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Im Exklusivinterview zur Situation in Schönau am Königssee

Bürgermeister Rasp: „Bild des Grauens - und was ist beim nächsten Unwetter?“

Hannes Rasp, Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee spricht über das verheerende Unwetter vom 17. und 18. Juli.
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Hannes Rasp, Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee spricht über das verheerende Unwetter vom 17. und 18. Juli.

Die Gemeinde Schönau am Königssee wurde schwer von den Unwettern getroffen. Zahlreiche Häuser und sogar die weltberühmte Rodelbahn sind vollkommen zerstört. Im Gespräch mit BGLand24.de spricht Bürgermeister Rasp über den verheerenden Schaden, wovor er jetzt Angst hat und wie es jetzt für die Gemeinde samt berühmter Attraktionen wie den Grünsteiner Klettersteig weitergeht.

Herr Rasp, wie ist derzeit die allgemeine Lage in der Gemeinde Schönau am Königssee?
Also richtig massiv beschädigt sind drei Häuser, die sind angefüllt. Da ist jetzt die Feuerwehr Schönau wieder, die Bundeswehr dazu, die werden jetzt ausgeschaufelt. Auch die Zufahrten da hin, das ist eigentlich noch gar nicht ganz frei. Auch in den Vorgärten liegt noch viel Kies. Da haben wir jetzt auch Lösungen besprochen, dass die Freiwilligen noch mithelfen und den Kies dann einfach raus legen, damit Radlader den Schutt abholen können. Was ich jetzt noch organisieren möchte, ist, was mit dem Sperrmüll passiert. Da muss ich mit dem Landratsamt noch einmal reden, wie wir das organisieren können. Beim Hotel Königssee ist die Feuerwehr Königssee drin, damit wir den Bachlauf, der komplett vermurt ist, wieder freilegen und da beim Aufräumen helfen. Wie es in den Siedlungen weiter aussieht, muss ich mir noch ansehen, auch wie viel da aufgeräumt werden muss. 
Gestern gingen die schrecklichen Bilder der Zerstörung an der Bob- und Rodelbahn geradezu um die Welt...
Die Rodelbahn - das ist ein Bild des Grauens. In den anderen Siedlungen drin sieht man den Wald, im Hintergrund bisschen einen größeren Graben und dann den ganzen Dreck. An der Rodelbahn hinten sieht man die wahre Kraft der Natur. Das ist erschreckend. Das ist noch viel erschreckender vom Anschauen her. Gut, die Rodelbahn ist nicht bewohnt, ist eine Sportstätte, da ist jetzt in dem Sinne keine private Existenz betroffen, aber die wahre Kraft der Natur sieht man an der Rodelbahn. Es waren Hangsicherungen drin und Bepflanzung. Das ist weg. Und an der Rodelbahn hinten, wenn man sich den Graben anschaut, den Klettersteig dort wird es in der Zukunft nicht mehr geben, weil man da nicht mehr hinkommt.
Am Sonntag haben Sie angemerkt, dass Sie Angst haben, was danach kommt. Was haben Sie damit gemeint?
Der Graben, der jetzt offen ist, beim Grünstein, den hat es vorher nie gegeben. Was ist beim nächsten Wetter los? Das ist meine Angst. Wir haben die Rinse, welche in Fischmichl runtergegangen ist, vor hübsch genau 30 Jahren verbaut. Das weiß ich so genau, weil ich da im Bauamt bei uns angefangen habe. Da ist das verbaut worden und wir haben das jedes Jahr gewartet. Man hat geschaut, ob sich was gelöst hat. Es hat einen Stein drinnen gegeben, der ein Messpunkt war - setzt sich der, setzt sich der nicht? Man ist rauf gegangen und immer war das Ergebnis, die Rinse schaut super aus. Über dreißig Jahre. Man hat viel bepflanzt und von dem ist nichts mehr da. Und das ist meine Angst.
Gibt es schon Ideen für einen künftigen Schutz vor weiteren Murenabgängen?
In der Fischmichlsiedlung können wir uns helfen. Da bauen wir jetzt ein größeres Auffangbecken, die Bürger sind dort auch wieder in ihren Häusern im oberen Stock und sollen in den hangseitigen Häusern im Erdgeschoss nicht schlafen, das wird morgen oder übermorgen erledigt sein. Wie regelt man das in der Vorbergsiedlung? Weil da können wir vermutlich kein Becken bauen. Was ist dann beim nächsten Unwetter? Was ist mit unserem Bauhof? Den Bauhof hat es ja restlos angefüllt, den oberen Stock. Auch diese Rinse haben wir über 30 Jahre gepflegt und es ist alles umsonst gewesen. Und das ist meine Angst. Wie stabil ist jetzt das Gelände? Was ist beim nächsten Starkregen?
Wie schwer ist denn der Bauhof der Gemeinde betroffen?
Im Bauhof hat es uns das komplette Obergeschoss angefüllt, die Holzwand hat es durchgedrückt. Da schöpfens mit dem großen Radlader den Kies hinten weg und dann muss man mit einem Minibagger ins Gebäude rein und langsam den Kies rausholen. Darum tun wir uns auch so schwer, alles abzusperren, weil die ganzen Absperrmaterialien sind alle da drin. Dann müssen wir schauen, wie die Winterdienstgeräte aussehen. Die kleineren Sachen wie Gehsteigfahrzeuge sind alle da drin, das kannst wahrscheinlich wegschmeißen und die Sachen kosten richtig Geld. 
Derzeit sind viele Touristen in der Schönau, sind bestimmte touristische Punkte in der Gemeinde betroffen?
Der Königsseer Fußweg bleibt gesperrt, weil der in Teilbereichen auch nicht mehr da ist. Und da werden wir uns den mal ansehen, sobald der Pegel der Ache sinkt. Wir haben uns schon einen Umleitungsweg überlegt, wenn die Teilbereiche noch da sind, dann kann man den noch vom Bahnhof bis zum Achenstüberl noch begehen und dann leiten wir ihn um. Aber jetzt gibt es erstmal andere Arbeiten. Die nächsten Tage ist er erstmal gesperrt. Auch das Hotel Hubertus bleibt teilweise evakuiert. Da muss erst das Wasser zurückgehen, damit das Wasserwirtschaftsamt mit schwerem Gerät rein kann zum Wassersteine setzen und Ufer befestigen. 
Wie geht es jetzt weiter?
Einige Straßen sind unterspült, auch der Campingplatz ist betroffen. Da heißt es jetzt, wieder alles mal zumindest provisorisch herzurichten, wenn die Ache wieder runtergeht. Auch die Brücke Königsseer Ache muss wahrscheinlich neu gemacht werden. 
Herr Rasp, vielen Dank für das Gespräch.

ce

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