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Bis zu 25.000 Strafe für ein Selfie

„Merklich ruhiger“: Sperre des „Influencer-Beckens“ am Königssee ein voller Erfolg

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Die Gumpe am Königsbach-Wasserfall bei Schönau am Königssee.

Zu viele Selfie-Jäger hatten der Natur rund um die berühmte Gumpe im Nationalpark Berchtesgaden großen Schaden zugefügt. Es folgte ein Betretungsverbot - und Dutzende Anzeigen. Seither ist es ruhiger. Doch bis die Natur dem Andrang verziehen hat, wird es noch dauern.

Berchtesgaden/Schönau am Königssee - Der Nationalpark Berchtesgaden bewertet das Betretungsverbot rund um eine bei Selfie-Jägern beliebte Gumpe als vollen Erfolg. „Es ist wirklich merklich ruhiger geworden“, berichtete Nationalpark-Sprecherin Carolin Scheiter.

Gesperrtes „Influencer-Becken“ am Königssee: Bereits 85 Anzeigen

Seit dem Inkrafttreten der Verordnung Ende Juni hätten die Ranger rund 85 Unbelehrbare erwischt und angezeigt. Zuvor hätten sich an Spitzentagen bis zu 600 Selbstdarsteller um Fotos mit der landschaftlich spektakulär gelegenen Gumpe bemüht. „Unterm Strich muss man sagen, die Sperrung wurde wirklich gut angenommen“, bilanzierte Scheiter. „Das Verständnis für diese Maßnahme war schon da.“

Für das Team des Nationalparks bedeutet die Sperre jedoch viel Arbeit. Zwei Ranger sind extra für die täglichen Kontrollen abgestellt. BGLand24.de hat einen der Ranger auf seiner Tour begleitet (Plus-Artikel).

Auch interessant: Der große Jahresrückblick 2021 im Berchtesgadener Land (Plus-Artikel)

Ein Gutteil derjenigen, die den Zustieg trotz der unübersehbaren Verbotsschilder angingen und dann bei den engmaschigen Kontrollen erwischt wurden, hatte die Sperrung vor der Anreise nicht mitbekommen, wollte aber wegen der langen Strecke nicht unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Für ein Foto: Strafen bis zu 25.000 Euro

Einmaltäter kommen in der Regel mit einer dreistelligen Summe davon, bei mehrfachem Vergehen können die Bußgelder jedoch auf bis zu 25.000 Euro steigen. Der Nationalpark hatte ein zehn Hektar großes Vegetationsschutzgebiet oberhalb des Königssee-Ostufers für Besucher sperren lassen, nachdem ein Selfie am Wasserloch eines Wasserfalls über dem Königssee durch soziale Netzwerke international zum Hype wurde.

Da es keine offiziellen Wege zur Gumpe gibt, entstanden zahlreiche Trampelpfade, manche Besucher campierten gar oder zündeten Lagerfeuer an. Mit derartigem Verhalten haben die Naturschützer an anderer Stelle weiterhin zu kämpfen, vor allem rund um den Königssee.

Natur soll sich erholen: Jahrelange Sperre für Besucher

Das aktuelle Betretungsverbot ist auf längstens fünf Jahre angelegt. „Wenn die Sperrung auch im kommenden Jahr so gut angenommen wird, hoffen wir, dass sich die Vegetation wieder zeitnah erholen kann“, erläuterte Scheiter. Sofern der Hype dann nicht wieder von vorne beginnt: Die Gumpe ist ein Garant für Instagram-taugliche Motive mit Blick auf den Königssee.

dpa

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