine Warteliste für Interessierte. Haberl ist es ein Anliegen, „die Kinder gut an das Klettern hinzuführen, sie sollen in der Halle das Kraxeln lernen, aber auch in die freie Natur rauskommen“, sagte er. Gabi Moderegger-Schieder freut sich auf die Zusammenarbeit mit Haberl, da die beiden gemeinsam künftig auch Wettkämpfe ausrichten werden. 

Hinsichtlich des Leistungssports zeigte sich Moderegger-Schieder zuversichtlich. „Das alles hat sich brutal entwickelt“, sagte sie. Drei Vorkadergruppen gibt es derzeit, allerdings werde jedem selbst überlassen, ob man an Wettkämpfen teilnehmen wolle. Und auch in Sachen Skibergsteigen könne die Sektion großer Erfolge vorweisen: „50 Prozent der deutschen Nationalmannschaft setzt sich aus Berchtesgadenern zusammen.“ Mit dabei sind unter anderem Anton Palzer, Stefan Knopf, deutscher Juniorenmeister im Vertical und Individual 2017 sowie Josef Huber, deutscher Meister im Sprint 2018. Überhaupt sei Berchtesgaden der einzige Leistungsstützpunkt für Skibergsteiger. In der Saison 2018/19 werde man das Konzept „etwas anpassen und das Training bergsteigerisch anpassen.“ 

Große Resonanz bei Watzmann-Gams

Moderegger-Schieder freute sich über die große Resonanz bei der vergangenen Watzmann-Gams, aber auch die Tatsache, dass zum ersten Mal Sprint-Rennen, wie etwa das Jennerstier-Sprintrennen am Obersalzberg, stattgefunden haben. Ob Berchtesgadener Bouldercup, 24-Stunden- Spendenklettern oder der Bezirksentscheid der Schulen: die Resonanz auf alle Wettbewerbe sei fantastisch gewesen. Gabi Moderegger-Schieder kündigte in ihrem Vorausblick einen TRI-Alpinkader für die Skibergsteiger an: „Der Nachwuchs soll in Zukunft besser mit den anderen Jugendlichen in der Sektion vernetzt werden.“ Deshalb werde man noch dieses Jahr eine spartenübergreifende Trainingsgruppe anbieten, in der die Jugendlichen leistungsorientiertes Training in den Bergsportarten Klettern, Bergsteigen und Skibergsteigen bekommen. 

Christl Zembsch berichtete über das letztjährige Tourenprogramm, ebenfalls wurde Ralf Hohmann vorgestellt, der als Fachübungsleiter Mountainbike künftig das Techniktraining übernehmen wird und einen mehrtägigen Ausflug in die Dolomiten plant. Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre lange Zugehörigkeit zur Sektion Berchtesgaden geehrt, darunter mehrere Mitglieder für 50, 60, 70 und 80 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Kilian Pfeiffer

Zurück zur Übersicht: Schönau am Königssee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser