Turbulenter Sonntagnachmittag für die Bergretter

Bergwacht Berchtesgaden zum Teil zeitgleich bei fünf Notfällen in Folge gefordert

BRk Berchtesgaden
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Die Retter der Bergwacht hatten mal wieder alle Hände voll zu tun.

Schönau am Königssee - Am Sonntagmittag und –nachmittag war vor allem die Bergwacht Berchtesgaden stark gefordert und musste zu fünf zum Teil zeitgleichen Einsätzen in Folge ausrücken.

Die Pressemitteilung im Wortlaut


Los gings um 12 Uhr mit zwei Urlaubern aus Niederbayern, die blockiert und erschöpft in der schwierigen Gipfelwand des Grünstein-Klettersteigs festsaßen. Aufgrund des allgemein hohen Einsatzaufkommens stand zunächst kein Heli zur Verfügung, wobei „Christoph 14“ dann frei wurde und im Schwebeflug einen Berchtesgadener Bergretter am Grünstein absetzte, der zu den beiden Männern aufstieg, sie erstversorgte, zum Wandfuß abseilte und dann auf den normalen Steig hinausführte, wo „Christoph 14“ alle drei mit dem Rettungstau gut abholen und zum Schneewinkl-Landeplatz ausfliegen konnte.

Eine direkte Rettung aus der Wand war wegen der großen Steinschlaggefahr für nachfolgende Klettersteiggeher und einer möglichen Scherbelastung des Rettungstaus an der oberen Kante der Felswand nicht angebracht.


Kollaps am Grünstein – Sturz am Jenner
Nur wenige Minuten nach 12 Uhr, also zeitgleich zum Notfall am Grünstein, brauchte eine 62-jährige Urlauberin aus Thüringen mit einer Fußverletzung Hilfe. Die Bergwacht holte die Frau mit dem Rettungsfahrzeug am Jenner-Sulzbergkaser ab und fuhr sie nach Hinterbrand; von dort aus gings mit dem Berchtesgadener Rettungswagen weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden. Gegen 14 Uhr folgten zwei weitere zeitgleiche Einsätze: Am Jenner war zwischen Bergstation und Gipfel ein 79-jähriger Tagesausflügler aus Oberbayern gestürzt und einige Meter abgerutscht; auf der Grünsteinhütte war eine internistisch erkrankte 56-jährige Urlauberin aus Hessen mit Kreislaufproblemen zusammengebrochen.

Die Bergwacht fuhr mit zwei Fahrzeugen zur Grünsteinhütte, versorgte die Frau und brachte sie liegend ins Tal zum Hammerstiel-Parkplatz, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und dann zur Kreisklinik Berchtesgaden fuhr. Zeitgleich war ein weiterer Berchtesgadener Bergretter, der privat am Jenner war, zu Fuß über den Zickzacksteig zum verletzten Urlauber unterwegs, der bereits mit Ersthelfern, darunter auch eine Ärztin, aus eigener Kraft zur Bergstation losgegangen war. Der Bergretter begleitete den Verunfallten mit der Jennerbahn ins Tal und übergab ihn dort an die Rettungswagen-Besatzung, die wenige Minuten zuvor die kollabierte Frau vom Grünstein abgeholt hatte.

Frau bricht sich am Zwiesel einen Finger
Am Sonntag kurz nach 11.30 Uhr ging ein Notruf vom Zwiesel ein, wo rund zehn Gehminuten oberhalb der Alm eine Frau gestürzt war und sich einen Finger gebrochen hatte. Der Wirt setzte einen Notruf ab und leistete Erste Hilfe, wobei die Frau mit ihrem Begleiter noch selbst zur Alm absteigen konnte. Der Einsatzleiter der zuständigen Reichenhaller Bergwacht forderte für den Abtransport einen Heli an: „Christophorus 6“ aus Salzburg nahm die Verletzte am Landeplatz östlich der Alm auf und flog sie direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Kopfverletzung am Schneibstein – Radsturz am Obersalzberg
Bereits am frühen Freitagnachmittag (11. September) war eine Frau im Abstieg vom Schneibstein gestürzt, wobei sie sich unter anderem am Kopf verletzt hatte und mit einer Platzwunde nicht mehr weitergehen konnte. Als um kurz nach 13 Uhr der Notruf eingegangen war, flog „Christoph 14“ mit einem Berchtesgadener Bergretter los und konnte in der Nähe der Einsatzstelle landen. Die Retter versorgten die Frau notärztlich, luden sie in den Heli und flogen sie dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Am Dienstag (8. September) gegen 13.50 Uhr rückten die Bergwacht Berchtesgaden und der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes zu einem Fahrradsturz auf einem Radlweg in der Nähe des Hotel Türken am Obersalzberg aus. Die Einsatzkräfte versorgten die 55-jährige Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen notärztlich und brachten sie dann mit dem Rettungswagen zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Pressemitteilung BRK Berchtesgaden

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