Blumenwiesen für mehr Artenvielfalt in der Schönau

"Ab wann ist eine Wiese eine Blumenwiese?"

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Schönau am Königssee - Stefan Kurz, ehemaliger Bürgermeister der Schönau am Königssee, hatte der Gemeinde auf der Bürgerversammlung vorgeschlagen etwas gegen das Bienensterben zu tun und die gemeindeeigenen Wiesen blühen zu lassen. So geht es nun weiter:

Fast täglich ist in der Presse zu lesen, dass Bienen und Insekten immer weniger Blumenvielfalt vorfinden und ihre Anzahl bedrohlich abnimmt. Immer mehr Gemeinden versuchen diesem Bienen- und Insektensterben mit blühenden Wiesen entgegenzuwirken.

Gegen Insektensterben - für mehr Blumen

Auch dem ehemaligen Schönauer Bürgermeister Stefan Kurz liegen die Insekten und Bienen am Herzen. Auf der vergangenen Bürgerversammlung schlug er vor, dringend etwas gegen das Bienensterben und für mehr Artenvielfalt zu tun. So stellte er einen Antrag, die beiden gemeindeeigenen Wiesenflächen in Wildblumenflächen zu verändern und diese weniger intensiv, sondern eher extensiv zu nutzen.

"Anträge aus Bürgerversammlungen müssen innerhalb von drei Monaten im Gemeinderat besprochen werden", so Hannes Rasp, Bürgermeister der Schönau am Königssee. Und ergänzt: "Es geht hier um zwei Felder. Diese sind derzeit an Landwirte zur Beweidung verpachtet. Das eine ist rund 10.900 Quadratmeter groß und das andere rund 6.600 Quadratmeter. Im Hauptausschuss wurde das Thema bereits vorbehandelt und wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es ausreichend wäre, nur einmal im Jahr mit Gülle oder Festdünger zu düngen und maximal dreimal im Jahr zu mähen."

Kritik gab es vor allem seitens Christa Brandner von der CSU: "Unsere Milchbauern brauchen frisch gemähtes saftiges Gras für ihre Kühe, damit diese eine ordentliche Milch geben. Und keine Blumenwiese". 

Richard Lenz, ebenfalls von der CSU, meinte hingegen: "Ich finde den Vorschlag toll und finde, wir sollten unseren Bienen und Insekten diese Vielfalt gönnen und ihnen viel mehr bunte Blumen stehen lassen".

Ab wann ist eine Wiese eine Blumenwiese?

Recht schnell kam die Frage nach den Pächtern der beiden Wiesen auf und ob diese schon über die Pläne informiert seien: "Ich weiß noch nicht, ob diese schon wirklich im ganzen Umfang informiert sind, werde mich da aber zeitnah drum kümmern", so Bürgermeister Hannes Rasp. Und ergänzt: "Aber ich fände es auch nicht schlecht, wenn die Flächen nicht so intensiv, sondern eher extensiv genutzt würden."

Und Gemeinderat Josef Sprengl fügt hinzu: "Die Idee finde ich gut, aber ist damit genüge getan? Normalerweise muss man Wildblumen ansäen, oder etwa nicht? Ab wann gilt eine Wiese als Blumenwiese?".

Hannes Rasp ergänzte dazu: "Häufig werden solche Blumen angesät, auch bei uns im Landkreis gibt es viele solcher Projekte, aber ich schlage vor, wir überlassen das erst  einmal der Natur, dass die Blumen von alleine wiederkommen".

Der Gemeinderat entschied sich mit 12:7 Stimmen für das Projekt.

Lesen Sie ebenfalls dazu auf BGLand24.de:

Wildbienenprojekt in der Ramsau: Die Wildbiene ist wichtig für ein intaktes Ökosystem...

Rubriklistenbild: © dpa

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