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Areal vor Sperrung

Priener Bergsteiger warnt vor Gefahren der berühmt-berüchtigten „Influencer-Becken“ am Königssee

Bergler Martin Ziegler aus Prien mit Hund Chanel warnt vor „Influencer-Gumpen“ am Königssee
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Martin Ziegler aus Prien ist mit seiner Hündin Chanel viel in den Bergen unterwegs. Er ist ein Gegner der berühmt-berüchtigten Wasserfall-Gumpen am Königssee.

Sie haben sich zu einem gefährlichen Hotspot entwickelt: Junge Menschen riskieren für ein einmaliges Foto ihr Leben in den Gumpen und den Wasserfällen am Königssee. Wie der Nationalpark Berchtesgaden den Hype beenden will - und wieso ein hiesiger Bergsteiger den „Natur-Pool“ am Königssee mit Sorge sieht.

Schönau am Königssee/Prien am Chiemsee - Martin Ziegler aus Prien ist begeisterter Bergsteiger. Auf jedem Gipfel an seiner Seite: die vierjährige Hundedame Chanel. Mit ihr besteigt er regelmäßig die Berge rund um den Chiemsee. Unter seinen Ausflugszielen befinden sich auch Wasserfälle und Wassergumpen - jedoch nicht das berühmt-berüchtigte „Influencer-Becken“ am Königssee, da legt er Wert drauf.

„Ich bin ein Gegner dieser Wasserfall-Gumpen“, unterstreicht Ziegler im Gespräch mit bgland24.de. Seine Einstellung rühre aus den Erfahrungen, die er in den Bergen gesammelt habe - und der „Tourismus-Hotspot“ mitten im Nationalpark Berchtesgaden sei gerade für ungeübte oder unerfahrene Bergsteiger nicht ungefährlich.

Sie können sich rasch zu Todesfallen entwickeln: So gab es im April 2019 einen schrecklichen Unfall, bei dem zwei junge sächsische Touristen beim Baden an den Gefällen Strudel unterschätzt hatten und unter Wasser gezogen wurden. Jede Hilfe kam zu spät.

Großeinsatz am Königssee: Zwei Personen vermisst

 © Aktivnews
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BRK im Einsatz: Zwei Männer sterben am Königssee

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Mitten im Naturschutzgebiet „hat man einfach nix verloren“

„Die Gumpen haben durch die Posts dieser Traumkulisse auf Instagram einen unglaublichen Hype erlangt und wenn es keine Toten gegeben hätte, würde mich das auch nicht so sehr beschäftigen. Jeder kann schließlich tun und lassen, was er möchte und ich gönne es den Influencern, wenn sie dort traumhafte Fotomotive finden. Im Idealfall hielt man im Hintergrund auch noch ein Königsseeschiff fest. Daraus hat sich ein regelrechter Wettbewerb entwickelt“, unterstreicht Ziegler das Ausmaß.

Die Gumpen befinden sich allerdings im Naturschutzgebiet im Nationalpark Berchtesgaden, es führt nur ein „inoffizieller“ Trampelpfad zu der Stelle. Der Priener ist überzeugt: „Da hat man einfach nix verloren. Jeder darf sich ausleben auf Instagram, wie er möchte, doch die Natur muss man einfach respektieren. Es gibt so viele weitaus ungefährlichere Gumpen in der Gegend, zu denen offizielle Wege führen und in die man sich für ein Foto in Szene werfen kann, müssen das ausgerechnet diese sein?“

Landratsamt prüft Sperrung des Bereichs am Königssee - Entscheidung nicht vor Pfingsten

Eine ähnliche Ansicht vertritt der Nationalpark Berchtesgaden. Seit inzwischen mehr als drei Jahren haben sich die Königssee-Gumpen und ihre Wasserfälle zu einem beliebten Tourismus-Hotspot entwickelt. Zu Stoßzeiten pilgerten bis zu 100 Menschen täglich dorthin - und brachten sich für ein Foto in Lebensgefahr. Um dem Hype endgültig ein Ende zu setzen strebt der Nationalpark eine Sperrung für Besucher an.

Das Verfahren laufe noch, bestätigt Pressesprecherin Carolin Scheiter gegenüber bgland24.de: „Wir haben eine Sperrung des Bereichs aus naturschutzrechtlichen Gründen beantragt. Dazu wurden die Naturschutzverbände ins Boot geholt und um eine Stellungnahme gebeten. Aktuell läuft die Verbändebeteiligung, deren Einwände bearbeitet werden müssen.“

Ein Ergebnis werde es nicht vor Pfingsten geben, ergänzt Alexandra Rothenbuchner, Pressesprecherin des zuständigen Landratsamts Berchtesgadener Land. Mehr könne sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund des laufenden Verfahrens nicht sagen.

mb

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