Nostalgie Jennerbahn schließt ihre Pforten ab 

Endspurt - In wenigen Tagen beginnt der Ruhestand der Jennerbahn

+
Jennerbahn
  • schließen

Schönau am Königssee - Es ist soweit: Die letzten Tage der Jennerbahn mit ihren nostalgischen Zweier-Kabinen sind angebrochen. Am 05.03.2017 ist der letzte Betriebstag der alten Bahn:

Anfang März geht es los, dann starten zunächst die Rückbauarbeiten der alten Jennerbahn, bevor das neue Bauvorhaben begonnen werden kann. Im Frühjahr 2018 soll die neue Jennerbahn dann fertiggestellt sein und in Betrieb gehen können.

Was wird sich verändern?

"Mit dem 'Erlebnisberg Jenner' entsteht hier in der unvergleichlichen Kulisse der Berchtesgadener Bergwelt ein einmaliger Tourismusmagnet für Jung und Alt, den Sportfreund und den Naturliebhaber, sowohl für den Winter als auch für den Sommer. Nicht nur als Bayerns Tourismusministerin, auch als Bayerns Wirtschaftsministerin unterstütze ich das ambitionierte Vorhaben gerne", so beschrieb Ilse Aigner Anfang des Jahres das Bauvorhaben, als sie gemeinsam mit Kollegen aus Politik und Wirtschaft einen Scheck über 10.500.000,- Euro für die neue Jennerbahn überreichte.

Wenn die neue Jennerbahn im Frühjahr 2018 wieder in Betrieb geht, dann wird sich einiges verändert haben. Statt den 2er Kabinen bringen zukünftig 10er Gondeln die Besucher barrierefrei über zwei Sektionen auf den Berg. 

"Wir planen hier für die nächsten 40 Jahre", so Hannes Rasp (Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee). Und ergänzt: "Unsere jetzige Bahn ist 63 Jahre alt! Statt 480 Personen können zukünftig 1.500 Leute transportiert werden. Außerdem vereinfachen größere Gondeln den Transport von Fahrrädern und Kinderwagen, die früher einfach nicht berücksichtigt werden mussten". Außerdem soll es zukünftig drei Wege auf den Jennergipfel geben, die Berg- und Mittelstation und Talstation werden ebenso modernisiert wie das Parkplatzangebot für die Besucher und vieles mehr.

Versteigerung der alten Jennergondeln

Insgesamt 150 Gondeln gehen nun mit dem Neubau der Jennerbahn in den Ruhestand. Damit die Gondeln diesen auch dementsprechend genießen dürfen, startete die Berchtesgadener Bergbahn AG eine Versteigerung, bei der die Gondeln für 500,- Euro ersteigert werden konnten. Diese finden nun eine neue Heimat in zahlreichen (Bier-) Gärten und Eventlocations.

Und was machen die Sommertouristen?

"Kann ich denn im kommenden Sommer überhaupt auf den Jenner wandern?" Diese Frage erreichte die  Redaktion kürzlich von einem Leser. Keine Frage - Die Wanderwege werden im Sommer begehbar sein, allerdings bitten die Verantwortlichen um Verständnis für baustellenbedingte Lenkungen und Sperrungen. Nachdem sämtliche Stationen (Talstation/Mittelstation/Bergstation) neu entstehen, verfügt die Jennerbahn in der Sommersaison über keinen eigenen gastronomischen Betrieb. Die Hütten: Dr. Hugo Beck-Haus, Mitterkaseralm, Carl von Stahlhaus und Schneibsteinhaus werden in den Sommermonaten bewirtschaftet sein. 

Und was sagen die Berchtesgadener zu der neuen Bahn?

