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Im Winter Schnee, im Sommer Strom?

Beschneiungsanlage am Jenner könnte schon bald Strom produzieren

Der Speicherteich am Jenner hat einen natürlichen Zulauf.
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Der Speicherteich am Jenner hat einen natürlichen Zulauf.

 Neun Monate im Jahr steht die Beschneiungsanlage am Jenner still. „Man braucht Mut für ein paar neue Ideen”, sagt Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp. Der laut geäußerte Wunsch: Mit der Beschneiungsanlage künftig schon bald Strom zu produzieren. Thomas Hettegger, Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn AG, sagt, dass die Machbarkeitsstudie dafür bereits vorliegt.

Schönau am Königssee - Hannes Rasp ist kein Typ, der sich für Projekte leicht begeistern lässt. Doch eine Beschneidungsanlage, die Strom produziert, damit liebäugelt er schon seit Langem.

Vor Jahren haben die Bergbahn-Verantwortlichen ein Gutachten in Auftrag gegeben, eine Machbarkeitsstudie sollte zeigen, dass das Vorhaben gelingen kann. Denn die Voraussetzungen am Jenner seien optimal, sagt Bürgermeister Rasp: 550 Meter Höhenunterschied sind eine gute Ausgangslage, um durch vorhandene Rohre das Wasser vom Berg ins Tal zu leiten. Zumindest dann, wenn gerade kein Schnee für Skifahrer und Snowboarder produziert wird.

Der Druck, der in den Rohren erzeugt werde, sei bei diesem Höhenunterschied „enorm”, weiß Rasp. Der Speicherteich mit 50000 Kubikmetern Inhalt und inklusive natürlichem Zulauf ist bereits vorhanden. „Das einzige, was gebaut werden müsste, ist ein Turbinenhäuschen im Tal”, sagt Bergbahn AG-Vorsitzender Thomas Hettegger. Rund 40 Meter Rohre müssten zudem verlegt werden, damit das stromerzeugende Wasser in den unweit der Jennerbahn-Talstation liegenden Pletzgraben ausgeleitet werden kann. „Eine überschaubare Maßnahme ohne besondere Eingriffe in die Natur”, weiß Rasp.

In Zeiten, in denen das Thema „Erneuerbare Energien” groß geschrieben wird, landkreiseigene Liegenschaften mit Photovoltaikanlagen bedacht werden, Hausbesitzer ihre Dächer mit Solarpanelen vollpflastern, ist eine Beschneiungsanlage zur Stromproduktion nicht nur der Nachhaltigkeit wegen, sondern allein schon aus marketingtechnischer Hinsicht ein Coup.

„Wir wollen das unbedingt umsetzen”, sagt Thomas Hettegger. Lange ruhte das Projekt in der Schublade, nun hat man die Unterlagen wieder herausgekramt und ist guter Dinge, die Idee in die Realität umzusetzen. Die Strommengen, die durch die Beschneiungsanlage produziert werden könnten, seien beträchtlich, „es würde sich in jedem Fall rentieren”, sagt der Bürgermeister.

Hannes Rasp sagt aber auch, das noch einige Dinge zu klären seien: Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist vonnöten, „vom Grundsatz ist das Projekt genehmigungsfähig”, so Rasp. Die Beschneiung am Jenner läuft in der Regel von November bis Januar, „in den kalten Wintermonaten”. Den Rest des Jahres ist die Anlage nicht in Betrieb. „Für diese Zeit ist die Stromproduktion eine sinnvolle Nutzung.”

Der Speicherteich am Jenner hat einen natürlichen Zulauf. Er füllt sich also von selbst. „Der Zulauf ist aber relativ langsam”, sagt Hannes Rasp. Um den Teich nicht ganz auszulassen, gibt es verschiedene Szenarien, wie der Strom produziert werden könnte. „Tagsüber könnte man die doppelte Menge an Wasser ins Tal bringen, nachts stellt man die Stromproduktion ein und der Speicherteich füllt sich wieder.”

Bei der Berchtesgadener Bergbahn AG kokettiert man mit einer baldigen Umsetzung. Ein Planungsbüro müsste beauftragt, die rechtlichen Bedingungen geklärt werden. Bedenken wegen möglicher naturschutzrechtlicher Hürden haben die Verantwortlichen keine. Rita Poser, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz im Berchtesgadener Land, sagt: „Ich habe von so einer Idee schon mal gehört, kenne aber keine Details.”

kp

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