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Murschutz für Waldhausersiedlung am Königssee

Wasserwirtschaftsamt will erste Arbeiten am Nordhang des Grünsteins in Kürze abschließen

Mit schwerem Gerät schaffen Arbeiter Geröll und Wildholz aus dem Klingerbach. Anschließend muss die Ufersicherung neu angelegt werden.
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Mit schwerem Gerät schaffen Arbeiter Geröll und Wildholz aus dem Klingerbach. Anschließend muss die Ufersicherung neu angelegt werden.

In einem Becken am Königssee, tief unten im Kies und von mächtigen Felsbrocken umgeben, sind fünf große Rohre verbaut. Sie werden das Wasser geordnet ableiten.

Schönau am Königssee – 14 Holzpfähle, vor den Rohren senkrecht in den Boden gerammt, werden wie ein Rechen funktionieren. Er wird Geröll und Wildholz aufhalten, das das Wasser bei sehr starkem Regen vom Berg herunter treiben könnte. Hier, am Fuße des Grünsteins in Schönau am Königssee, setzen die Arbeiter der Flussmeisterstelle Piding derzeit um, was das Wasserwirtschaftsamt Traunstein als sogenannte Vorweg-Maßnahme geplant hat. Sie soll den Menschen in der, nur wenige Meter entfernten Waldhausersiedlung wieder mehr Sicherheit bringen. Sicherheit vor den extremen Folgen eines Unwetter-Ereignisses, wie es die Region am Wochenende 17./18. Juli ereilt hatte. 

Unmengen an Geröll und Wildholz haben den Klingerbach nahe der Bobbahn in Schönau am Königssee verklaust. Das ursprüngliche Bachbett ist kaum mehr zu erkennen.

Gesamtkonzept in Planung

Damals hatten große Regenmengen innerhalb kurzer Zeit den Nordhang des Grünsteins ins Rutschen gebracht. In drei Runsen gingen Muren ab. Eine traf den Bauhof, die zweite mehrere Häuser der Waldhausersiedlung. Die dritte ging auf Höhe der Vorbergsiedlung ab. 

Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde und des Landesamts für Umwelt haben die Fachleute der Traunsteiner Behörde das Vorgehen festgelegt: Die nun laufenden Arbeiten gehen einem Gesamtkonzept zum Schutz der Siedlung voraus. Weil die Planung und Umsetzung dafür einige Jahre in Anspruch nehmen wird, verständigte man sich auf Maßnahmen, die rasch umgesetzt werden können und zugleich das Schutzniveau der Bewohner in der Waldhausersiedlung erhöhen. 

Schutzbauten an der Nordflanke des Grünsteins in Schönau am Königssee: In einem bis zu sieben Meter tiefen Auffangbecken können fünf Rohre das herabrauschende Wasser geordnet ableiten. Die Holzpfähle wirken wie ein Rechen und halten Geröll sowie Wildholz ab.

Maßnahme kostet 40.000 Euro

Vor Beginn der Arbeiten hatte die Gemeinde Schönau am Königssee das Altholz beseitigen und den Schwemmkegel im Bereich des neuen Beckens frei räumen lassen. Im Anschluss hob ein Bagger das Becken bis zu sieben Meter tief aus, dann verlegten die Mitarbeiter der Flussmeisterstelle Piding die Rohre und sicherten sie mit Holz sowie mit Felsbrocken. Dieses Bauwerk wird die erste Schutzvorrichtung am Fuße des Hanges bilden. Geröll, Wildholz und Wasser, das sich in diesem Becken nicht vollständig auffangen lässt, kann zwar weiterrutschen, läuft dann aber gelenkt und mit weniger Wucht in ein weiteres, bogenförmiges Auffangbecken. Es war bereits vorhanden, wird jetzt jedoch bis zu vier Meter tief ausgebaggert, um mehr Geschiebe aufnehmen zu können. Der sich direkt anschließende Wall, gleich oberhalb der Häuser, wurde bereits mit der Erschließung für die Waldhausersiedlung von der Gemeinde Schönau am Königssee errichtet.

In knapp zwei Wochen sollen die Arbeiten der Flussmeisterstelle Piding abgeschlossen sein. Die Kosten für die gesamte „Vorweg-Maßnahme“ betragen rund 40.000 Euro. Die Finanzierung trägt der Freistaat Bayern allein, ohne Beteiligung der Gemeinde. Dass es so zügig vorangehe, liege auch an der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schönau am Königssee, sagt Stefan Hollrieder, Sachgebietsleiter „Gewässerunterhalt“ am Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Die „Vorweg-Maßnahme“ sorge dafür, dass die Gefahr einer Mure, die die Häuser der Waldhausersiedlung mit voller Kraft trifft, in der Zukunft deutlich geringer ausfalle. Doch müsse auch klar sei, dass es keine absolute Sicherheit vor einer solchen Naturgewalt gebe. 

Das bestehende Auffangbecken kurz vor den Häusern der Waldhausersiedlung in Schönau am Königssee wurde noch einmal ausgehoben. Es ist jetzt bis zu vier Meter tief.

Folgen der Unwetter im Juli in Schönau am Königssee

Auch am Klingerbach, nahe der Bobbahn in Schönau am Königssee, hat das Unwetter vom Juli schwere Schäden hinterlassen. In Folge des starken Regens hatten sich Geröll und Wildholz am Hang gelöst und waren in den Bach gerutscht. Das Wasser staute sich, der Bach trat an einigen Stellen übers Ufer. Derzeit sind Arbeiter der Flussmeisterstellen Piding und Traunstein dabei, den Gewässerlauf zwischen der Mündung des Klingerbachs und der Bobbahn frei zu räumen sowie beschädigte Sperren und Solsicherungen zu reparieren. Zudem werden die Uferanbrüche mit Wasserbausteinen aus Kalk gesichert. Die Koordination der Arbeiten an dem rund 400 Meter langen Teilstück, für das das Wasserwirtschaftsamt Traunstein zuständig ist, leitet Flussmeisterin Irmingard Dechant. Sie werden voraussichtlich bis Ende November dauern. Die Kosten liegen nach ersten Schätzungen bei mindestens 100.000 Euro.

Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Traunstein

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