Dreister Ausflug in Sandalen

Urlauberfamilie mit Kleinkind (4) verpasst letztes Boot am Königssee und setzt Notruf ab

Schönau am Königssee / Forst Sankt Bartholomä – Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht erleben vor allem während der Haupt-Urlaubszeit rund um den Tourismus-Hotspot Königssee allerhand kuriose Geschichten, die eigentlich niemand glauben würde, wenn sie verfilmt ins Fernsehen oder Kino kommen würden.

Die Meldung im Wortlaut


Am Mittwochabend gegen 19.45 Uhr ging wieder mal ein Notruf aus Sankt Bartholomä ein, da ein Urlauber-Paar aus der Oberpfalz mit einem vierjährigen Mädchen zunächst mit Sandalen und Kunststoff-Pantoffeln von der Archenkanzel über den stellenweise sehr ausgesetzten Rinnkendlsteig abgestiegen und unten heil angekommen war, dann aber das letzte Kursboot verpasst hatte und mit dem kleinen Kind ohne Verpflegung und Quartier im Freien übernachten wollte.

Die 32-jährige Frau und der 43-jährige Mann hatten zuvor beim Fischer angefragt und nach einem Boot gefragt, wollten dann aber auf der Wiese im Freien übernachten, da ihnen die Kosten für die Einzelfahrt zu hoch waren.
Sie wählten daraufhin die 112 und forderten die BRK-Wasserwacht an. Zwei ehrenamtliche Einsatzkräfte rückten mit dem Rettungsboot aus, nahmen das Trio gegen 20.30 Uhr auf und brachten es zur Seelände zurück. Die Wasserwacht war dabei eine gute Stunde gefordert.


Tourismus-Hotspot Königssee

„Wir sind froh, dass den Leuten beim Abstieg mit den Sandalen über den ausgesetzten und absturzgefährlichen Steig nichts passiert ist und dass sie mit dem kleinen Kind ohne Ausrüstung und Proviant letztlich nicht im Freien übernachtet haben, da es nachts mittlerweile schon wieder herbstlich und frischer wird“, berichtet der Einsatzleiter der BRK-Wasserwacht, Franz Kurz.

Die Einsatzkräfte bitten Urlauber und Bergsteiger rund um den Königssee, bei ihren Ausflügen und Touren immer vorab den Fahrplan der Schifffahrt zu lesen und ausreichend Zeitpuffer einzuplanen, damit sie in der Haupt-Saison das letzte Boot um 17.40 Uhr in Salet, um 18 Uhr in Sankt Bartholomä und um 18.10 Uhr in Kessel ohne Zeitdruck erreichen.
Ab dem 8. September gelten dann in der Zwischen-Saison wieder abweichende Zeiten.

Rund um den Königssee gehen behindertengerechte Wanderwege fließend in alpines und absturzgefährliches Gelände über; wer dafür nicht ausgerüstet und geübt genug ist, sollte rechtzeitig umkehren. Ohne die notwenige Erfahrung, Kondition und Ausrüstung wird der Ausflug ins Gelände sonst schnell zum mitunter lebensgefährlichen Abenteuer.
Im Zweifelsfall sollten Verstiegene aber immer bleiben wo sie sind, nichts zusätzlich riskieren und einen Notruf absetzen. Die Einsatzkräfte retten lieber einen Unverletzten aus Bergnot als einen schwer verletzten Abgestürzten.

Pressemitteilung des Bayerisches Rotes Kreuz, KdöR - Kreisverband Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © Markus Leitner

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