Ende des diesjährigen Almsommers

Traditioneller Almabtrieb am Königssee: „Aufkranzt“ geht’s für die Kühe in die Winterquartiere

Almabtrieb 2020: Ein Kahn, mit Kühen beladen, fährt über den oberbayerischen Königssee.
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Ein Kahn, mit Kühen beladen, fährt über den Königssee. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben.

Schönau am Königssee - Zum Ende des Almsommers sind am Freitag am Königssee die Kühe der Saletalm auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht worden. Doch wie wirkten sich die Corona-Pandemie und auch ein offenbar aggressiver Wolf auf die Almsaison aus?

Zum Ende des Almsommers sind am Freitag, 2. Oktober, am Königssee im Berchtesgadener Land die Kühe auf Schiffen heimgeholt worden. Die mit Glocken und Kränzen geschmückten Tiere der Saletalm im Nationalpark Berchtesgaden wurden bei heiterem Wetter auf Kähnen übers Wasser gefahren. Weitere Kühe von einer anderen Alm sollten in einigen Tagen folgen. Anders als im Allgäu, wo es große Almabtriebe gibt, holt in Oberbayern in der Regel jeder Betrieb seine Tiere für sich ins Tal.


Almabtrieb am Königsee: Bergbauern berichten trotz Corona von guter Saison

Die Saison war zu Pfingsten in den vollen Betrieb gestartet, teils waren bei gutem Wetter die Tiere früher auf den Almen. Die Bergbauern berichten von einer guten Saison mit genug Wasser. Teils bereitete ihnen aber der coronabedingte Ansturm von Ausflüglern Sorgen.


Almabtrieb über den Königssee

Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel
Nach dem Almabtrieb über den Königssee wird das Vieh von einem Kahn geführt. Anschließend wird das Vieh als Zeichen eines unbeschadeten Almsommers mit buntem Kopfschmuck in die Winterquartiere getrieben
Am Freitag, 2. Oktober, fand der traditionelle Almabtrieb am Königssee statt. Die Kühe der Saletalm wurden auf Schiffen in Richtung Winterquartier gebracht. © dpa/ Peter Kneffel

Menschen seien kreuz und quer über Almwiesen gelaufen oder geradelt - oder hätten Picknickdecken ausgebreitet. Auch das illegale Campieren, Müll hinterlassen, Feuermachen, der Einsatz von Kameradrohnen und das Befahren nicht freigegebener Forst- und Wanderwege mit Autos oder Mountainbikes sorgten im Nationalpark Berchtesgaden für Unmut. „Es war heuer schon sehr viel Unruhe auf den Almen“, sagt Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Dabei können gerade Mutterkühe gefährlich werden, wenn sie ihre Kälber schützen.

Almsaison 2020: Auch Wölfe waren ein Problem

Ein Problem seien auch Wölfe gewesen, sagte Stöckl weiter. Vor allem in Reit im Winkl sei ein aggressives Tier unterwegs gewesen, es seien viele Schafe und Ziegen gerissen worden. Die Herden seien oft unruhig gewesen. Tiere seien versprengt worden, es habe Ausbrüche und Abstürze gegeben.

Für nicht schützbare Gebiete wie Almen müsse es dringend eine Regelung zur Regulierung der Wolfspopulation geben, verlangte Stöckl. Der Bayerische Bauernverband forderte bereits, den Status des Wolfes im EU-Artenschutz zu überprüfen und den Wolf künftig in das Jagdrecht einzubeziehen. Insgesamt werden jedes Jahr im Sommer in Bayern etwa 55 000 Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde auf die hoch gelegenen Alpen und Almen gebracht.

Almabtrieb über den Königsee - eine langjährig gepflegte Tradition

Die Saletalm am Südufer des Königssees und die Fischunkelalm am Süd-Ostufer des Obersees sind auf dem Landweg nicht bzw. nur sehr mühsam über das Gebirge zu erreichen. Der einfachste Weg für Mensch und Tier führt daher über den Königssee.

Mit sogenannten Landauern, also Transportschiffen mit einem ebenen Boden und flachem Zustieg, werden die Kühe und Almleute von der Seelände bis ans Ostufer des Königsees gebracht. Früher wurden die Tiere über den Königsee gerudert, seit rund 100 Jahren bringt sie aber der sanfte Schub von Motoren nach Hause.

Nach unfallfreien Sommer: Almabtrieb von der Mordaualm

Zwischen 30 und 40 Stunden braucht es, bis die großen Fuikl - der Almschmuck für den Abtrieb - fertig ist.

Am Sonntag, 27. September, wurden auch die 30 Kühe, Kalbinnen und Kälber der Mordaualm in der Ramsau heimgetrieben. Von der rund 1200 Meter hoch gelegenen Alm ging es bei strahlendem Sonnenschein und schneebedeckten Gipfeln in dreieinhalb Stunden erst hinunter zur Deutschen Alpenstraße, dann hinauf aufs Hochschwarzeck und wieder hinunter nach Bischofswiesen.

jg

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