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Mobilfunk-Abdeckung am Königssee

Bestmögliches Netz für Jenner-Bergstation – aber in St. Bartholomä schaut es düster aus

Jenner Bergstation
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Die Jenner-Bergstation soll künftig eine gute Mobilfunkabdeckung erhalten.

Schönau am Königssee – Die Jenner-Bergstation soll zwar bestmögliches Mobilfunknetz erhalten, düster schaut es aber weiterhin für die Königssee-Halbinsel St. Bartholomä aus.

Von gutem Mobilfunknetz kann Schönau am Königssees Bürgermeister Hannes Rasp derzeit für den Rest seiner Gemeinde aber nur träumen. Im Auftrag dieser waren umfangreiche Mobilfunkmessungen durchgeführt worden, die kein gutes Bild zeichnen, was die Abdeckung für Mobilfunknutzer angeht. Förderprogramm gibt es, allerdings nur für den knapp 30 Jahre alten 2G-Standard. 

Eigentlich bräuchte Hannes Rasp drei Smartphones, wenn er immer erreichbar sein und zudem Internet haben möchte. In seinem Interesse kann die ständige Erreichbarkeit zwar nicht liegen. Seinen Gemeinderäten hat er das Rechenexempel mit den drei Handys dennoch kürzlich durchexerziert. Dabei ist er zum Ergebnis gekommen, dass es etliche Gemeindeteile gibt, deren Abdeckung durch die drei größten Mobilfunkanbieter mehr schlecht als recht ist. Das bestätigt nun auch die Mobilfunkmessung im Gemeindegebiet, die im Oktober 2020 gestartet und im vergangenen Juni abgeschlossen worden war. Dabei wurden sowohl die besiedelten Bereiche von Schönau am Königssee unter die Lupe genommen als auch die Bergregionen sowie das Nationalparkgebiet. Die ernüchternden Ergebnisse bekam Bürgermeister Rasp vergangenen Monat schwarz auf weiß geliefert. Gemessen wurden die Empfangsstärken für die drei Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefonica.

Für eine Gemeinde, die zu großen Teilen vom Tourismus lebt, sei das kein wünschenswerter Zustand. Als „frustrierend und ernüchternd” empfindet den Status quo auch etwa Gemeinderat Martin Hofreiter, zumal die Digitalisierung in der öffentlichen Wahrnehmung das Thema schlechthin sei. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die tatsächliche Situation - zumindest in Schönau am Königssee - eine andere ist. 

Eine flächendeckende Mobilfunkversorgung sei aufgrund „der Topographie und unbesiedelter Bereiche im Nationalparkgebiet” aktuell nicht gegeben, weiß Bürgermeister Rasp: „Es gibt mehrere Versorgungslücken.” Diese liegen dann vor, wenn die sich überlagernden Funknetze der Anbieter ein Gebiet nur unzureichend abdecken.

Zur Schließung von Versorgungslücken bei der Mobilfunkabdeckung war vom Freistaat Bayern Ende 2018 ein bayerisches Mobilfunkförderprogramm ins Leben gerufen worden. Das ausgewiesene Ziel: Die Verfügbarkeit und Übertragungsqualität der Mobilfunknetze für Sprach- und Datendienste nachhaltig zu verbessern. Durch das bayerische Förderprogramm sollen Netzbetreiber, aber vor allem Gemeinden beim Ausbau des Mobilfunknetzes unterstützt werden. Die Errichtung eines Mobilfunkstandortes durch die Gemeinde Schönau am Königssee, inklusive Unterstützung bei der passiven Infrastruktur wie Leerrohre, Mast und Stromanschluss, wird mit 80 Prozent gefördert. Der Förderhöchstbetrag liegt pro Gemeinde bei 500000 Euro. Der Mobilfunkmast würde sich anschließend im Eigentum der Gemeinde befinden, sagt Hannes Rasp. 

Das Problem sei, sagt der Bürgermeister, dass sich das Förderverfahren auf den „Outdoor-Empfang” beziehe, nicht den „Indoor-Empfang” - und nur für eine 2G-Versorgung ausgelegt sei. Unter Indoor-Empfang versteht man den Empfang von Funkdiensten wie Mobilfunk innerhalb von Gebäuden unter Nutzung der im Gerät selbst vorhandenen Antennen. 

Bürgermeister Rasp sagt, dass die beste Netzabdeckung zwar die Telekom biete, dennoch „viele gelbe Flecken” vorhanden seien, wo Datenübertragung kaum möglich ist. Die Netzabdeckung mit dem Mobilfunkstandard 4G sei insgesamt „bescheiden”, vor allem innerhalb von Gebäuden. Die Mobilfunkmessung hatte ergeben, dass das Gemeindegebiet flächendeckend lediglich mit einer 2G-Netzabdeckung versorgt sei. Nicht ausreichend, sagt der Bürgermeister. Mit dem aktuellen Förderprogramm der Staatsregierung sei daher nicht viel anzufangen. „Ich werde einen Brief an die Regierung schreiben. Es muss endlich eine zeitgemäße Förderung erlassen werden.”

Nur an der Jenner-Bergstation soll das Förderprogramm weiterverfolgt werden. Denn die Aussichten, am von Urlaubern viel besuchten Skiberg künftig mit gutem Internet versorgt zu werden, seien gut. Rasp sagt, er sei enttäuscht, „dass es in unserem technisch fortgeschrittenen Land bislang kein Förderprogramm gibt”, das eine Mobilfunkabdeckung im 4G-Standard fördert. Sein Vorschlag: Es müsse geprüft werden, „ob für eine schnelle flächenmäßige Netzabdeckung ein nationales Daten-Roaming zugelassen werden” könne. 

kp

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