Tourismus-Hotspot

Sperrung des „Influencer-Beckens“ am Königssee - Gemeinde Schönau mit klarem Statement

Königsbach-Wasserfall, Königssee, Infinity-Pool
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Sogar Luftmatratzen werden für das perfekte Bild zum Infinity-Pool getragen, für den Rückweg sind sie oft zu schwer und bleiben zurück.

Kommt bald die Sperre des berühmt-berüchtigten „Influencer-Beckens“ am Königssee im Nationalpark Berchtesgadener Land? Nach dem Entwurf einer Verordnung des Landratsamtes scheint das beschlossene Sache.

Schönau am Königssee - Die Gemeinde Schönau am Königssee hat in der Gemeinderatssitzung am Dienstag (13. April) auf die geplante Sperrung des Bereichs am sogenannten „Influencer-Becken“ reagiert. „Wir lehnen diesen Entwurf ab“, so Geschäftsführer Andreas Huber im Gespräch mit BGLand24.de. Man wolle nicht, dass die Leute ausgesperrt werden. „Der Nationalpark dient dem Schutz der Natur, aber ebenso der Erholung der Menschen.“

Die Gemeinde plädiert für „besucherlenkende Maßnahmen“: „ Das Problem ist der unkontrollierte Zugang über eingetretene Trampelpfade. Diese beschädigen die so schützenswerte Natur,“ so Huber weiter. Allerdings wisse er auch, dass ein kontrollierter Zugang in Zusammenhang mit Schaffung neuer Wege in der Satzung des Nationalparks nicht vorgesehen ist.

Huber regt außerdem an, die Nationalpark-Ranger im Bereich der Gumpen verstärkt kontrollieren zu lassen. Auch eine umfassendere Aufklärungsarbeit sei von Nöten. Die Stellungnahme der Gemeinde soll der für den Nationalpark zuständigen Oberen Naturschutzbehörde in den nächsten Tagen übermittelt werden. Dieses Statement hat aber keinen Einfluss auf die Umsetzung der Verordnung. Sie kann von der Behörde „zur Kenntnis genommen werden.

Gefährlicher Ausflugs-Hotspot

Seit nun mehr als zwei Jahren ist um den oberen Bereich der Gumpen, dem Königsbachwasserfall mit dem atemberaubenden Panorama auf den Königsbach und den Königssee, eine heftige Diskussion entbrannt. Durch die massive Verbreitung des Bereichs insbesondere auf der Social-Media-Plattform Instagram ist er zu einem beliebten Ziel für Touristen geworden, dich sich ein schönes Foto erhoffen. Dabei riskieren sie Leib und Leben. Denn um zu dem Foto-Hotspot zu gelangen, müssen die Wanderer zuerst ungesichertes, alpines Gelände durchqueren.

Das beliebte Ausflugsziel kostete schon einige Menschen das Leben. Zu den Opfern gehörten beispielsweise zwei Männer aus dem sächsischen Bautzen. Die beiden 21-Jährigen waren im April 2019 offenbar in einer Gumpe wenige Meter über dem Königssee baden gegangen und dann aufgrund des vielen Schmelzwassers nicht wieder herausgekommen.

Durch einen sehr hohen Sauerstoffanteil und starken Wasserdruck müssen sich Strudel gebildet haben, die die beiden Männer unter Wasser gezogen haben. Ihr Begleiter setzte einen Notruf ab, doch auch die Einsatzkräfte konnten sie nicht mehr retten.

fgr

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