Nach Fund toter Hirschkälber am Königssee

Nationalpark weist Vorwürfe zurück: "Gesetz der Natur"

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Hier liegt ein totes Rotwild-Kalb nahe der Saletalm.
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Schönau am Königssee - Der Nationalpark Berchtesgaden weist nach dem Fund mehrerer toter Hirschkälber rund um den Königssee den Vorwurf zurück, die Mütter der Tiere erschossen zu haben. Vielmehr handele es sich dabei um einen natürlichen Vorgang.

Der Verein “Wildes Bayern e.V.“ erhebt nach dem Fund mehrerer toter Kälber rund um den Königssee schwere Vorwürfe gegen den Nationalpark Berchtesgaden. BGLand24.de hat den Nationalpark Berchtesgaden mit den Vorwürfen konfrontiert.

Carolin Scheiter, Stabsstelle für Kommunikation, weist die Anschuldigungen vehement zurück: "Wir können den Fund der Kälber bestätigen, aber weder die Anzahl noch die Todesursache. Den Vorwurf, die Mütter erschossen zu haben und der resultierenden Verwaisung der Kälber weisen wir zurück".

Die ganze Stellungnahme im Wortlaut:

Zu den konkreten Vorwürfen:

Im Nationalpark Berchtesgaden werden die jagdrechtlichen Vorgaben bei der Wildbestandsregulierung berücksichtigt. Es hat im Gebiet des Nationalparks keinen Abschuss von führendem Rotwild gegeben. Bei der gesetzlich verpflichtenden Wildbestandsregulierung hat der Tierschutz ebenso wie der Muttertierschutz für die Nationalparkverwaltung oberste Priorität.

Die von Wildes Bayern e.V. genannten Fallwildzahlen für den Bereich Obersee/Königssee kann die Nationalparkverwaltung nicht bestätigen.

Mit den schwerwiegenden Vorwürfen werden unsere gut ausgebildeten Berufsjäger sowie weiteres Personal der Nationalparkverwaltung unter Generalverdacht gestellt.

Gesprächs- und Informationsangebote der Nationalparkverwaltung an den Verein Wildes Bayern e.V. blieben in der Vergangenheit stets ohne Resonanz.

Weiterführende Informationen:

  • Die Nationalparkverwaltung legt bei der Wildbestandsregulierung Wert auf Transparenz. So werden die Abschusszahlen im Internet (www.wildtierportal.bayern.de) veröffentlicht. Außerdem führt die Nationalparkverwaltung regelmäßig eine Hegeschau durch, bei der der Populationszustand evaluiert wird. 
  • Die beiden Rotwildfütterungen am Königssee (St. Bartholomä und Reitl) wurden den ganzen Winter hindurch – auch während der extremen Schneefälle im Januar und bei Lawinengefahr in Abstimmung mit der Lawinenkommission – regelmäßig von Mitarbeitern des Nationalparks mit artgerechtem Futter beschickt. 
  • Bei der geringen Entfernung zu den Fütterungen ist auszuschließen, dass Kälber den Anschluss an das Rudel verloren haben. 
  • Bei den Bereichen am Königssee und Obersee handelt es sich um extreme Gebirgslagen, in denen regelmäßig Fallwild gefunden wird. In den vergangenen Jahren waren darunter auch ausgewachsene Tiere und sogar Steinwild. 
  • Gerade nach einem schneereichen und langen Winter, wie dem zurückliegenden, ist es ein natürlicher Vorgang, dass einzelne, schwächere Tiere (aller Wildarten) den Winter nicht überleben. Dies ist kein außergewöhnliches Phänomen, sondern folgt den Gesetzen der Natur. Fallwild wird im Frühjahr am Königs- und Obersee regelmäßig gefunden. 
  • Fallwild ist Teil des natürlichen Ökosystems. In der Natur ist dies die energiereichste Nahrungsquelle für viele andere Arten und sichert damit deren Überleben im Winter. Ein prominentes Beispiel ist der Steinadler, der im Winter auf Fallwild angewiesen ist.

Stellungnahme Nationalpark Berchtesgaden

Schreiben auch Sie uns ihre Meinung. Leserbriefe bitte per E-Mail an jens.zimmermann@ovb24.de.

jz

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