Wie soll es auch anders sein - bei solch einem Bauarbeiten scheiden sich die altbekannten Geister zwischen Nostalgie und Modern. Seitdem die letzten Tage der alten Jennerbahn gezählt sind, wird in der Facebookgruppe "Du kommst aus Berchtesgaden, wenn..." eifrig diskutiert und teilweise heftig kritisiert:

  • "Einisitzen und genießen ist vorbei - Schod"
  • "Wieder ein Ort mehr in Berchtesgaden, den man meiden sollte"
  • "Wir bezahlen für Sie die neue Jennerbahn! Mit Steuergeldern und öffentlichen Fördermitteln - damit Sie mit Ihren gastronomischen Betrieben eine schöne Rendite erwirtschaften können. Modell: Kosten werden sozialisiert Gewinne privatisiert - wia oiwei hoid"
  • "Der Jenner wird auch nie 'das' Skigebiet werden wie man es aus Österreich kennt. Da bringt eine neue Bahn auch nichts der Berg bleibt halt wie er ist. Modernisierung ist sicher nicht verkehrt - aber das "wie" !??"
  • "Es handelt sich hier um ein wirtschaftliches Investment. Je mehr Leute dort hoch gekarrt werden, umso mehr Gäste entstehen in der Mittel- und Bergstation und umso mehr Kohle gelangt auf die Konten von Hettegger & Co. Es geht hier nicht um familienfreundliche Preise und schon gar nicht um die Umwelt, es geht um Geld. Alles klar?"
  • "Vor allem passt die Talstation überhaupt nicht vom Baubild in die Region!! Wir sind jedes Jahr hochgefahren haben das kleine Schnuckelige in der Kabine genossen und jetzt so was! Schade drum bin mal gespannt auf Bilder von der neuen Mittel und Bergstation wie die aussehen!! Vermisse sie jetzt schon"

Aber auch positive Stimmen gibt es innerhalb der Gruppe:

  • "Schaut gut aus die neue Jennerbahn und wertet sicher auch das Skigebiet auf! Und ganz ehrlich, es war doch wirklich Zeit das alte Vehikel endlich auszurangieren!"
  •  "Was hier teilweise so losgelassen wird ist wirklich erschütternd! Erstens sollte man Personen aus dem Spiel lassen und zweitens ist mit Mutmaßungen auch keinem geholfen( Straße teeren usw.....)! Der Krautkaserhang ist auch wieder schön grün und wird als Almfläche genutzt und es sind auch keine neuen Forststraßen entstanden. Es werden am Jenner, am Rande des Nationalparks sicher keine Skiautobahnen entstehen sondern nur geringfügige Pistenkorrekturen vorgenommen! Es ist wie wir an den Kassen und Bahnsteigen täglich zu hören bekommen an der Zeit zu modernisieren! Es wird auch die Ersatzteilbeschaffung für die alte Dame ziemlich schwierig und teuer! Des weiteren geht es auch um unsere Arbeitsplätze die wir sichern und erhalten möchten!
    Was das Erscheinungsbild der neuen Bahn angeht so ist es vielleicht gewöhnungsbedürftig aber wie es wirklich dann ausschaut hat ja noch keiner gesehen! Es wird auch für Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und anderen Menschen mit körperlichen Gebrechen sicher einfacher auf den Berg zu kommen und die wunderbare, einzigartige Aussicht zu genießen und es werden auch keine Stehgondeln!
    Allen Unkenrufen zum Trotz sage ich 'Gebt doch der Jennerbahn und ihrem Team' eine Chance und redet nicht gleich vorher wieder alles schlecht bevor überhaupt was passiert ist! Der Markt Berchtesgaden ist jetzt auch besser und schöner als vor fünfzehn Jahren! Vielleicht gelingt ja dasselbe am Jenner!"
  • " Ja, ja, da ist sie wieder: die böse, böse Angst vor Veränderungen..."

Noch ein letztes Mal auf den Jenner - Facebook live auf BGLand24.de

BGLand24.de wird nicht nur heute per Facebook Live über eine der letzten Nostalgiefahrten berichten, sondern Sie auch während der Umbauzeit regelmäßig über den aktuellen Stand auf dem Laufenden halten. Alle weiteren Informationen erhalten Sie natürlich auch bei der Jennerbahn (Telefon 08652/95810) und natürlich auf der Web- sowie Facebookseite der Jennerbahn.

Maschkara

Übrigens, wer am Faschingsdienstag, 28.02. maskiert zum Skifahren geht, der erhält auf Tal- Berg- Talfahrkarte bzw. auf die Wintersport-Tages- oder Halbtageskarte 50 % Rabatt.

Zurück zur Übersicht: Schönau am Königssee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser